12.01.2012
Netzmanagementsystem steuert Nordamerikas größtes Stromnetz
Als Ergebnis eines Leitstellenentwicklungsprogramms des regionalen Übertragungsnetzbetreibers PJM Interconnection, Norristown, Pennsylvania, USA, ging Ende 2011 eines der weltweit modernsten Netzmanagementsysteme in Betrieb, um Nordamerikas größtes Stromübertragungsnetz zu steuern. Es basiert auf einer von Siemens Infrastructure & Cities und PJM entwickelten Shared-Architecture-Integrationsplattform, über die das Spectrum-Power-Energiemanagementsystem von Siemens ins Netzmanagement integriert wurde. Das System wird an zwei Standorten betrieben. Dabei sind die Leitstellen der beiden Standorte jeweils voll funktionsfähig und in der Lage, das Netz unabhängig oder gemeinsam als eine einzige virtuelle Leitstelle zu betreiben.
Das Leitstellenentwicklungsprogramm (Advanced Control Center program, AC2) von PJM erhöht durch die Implementierung zweier besetzter Hauptleitstellen die Zuverlässigkeit des Netzes und sorgt für eine nahezu unterbrechungsfreie Stromversorgung und Netzsteuerung, falls es zu Funktionsstörungen bei einem der beiden Netzleitstellen kommen sollte. „Diese Technik ist ein Durchbruch für die Netzbetreiber weltweit. Wir haben mit der Inbetriebnahme dieses Netzmanagementsystems bewiesen, dass innovative IT-Technologien an leistungsfähige und aufgabenkritische Umgebungen für intelligente Stromversorgungsnetze angepasst werden können“, sagte Jan Mrosik, CEO der Division Smart Grid im Siemens-Sektor Infrastructure & Cities.
„Schon zu Beginn des Systementwurfs strebte PJM das Ziel an, Sicherheitskontrollen, Skalierbarkeit und Flexibilität in einer neuen Generation von Leitsystemen zu integrieren, um die Zuverlässigkeit des Netzes zu erhöhen und Innovationen am Großhandelsstrommarkt zu fördern. So entstand die Idee einer neuen gemeinsamen Architekturplattform, durch die unsere Systeme problemlos mit dem Wachstum unserer Mitgliedsunternehmen mithalten und sich an neue Technologien anpassen können“, sagte Terry Boston, Vorsitzender und CEO von PJM Interconnection.
Shared Architecture für Smasrt Grid
Das Leitstellenentwicklungsprogramm von PJM basiert auf einer Shared-Architecture-Plattform. Shared Architecture ist eine standardisierte Integrationsplattform für technologisch verschiedene Applikationen wie Energiemanagement, Marktmanagement und Verteilnetzmanagement-Systeme. Die offene Architektur ermöglicht die Integration herkömmlicher Anwendungen in neue Smart-Grid-Anwendungen. Sie bietet darüber hinaus auch Flexibilität und Optionen für Versorgungsunternehmen, die mit den Anbietern älterer Netzleitstellenanwendungen nicht zu realisieren gewesen wären. Siemens und PJM streben Kooperationen mit anderen interessierten Branchenteilnehmern an, um moderne Smart-Grid-Integrationsplattformen weiter voranzubringen und zur Entwicklung von Integrationsstandards für Smart-Grid-Architekturen beizutragen.
Die Beteiligten Unternehmen
PJM Interconnection ist ein regionaler Übertragungsnetzbetreiber in den USA und zuständig für die Stromübertragung auf dem Energiehandelsmarkt in zahlreichen Bundesstaaten. Das unabhängige Unternehmen betreibt ein Energiehandelsgeschäft auf dem Elektrizitätsmarkt und betreibt ein Hochspannungsstromnetz für die Stromversorgung von über 58 Millionen Menschen. Es überwacht und koordiniert mehr als 1365 Generatoren, 97.900 Kilometer Hochspannungsleitungen und 6185 Umspannstationen.
Energieeffiziente und umweltgerechte Lösungen zum Aufbau intelligenter Stromversorgungsnetze (Smart Grids) sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 30 Mrd. € erzielte. Das macht Siemens zu einem der weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum fast 320 Mio. t Kohlendioxid (CO 2) eingespart, das ist so viel wie Berlin, Delhi, Hongkong, Istanbul, London, New York, Singapur und Tokio in Summe an CO 2 jährlich ausstoßen.










