25.07.2011
VDMA: Robotik und Automation wächst um 20%
Die Ergebnisse der Studie „Wirtschaftlichkeitsanalysen neuartiger Servicerobotik-Anwendungen und ihre Bedeutung für die Robotik-Entwicklung“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erstellt wurde, wurden jetzt auf einer Pressekonferenz in Frankfurt präsentiert. Dabei stellte der VDMA Robotik + Automation auch seine Wirtschaftprognose vor. „Für 2011 erwarten wir ein Umsatzwachstum von 20% auf rund 9 Mrd. € – was schon nahe an das Ergebnis unseres Rekordjahres 2008 (9,3 Mrd. €) heranreicht“, erklärte Thilo Brodtmann, Geschäftsführer VDMA Robotik + Automation.
„Mit einem Umsatzanteil von über 8% ist China der größte Abnehmer von Robotik + Automation aus Deutschland“, betonte T. Brodtmann. Die Hersteller von Robotik und Automation sehen 2011 aber nicht nur in den wichtigsten Exportmärkten (China, Südkorea, ASEAN) ein großes Potenzial für weitere Umsatzsteigerungen, sondern auch im Inland. Nordamerika sowie die mittel- und osteuropäischen Staaten, wo der Automationsgrad noch verhältnismäßig niedrig ist, haben noch Nachholbedarf.
Die weltweiten Roboterlieferungen sind 2010 vor allem nach Asien und dort besonders nach China massiv angestiegen und haben wieder einen Spitzenwert erreicht. Besonders Elektronik- und Automobilindustrie haben kräftig investiert. Die weltweiten Roboterverkäufe nach Europa und Amerika haben sich zwar gegenüber 2009 erheblich erhöht, erreichen aber nicht das Spitzenniveau von 2008. Die International Federation of Robotics (IFR) meldet aktuell die Lieferung von 115000 Industrierobotern im Jahr 2010. Das bedeutet, dass sich die Zahl der weltweit verkauften Einheiten im Vergleich zum schwachen Vorjahr fast verdoppelt hat. Die IFR beurteilt die Zukunft der Robotik optimistisch – insbesondere aufgrund der enormen Nachfrage aus China und anderen asiatischen Wachstumsregionen. Der Absatz von Robotern wird 2011 um 10% bis 15% ansteigen. Dies würde einen neuen Rekord von 130000 verkauften Einheiten ermöglichen.
Einsatzgebiete der Serviceroboter
Weltweit gibt es inzwischen 77000 Serviceroboter im gewerblichen Bereich, berichtet IFR Statistical Department in der `Studie “World Robotics 2010 – Service Robots”. Der Gesamtwert der verkauften Serviceroboter für den gewerblichen Bereich betrug rund 13 Mrd. $. Etwa 30% der verkauften Serviceroboter werden im militärischen Bereich für die Verteidigung genutzt, um unbemannte Flugzeuge und Fahrzeuge zu steuern oder zur Minensuche und -entschärfung eingesetzt. 25% sind als Melkroboter im Einsatz. Beide Kategorien stellen mehr als die Hälfte der bisher verkauften Serviceroboter.
Reinigungsroboter und Medizinroboter folgen mit einen Anteil von jeweils 8% und Unterwasserroboter mit 7%. Reinigungsroboter werden hauptsächlich in Schwimmbädern für die Reinigung der Becken eingesetzt. Medizinroboter unterstützen vor allem bei der minimal-invasiven Chirugie, aber auch zunehmend in der Diagnostik. Hier positioniert der Roboter das Diagnostikgerät am menschlichen Körper, zum Beispiel bei der Biopsie. Unterwasserroboter haben in jüngster Zeit an Bedeutung gewonnen. Sie können in Meerestiefen arbeiten, die für den Menschen unzugänglich sind. Darüber hinaus werden Roboter in der Bauwirtschaft und auf mobilen Roboterplattformen (6%) in logistischen Systemen (5%) und in der Überwachung (4%) eingesetzt.
Zahl der Serviceroboter soll sich verdoppeln
Prognosen für den Zeitraum von 2010 und 2013 gehen davon aus, dass sich die Zahl der Serviceroboter um weitere 80000 Einheiten in gewerblichen Anwendungen erhöhen wird, also auf rund 160000 Einheiten. Besonders gefragt sind Roboter für die Verteidigung, Melkroboter, Logistiksysteme, Inspektionsroboter, Medizinroboter und mobile Plattformen. Der Umsatz wird für diesen Zeitraum auf rund 12 Mrd. $ geschätzt. .
Der Roboter als Haushaltshilfe
Bisher sind die Serviceroboter für den privaten Gebrauch vor allem im Bereich Haushalt, als Staubsauger- und Rasenmäherroboter, und im Bereich Freizeit und Unterhaltung als Spielzeugroboter und Lernroboter zu finden. Von diesen Billigprodukten wurden bereits Millionen verkauft. Für den Zeitraum 2010 bis 2013 wird ein Absatz von gut 11 Mio. Stück mit einem Wert von 5 Mrd. $ vorhergesagt.
Unzählige Entwicklungen haben das Ziel, Roboter zu nutzen, um zum Beispiel als „Butler“ nützliche Aufgaben im täglichen Leben zu übernehmen. Solche Roboter müssen Bring- und Sammelaufgaben durchführen (Getränke, Bücher, usw.), einfache Tätigkeiten im öffentlichen oder häuslichen Umfeld leisten (Gegenstände vom Boden aufheben, Blumen gießen, Möbel bearbeiten und stellen, Essen wärmen usw.) oder bei Bedarf Informationen bereitstellen. Ein besonderer Fokus liegt dabei darauf, diesen Service älteren Menschen zur Verfügung zu stellen.













