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03.06.2011

WinCC OA User Days 2011

Über 120 Teilnehmer aus Ländern wie China, Deutschland, Frankreich, Indien, Italien, Niederlande, Österreich, Spanien und USA nutzten die WinCC OA User Days 2011, um das Neueste von WinCC Open Architecture zu erfahren sowie sich mit anderen Usern auszutauschen. Die Veranstaltung, die am 12. und 13. Mai 2011 in Ravenna stattfand, wurde mit technischen Workshops und interessanten Praxisberichten von erfolgreich realisierten Projekten mit dem objektorientierten Scada-System ergänzt.

Beispielsweise wagte Vertriebsleiter Bernd Staufer den Ausblick ins Jahr 2030: Wie wird sich die Welt bis dahin entwickeln und wie werden sich moderne Scada-Systeme – in diesem Fall WinCC Open Architecture – dieser Entwicklung anpassen müssen? In seinen Ausführungen skizzierte B. Staufer zunächst die Schlüsselfaktoren, die die Welt 2030 prägen werden. Gemeint sind zum Beispiel die Zunahme der Weltbevölkerung, klimatische Änderungen, Globalisierung und steigender Energiebedarf sowie die rasante technische Entwicklung. Daraus ergeben sich neue Anforderungen, wie Management- Technologien für Mega-Infrastrukturen, Energieeffizienz, erneuerbare Energien, weltweit verteilte Supervisory Systeme (Hypervisionsysteme), immer größere Datenvolumina oder die Einbindung lebensverlängernder Technologien (Nanotechnologie).

Herkunft hat Zukunft
In weiterer Folge untermauerte B. Staufer anhand bereits realisierter Projekte mit WinCC Open Architecture, dass ETM diese Trends seit längerem beobachtete und daher die Entwicklung seines Scada-Systems in diese Richtung vorantriebe. Dies bestätigte auch CEO Bernhard Reichl, der den Grundstein für das seit 26 Jahren erfolgreiche Produkt in erster Linie in der Zusammenarbeit mit den Kunden und den Partnern sieht. Einen weiteren Mosaikbaustein in der Erfolgsbilanz bildet die neue Heimat Siemens: Seit der 100-prozentigen Übernahme konnte ETM sein Geschäft um jährlich über 20 % ausbauen.
Dank der strategischen Positionierung als Scada-Anbieter für Kunden mit besonders spezifischen, sehr großen und hochkomplexen Anforderungen konnten auch schon, mit Unterstützung der Konzernmutter, bemerkenswerte internationale Erfolge erzielt werden. Um seinen Anwendern einen effizienten Support zu gewährleisten, wurden in diesem Geschäftsjahr Kompetenzzentren in den Niederlanden (Nord- und Westeuropa), in Deutschland, den USA und in China eröffnet. Weiters informierte B. Reichl die Teilnehmer, dass ETM mit der Entwicklung eines neuen Scada-Runtime-Kernels für die Siemens-Division Industry Automation beauftragt wurde.

Der nächste Schritt
Anschließend stellte Produktmanager Sebastian Massinger den Teilnehmern die aktuellen Neuheiten der Version 3.10 von WinCC Open Architecture vor. So steht ein neues Diagnose-Tool zur Verfügung, das noch mehr Informationen liefert. Neu ist auch die Verarbeitung externer Alarme. Verbessert wurden der Know-how-Schutz und insgesamt die Bedienerfreundlichkeit. S. Massinger hob auch hervor, dass die Konnektivität wieder um einen bedeutenden Schritt erweitert wurde: So wurden neue Funktionalitäten in die Treiber Simatic S7, IEC104, SNMP und BACnet implementiert.

Ausblick
Ebenfalls einen Blick in die Zukunft wagte Entwicklungsleiter Günther Zoffmann mit der Produkt-Roadmap. Nach diesen Plänen soll die Funktionalität weiter ausgebaut werden. So sollen ein Ultralight Web Client ebenso Platz finden wie ein Entwicklungs- und Versionsmanagementsystem für weit verteilte Systeme und das schnelle Engineering gemeinsam mit S7-Hardware. Zusätzlich soll die Bedienerfreundlichkeit und Flexibilität wesentlich verbessert werden. Darunter verstehen die Entwickler optimierte Konzepte für das Engineering von großen verteilten Systemen, Treibererweiterungen und eine optimierte Bedienerführung für Erstanwender. Die Entwicklung wird ganz auf zukünftige Anforderungen fokussiert sein. So werden bereits jetzt zukünftige Last-Szenarien berücksichtigt, darüber hinaus soll die Implementierung von mehreren hunderten, dezentral positionierten Systemen und ein Import von Engineeringdaten aus dem Siemens TIA-Portal möglich sein.

Praxiserprobt Ein besonders interessanter Programmpunkt war die Besichtigung des Kontrollzentrums der Hera S.p.A. im nahen Forli. Als führender Anbieter von Wasser- und Energieversorgung sowie als Dienstleister für öffentliche Infrastruktureinrichtungen ist das Unternehmen für die gesamte Region Emilia Romagna verantwortlich. Dem entsprechend hoch muss auch die Verfügbarkeit der Anlagen und natürlich des Leitsystems sein. Die Verantwortlichen entschieden sich für WinCC Open Architecture, da mit dem Disaster Recovery System die Versorgungssicherheit von Wasser und Gas gewährleistet ist. Dieses Feature erweitert die einfache Redundanz um ein zweites redundantes System, auf welches im Störfall (z.B. Brand oder Explosion im Gebäude des Primärsystems) umgeschaltet werden kann. Zufriedenes Fazit der Verantwortlichen für diese Entscheidung: Das in nur vier Monaten installierte System war seit der Inbetriebnahme noch keine einzige Sekunde ausgefallen. Weiteres Highlight: Zur Visualisierung steht den 60 Bedienern eine imposante Videowall mit 85 m² zur Verfügung – derzeit die größte in Italien.