VDE: Bau eines neuen Batterie- und Umwelt-Testzentrums
Anfang 2012 eröffnet das VDE-Institut (www.vde-institut.com) bundesweit eines der ersten Batterie- und Umwelt-Testzentren für Elektrofahrzeuge und -geräte in Offenbach. Wenige Tage vor der IAA haben jetzt die Bauarbeiten begonnen. Geprüft werden Batterien für Elektroautos, Pedelecs und andere mobile Geräte. „Mit dem Labor erweitert der VDE sein Dienstleistungsspektrum im Bereich Elektromobilität und untermauert seine Expertise in dieser für Deutschland so wichtigen Zukunftstechnologie“, sagt der VDE-Vorstandsvorsitzende Dr.-Ing. Hans Heinz Zimmer. Schon jetzt testet das VDE-Institut Elektrofahrzeuge und deren Lade- und Batteriemanagementsysteme unter anderem auf Sicherheit, EMV, Geräuschemission und Performance. Das Testzentrum für Batterien und Umweltsimulation komplettiert mit den in 2008 in Betrieb genommenen EMV- und Akustikhallen und dem im September 2011 fertig gestellten Kompetenzcenter für neue Beleuchtungstechnologien das Dienstleistungsangebot der gemeinnützigen VDE-Institut GmbH. Das Investitionsvolumen des neuen Test-Zentrums wurde mit 7 Mio. € angegeben. Die VDE-Institut GmbH beschäftigt rund 500 Mitarbeiter in Offenbach und ist über die VDE Global Services GmbH mit über 250 Mitarbeitern auch im Ausland aktiv.
Das neue Testzentrum wird auf dem Gelände der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) errichtet, um die hohen Anforderungen an den 20-kV-Netzanschluss zu gewährleisten. Zu diesem Zweck hat die VDE-Institut GmbH einen langfristigen Pachtvertrag über 4.300 Quadratmeter Fläche mit der EVO abgeschlossen. Die notwendigen Versorgungsleistungen werden in Zukunft von der EVO bezogen. Der VDE-Vorstandsvorsitzende Zimmer unterzeichnete an diesem Donnerstag zusammen mit Wilfried Jäger, Vorsitzender der Geschäftsführung des VDE-Instituts, sowie EVO-Technikvorstand Dr. Kurt Hunsänger den Kooperationsvertrag.
Geplant ist ein 2.500 Quadratmeter großes Labor. In diesem Testzentrum können nahezu alle Batterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge getestet werden. Möglich sind Tests an Fahrzeugbatterien von bis zu 400 kg Gewicht und einer Größe von 1,2 m x 1,2 m; bei Bedarf auch darüber hinaus. In diesem Labor können Zellprüfungen mit Strömen bis zu 1080 A durchgeführt werden. Es verfügt damit über eine am freien Prüfmarkt einzigartige Kapazität. Zu den weiteren Parametern gehören eine Spannung von 1000 V sowie maximaler Strom von 800 A. Das Zentrum erfüllt außerdem alle derzeit gültigen und in Vorbereitung befindlichen Test-Anforderungen. Der Standort des Batterie- und Umwelt-Testzentrums befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Umspannstation der EVO. „Die Nähe zu unserem Umspannwerk ist überaus attraktiv, weil die Batterien so einfacher geladen und entladen werden können“, so EVO-Technikvorstand Dr. Kurt Hunsänger.
“In Planung ist auch ein Rollenprüfstand, der Fahrzeuge bis 7,5 t aufnehmen kann”, ergänzt Wilfried Jäger, Vorsitzender der Geschäftsführung der VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH in Offenbach. Neben den elektrischen Tests stehen laut W. Jäger auch Prüfungen in unterschiedlichen Umweltsimulationen im Fokus, so Temperatur, Quetschtests für Batterien, Schockbeständigkeit und vieles mehr. Das VDE-Prüfinstitut plant für das Testzentrum mit 5 Mio. € zusätzlichen Umsatz “im eingeschwungenen Zustand”. Dann sollen etwa 20 Mitarbeiter dort beschäftigt sein. Bereits im ersten oder zweiten Quartal 2012 sollen erste Prüfungen vorgenommen werden.
Bis 2020 sollen allein in Deutschland rund eine Million Elektrofahrzeuge über die Straßen rollen. So lautet zumindest das ambitionierte Ziel der Bundesregierung. Elektromobilität bietet hierzulande nicht nur die Chance auf einen klimafreundlichen und Ressourcen schonenden Individualverkehr, sondern darüber hinaus für die deutsche Industrie lukrative Exportpotenziale auf einem künftigen Leitmarkt mit globaler Perspektive. Noch ist Deutschland führend in der Elektro- und Automobiltechnik. Vor allem, wenn es um Antriebstechnologie oder Leistungselektronik geht.
Der VDE trägt in zahlreichen Initiativen dazu bei, dass Deutschland den Systemwechsel Richtung Elektromobilität zielgerichtet angeht und seinen Innovationsvorsprung sichert. Das VDE-Institut mit mehr als 90 Jahren Prüfkompetenz in der Elektrotechnik ist ein bevorzugter Partner für Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Fahrzeugbatterien und stationären Batterien sowie neuen Technologien.
Auf der IAA 2011 (13. bis 25. September) veranstaltet der VDE auf seinem Stand (Halle 4.0, Stand D 50) verschiedene Expertengespräche zur Elektromobilität. Außerdem findet eine Normungskonferenz der im VDE verankerten Normungsorganisation DKE gemeinsam mit dem DIN und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) statt.










