24.10.2011
Smart-Grid-Lösung von Siemens
Für den Aufbau von intelligenten Stromversorgungsnetzen (Smart Grids) hat Siemens Infrastructure & Cities auf Basis seines Amis-Systems eine Smart-Grid-Lösung für das Smart Metering sowie die Automatisierung von Verteilnetzen entwickelt. Außerdem sind die Funktionen Energy Automation, Power Quality und Multimedia integriert. So liefert die Power-Snapshot-Analyse zeitsynchrone Netzinformationen über Amis-Smart-Meter. Power-Quality-Messwerte ergänzen diese Informationen, mit deren Hilfe sich Netzstabilität und Versorgungssicherheit erhöhen lassen. Verfügbar sind darüber hinaus offene Schnittstellen für Tablet-Computer oder Smart Phones, über die sich Verbrauchs- und Energiewerte grafisch darstellen lassen.
„Siemens ist eines der wenigen Unternehmen weltweit, das derart umfassende Lösungen aus einer Hand anbieten kann“, sagte Jan Mrosik, CEO der Division Smart Grid im Siemens-Sektor Infrastructure & Cities. Die Lösung setzt sich im Wesentlichen aus dem Siemens-Verbrauchsdatenerfassungs- und Verteilnetzautomatisierungs-System Amis und dem Zählerdatenmanagementsystem Energy IP zusammen. Sie wurde als zukunftssichere Basis für Smart-Grid-Anwendungen entwickelt, um die zunehmende Einspeisung fluktuierender regenerativer Energiequellen im Stromversorgungsnetz beherrschen zu können. Dabei gehören das Fernauslesen von Energie- und Netzdaten sowie das Management von allen Zählern in einem Versorgungsgebiet zu den Kernaufgaben. Auch Gas- und Wasserzähler im Netzgebiet kommunizieren bidirektional über den intelligenten Amis-Smart-Grid-Zähler. Im Zuge zahlreicher Projekte hat Siemens bisher mehr als 100000 dieser intelligenten Zähler ausgeliefert.
Die Smart-Grid-Applikation Power-Snapshot-Analyse liefert auf Basis der Amis-Smart-Meter zeitsynchrone Netzinformationen aus der Niederspannungsebene. Die gewonnenen Daten stellen eine Grundlage für die Netzplanung dar und können zur Investitionsabschätzung beim Ausbau der Netzinfrastruktur genutzt werden. Power-Quality-Messwerte, die über Datenkonzentratoren des Smart-Grid-Systems eingekoppelt werden, ergänzen diesen Datenumfang zusätzlich. All diese Daten werden benötigt, um die Netzstabilität und damit auch die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Zum Funktionsumfang der Smart-Grid-Lösung gehört zudem die Einbindung von AMIS-Lastschaltgeräten in ein übergeordnetes Leitsystem. Dadurch ist es zum Beispiel möglich, bei Bedarf gezielt Verbrauchergruppen wie Wärmepumpen oder Elektroheizungen über das Netzleitsystem ohne Komforteinbußen für kurze Zeit vom Netz zu nehmen, um beispielsweise Stromverbrauchsspitzen ausgleichen zu können.
Über offene Schnittstellen des Amis-Systems für Tablet-Computer oder Smart Phones bietet Siemens Multimedia-Funktionen an: Über Grafiken und Darstellungen von Äquivalenten der Energiewerte wie Euro-Beträge oder CO 2-Emissionen ist es möglich, den Stromkunden über sein Verbrauchsverhalten zu informieren. Bei der Nutzung von Photovoltaikanlagen zum Beispiel erhält er Informationen über die Erzeugungsleistung seiner Anlage. Das angezeigte Einsparpotenzial durch das Darstellen von AMIS-Zählerdaten über die Zeitachse ist zum Beispiel hilfreich beim Erkennen hoher Standby-Leistungen. Das Einbeziehen von Energiedaten, die der Amis-Zähler zur Verfügung stellt, ermöglicht außerdem neue Anwendungen der Hausautomatisierungstechnik. So können beispielsweise Funkschalter aus Hausautomatisierungssystemen in Abhängigkeit von Leistungsmesswerten selbsttätig geschaltet werden. Damit lässt sich bereits ein lokales Demand-Side-Management im Zusammenspiel mit intelligenten Energietarifen beim Stromkunden implementieren.










