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Die Produktivität der Applikationsentwicklung steigern

Bild 1. Dieter Hess ist geschäftsführender Gesellschafter der 3S-Smart Software Solutions GmbH in Kempten

Bild 2. Roland Wagner ist Marketingleiter bei 3S-Smart Software Solutions

Bild 3. Codesys Application Composer erweitert das IEC-61131-3- Programmiersystem um eine komfortable Anwendungsebene

Anwender aus allen Branchen der industriellen Automatisierungstechnik setzen das IEC-61131-3-Programmiersystem Codesys ein. Entsprechend unterschiedlich sind Anforderungen, Aufgabenstellungen und Herangehensweisen der vielen Applikationsentwickler weltweit. Um die Entwicklungsarbeit noch effektiver zu gestalten, stehen nun zwei neue Werkzeuge zur Verfügung.

Der langfristige Erfolg einer Entwicklungsumgebung wird beim Endkunden entschieden. Für Hersteller von Entwicklungswerkzeugen ist es daher wichtig, sich damit auseinanderzusetzen, wie Anwender Applikationen erstellen. Dabei ist die Produktivitätssteigerung allein durch Usability begrenzt. Vielmehr kommt es zusätzlich auf die Verbesserung der Qualität und der Performance an. Dieter Hess, geschäftsführender Gesellschafter bei der 3S-Smart Software Solutions GmbH in (Bild 1), stellt heraus, dass zwei Aspekte bei der Applikationserstellung von Bedeutung sind. Der eine Aspekt beinhaltet die Entwicklung von Technologiemodulen (z. B. Regelalgorithmen, Bewegungssteuerung usw.) als anspruchsvolle Entwicklungsarbeit. Zum anderen ist das Konfektionieren von Maschinen mit der Auswahl und der Parametrierung von Technologiemodulen, dem Verbinden der E/A, dem Verteilen auf Steuerungen und der Standard-Infrastruktur eher eine schematische Arbeit mit hohem Rationalisierungspotenzial.
Für beide Tätigkeiten wird nun eine entsprechende Produktlinie vorgestellt: die Codesys Professional Developer Edition für die Entwicklung von Technologiemodulen und der Codesys Application Composer zum Konfektionieren von Maschinen.

Entwicklung von Technologiemodulen
Die Idee hinter Professional Developer Edition ist es, bewährte Werkzeuge aus der IT-Welt für die Steuerungswelt zu adaptieren und in Codesys unmittelbar zu integrieren.
„Die Produktlinie Codesys Professional Developer Edition wendet sich an die zunehmende Menge der Applikationsentwickler, die aufgrund ihrer Ausbildung oder Erfahrung den Komfort von Entwicklungswerkzeugen für Hochsprachen kennen und schätzen“, berichtet Roland Wagner, Marketingleiter bei 3S-Smart Software Solutions. Derzeit enthält sie folgende Produkte: SVN-Integration, UML-Integration und statische Code-Analyse.
„SVN ist eine integrierte Anbindung an das Quellcode-Verwaltungssystem Apache Subversion“, setzt R. Wagner fort. „Ablage und Verwaltung von komplexen Codesys-Projekten erfolgen objektweise, so dass ein Multi-User-Betrieb auch in größeren Teams von Applikationsentwicklern möglich ist.“ Die wichtigsten Funktionen von Subversion stehen direkt im Programmiersystem zur Verfügung, die Anbindung ist nahtlos in den natürlichen Entwicklungsablauf integriert. „Der nächste logische Schritt nach der Einführung der objektorientierten Programmierung in Codesys und der IEC 61131-3 ist eine UML-Integration“, setzt der Marketingleiter fort. Das Klassendiagramm visualisiert die Abhängigkeiten von Funktionsblöcken, Methoden und Interfaces und erlaubt deren grafische Bearbeitung. Als eigenständige, neue Implementierungssprachen ermöglichen Zustands- und Aktivitätsdiagramm eine einfache Beschreibung von Zuständen und deren Übergängen bzw. komplexen Prozessen. „Beide UML-Sprachen können Kommunikationsmedium zwischen Technologen und Steuerungstechnikern sein, um die Strukturierung von Applikationen und deren Programmierung zu beschleunigen“, so R. Wagner.

Über eine statische Code-Analyse kann der Anwender mit mehr als 50 teils parametrierbaren Regeln den Quellcode seiner “IEC 61131-3”_http://www.iec-normen.de/210408/iec-61131-3-2003-01-ed-2-0-englisch.html Applikation prüfen lassen. Potenzielle Probleme im Code kann er somit noch vor Test oder Inbetriebnahme detektieren und beheben. „Ziel ist es, die Qualität des Codes zu erhöhen, die Inbetriebnahme zu beschleunigen und sporadische Fehler von vornherein zu vermeiden“, weiß R. Wagner. Weitere Tools im Rahmen der Professional Developer Edition sind laut Angaben des Unternehmnes in Vorbereitung.

Konfektionieren von Maschinen
„Der Codesys Application Composer erweitert das IEC-61131-3-Programmiersystem um eine komfortable Anwendungsebene: Komplette Applikationen der Automatisierungstechnik können aus vorgefertigten Bausteinen konfektioniert werden“, erläutert D. Hess. „Solche Bausteine implementieren Maschinen bzw. Anlagenteile, wie Pneumatikzylinder, Werkzeug-Wechsler oder Temperaturregler, sowie typische Software-Funktionen, wie Teileverwaltung, Benutzerverwaltung, Ablaufsteuerung oder Netzwerkmanagement.“ Alle Engineering-Aspekte des Programmiersystems sind in den Bausteinen enthalten: Programmcode, E/A-Zuordnung, Parametrierung und Visualisierung. „Der Anwender strukturiert seine Maschine auf Basis dieser Bausteine und verknüpft diese in speziellen Editoren“, setzt der Geschäftsführer fort. „Per Kommando erzeugen integrierte Generatoren daraus vollständige, gut strukturierte IEC-61131-3-Applikationen inklusive Visualisierung, die sofort übersetzt und auf die Steuerung geladen werden können.“ Dabei ist der generierte Quellcode einsehbar. Mit dem Application Composer wird die Applikationsentwicklung konsequent aufgeteilt in die System-Entwicklung der Module sowie deren Verwendung.

Damit soll sich das Tool für Anwendergruppen öffnen, die die Maschinen- oder Anlagenstruktur und deren Ablauf beherrschen, nicht jedoch die Programmierung. „Da die Module wiederkehrende Funktionseinheiten komplett abdecken, beschleunigt der Application Composer das Engineering von kundenspezifisch konfigurierbaren Serien-Maschinen und erhöht somit dessen Effizienz“, schließt D. Hess an. Er ist überzeugt: „Mit unseren neuen Produkten ermöglichen wir den vielen Codesys Anwendern einen Produktivitätssprung beim Engineering. Dabei bieten wir Werkzeuge sowohl für die Profis der Grundlagen-Softwareentwicklung als auch den Projektierern, die daraus Applikationen für bestellte Maschinen zusammenstellen.“

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Autor: Ronald Heinze