Bachmann Electronic übernimmt µ-Sen
Sein 40. Jubiläumsjahr schloss Bachmann Electronic mit einem Umsatzwachstum von 34,3 % auf 70,4 Mio. € ab. „Dieser Umsatzrekord ist auf strategische Weitsicht und Innovationskraft zurückzuführen. Aber auch darauf, dass wir uns in den vergangenen Jahren gezielt auf die einzelnen Unternehmensbereiche, die sich allesamt positiv entwickelt haben, fokussiert haben“, kommentiert Gerhard Bachmann, Gründer und Eigentümer der Bachmann Group, das Ergebnis.
Anfang Januar 2011 übernahm der österreichische Spezialist für Automatisierungslösungen die µ-Sen GmbH. Ursprünglich als Entwickler von Schwingungs-Sensoren mit breitem Anwendungsspektrum gestartet, hat sich das Unternehmen als Hersteller und Lösungsanbieter von Systemen zur Fehlerfrüherkennung an Windenergieanlagen (Condition-Monitoring-Systeme, CMS) spezialisiert. Aktuell überwachen Systeme von µ-Sen nach eigenen Angaben herstellerunabhängig und weltweit rund 1.000 Anlagen. Mit der 100-prozentigen Übernahme will Bachmann Electronic das Condition Monitoring künftig direkt in sein Produkt- und Dienstleistungsangebot integrieren. Das zugekaufte Unternehmen, das jährlich einen Umsatz von ca. 2 Mio. € erwirtschaftet, wird unter Bachmann Monitoring GmbH firmieren; alle 38 Mitarbeiter sowie das Management-Team bleiben an Bord.
Wachstum durch Akquisition war bislang nicht die Strategie der Bachmann-Gruppe. Mit dem nun getätigten Zukauf bricht somit eine neue Ära in der mehr als 40-jährigen Geschichte des Unternehmens an – zumal dieser Weg auch weiter verfolgt werden soll. „Unser Wachstum soll künftig, neben dem Ausbau der bearbeiteten Märkte und branchenspezifischen Produktinnovationen auch durch gezielte Erweiterungen des Angebotsportfolios erreicht werden. Dabei setzen wir neben organischen Erweiterungen unter anderem auf Akquisitionen“, so Bernhard Zangerl, CEO vonBachmann Electronic.
Highlights in 2010
Produktoffensiven wurden 2010 in Richtung Parkvernetzung, Condition-Monitoring-Systeme oder Grid Measurement gestartet.
Aktuell wurde unter dem Namen Bluecom eine speziell für intelligente Energienetze entwickelte Kommunikationslösung vorgestellt. Sie basiert auf herkömmlicher Ethernet-Technologie und stellt nach Herstellerangaben eine kostengünstige und rasch implementierbare Kommunikationstechnik für den schnellen und zuverlässigen Informationsaustausch in Echtzeit dar. Das Übertragungsprotokoll wurde hinsichtlich der spezifischen Anforderungen zukunftsfähiger Energiesysteme optimiert. Dies wurde dadurch erreicht, dass die Spezifikation von Bluecom aus den Prozessen beim Aufbau, der dynamischen Erweiterung und dem sicheren und effizienten Betrieb von erneuerbaren und dezentralen Energiesystemen abgeleitet wurde. Im Vordergrund stand die Aufrechterhaltung der Energienetzstabilität durch die rasche Reaktionsfähigkeit von Energieparks und virtuellen Kraftwerken bestehend aus einer großen Anzahl dezentraler Energieerzeugungsanlagen. Gleichzeitig trägt es der Randbedingung bestehender gewachsener Strukturen und dem Prinzip der Systemoffenheit Rechnung. Im weiteren Schritt ist die Standardisierung des Protokolls geplant.
Ein weiteres Produkt-Highlight ist das GMP-Modul. Hintergrund für dessen Entwicklung ist, dass durch Umwelteinflüsse bedingt die Verfügbarkeit von Strom aus erneuerbaren Energien nicht vergleichbar einem Großkraftwerk planbar ist. Je größer ihr Anteil im Netz wird, umso wichtiger wird es, dass auch diese Kleinkraftwerke aktiv zur Netzstabilisierung beitragen können. Um die Komplexität des Netzmanagements zu reduzieren, müssen solche Anlagen zukünftig Schutzaufgaben selbstständig übernehmen. Das neue „Grid Measurement and Protection“-Modul GMP232 erfasst direkt an der Sammelschiene des Kleinkraftwerks Spannung, Strom, Frequenz, Leistung und Power Quality und analysiert diese. Zusammen mit anderen Anlagenparametern liefert es differenzierte Entscheidungskriterien, um auch die erhöhten Anforderungen an die einzelne Anlage während eines Netzfehlers zu beherrschen und einen stabilen Betrieb des Verteilnetzes zu ermöglichen. Das GMP-Modul ist vollständig in das Bachmann M1-Automatisierungssystem integriert. So werden zukünftige Anforderungen, wie sie sich durch das Smart Grid ergeben, erfüllt.
Ausblick
Für 2011 erwartet der Spezialist für Automatisierungslösungen erneut ein profitables Wachstum um mehr als 20 % auf rund 85 Mio. € Umsatz. Außerdem soll die Zahl der Mitarbeiter von derzeit ca. 417 im laufenden Jahr auf 575 aufgestockt werden.












