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17.04.2012

VDE-Studie fordert Rettungsschirm für die Energiewende

Der Erfolg der Energiewende steht auf der Kippe. Die Volatilität des immer größeren Anteils am Energiemix an fluktuierenden erneuerbaren Energien muss dringend ausgeglichen werden. Strom speichern ist aber aufwendig und vergleichsweise teuer, sodass bis 2020 nicht genügend Speicherkapazitäten im deutschen Energiesystem ausgebaut werden können, warnt der VDE in seiner Studie Erneuerbare Energie braucht flexible Kraftwerke, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

Der VDE empfiehlt einen Sicherungsschirm mit flexiblen thermischen Kraftwerken zu spannen, der die Netzregelung übernimmt. Nur so könne eine dauerhaft stabile und sichere Stromversorgung während der Transformationsphase gewährleistet werden. Hierzu bedarf es geeigneter Regulierungs- und Geschäftsmodelle. Da sich aus technischen und wirtschaftlichen Gründen bis 2020 nicht genügend Speicherkapazitäten (Pumpspeicher, Batteriespeicher) im deutschen Energiesystem aufbauen lassen, haben die thermischen Kraftwerke die Aufgabe, wie im bisherigen System die Netzregelung zu übernehmen. Hierzu müssen sie häufiger und in kürzerer Zeit angefahren werden, schneller reagieren (höhere Leistungsgradienten fahren) und auch bei niedrigerer Mindestlast betrieben werden können, sprich sie müssen flexibler werden.

Die VDE-Experten kritisieren, dass im Energiekonzept der Bundesregierung die Bedeutung thermischer Kraftwerke stark unterschätzt wird. Im Gegensatz zu den subventionierten erneuerbaren Energien befinden sie sich im freien Elektrizitätsmarkt. Um ihre Wirtschaftlichkeit auch bei einem geringen Anteil an Volllaststunden und damit die notwendigen Kapazitäten zu sichern, müssen neue Marktmechanismen für den flexiblen Weiterbetrieb bestehender Anlagen und Investitionen in zusätzliche thermische Anlagen geschaffen werden. Hoher Handlungsbedarf besteht auch beim Netzausbau und bei Energiespeichern.

Energiewende als Risiko und Chance für Deutschland
Die Transformation der Elektrizitätswirtschaft stellt eine große Herausforderung mit nicht zu unterschätzenden Risiken für die Energieversorgung und die Volkswirtschaft dar. Zugleich bietet sie nach Ansicht des VDE eine einzigartige Chance für die deutsche Forschung und Industrie. Indem sie bei der „großen Transformation“ Neuland betritt, kann sie einen beachtlichen Wissens- und Wettbewerbsvorsprung erarbeiten, eine Pionierrolle im strategisch wichtigen Sektor Energietechnik übernehmen und die Erfolgsgeschichte der deutschen Technologie und Exportwirtschaft fortschreiben.

Die Studie „Erneuerbare Energie braucht flexible Kraftwerke“ wurde von Experten der Energietechnischen Gesellschaft im VDE verfasst und kann im Infocenter auf der Website des VDE für 250 € bestellt werden. Für VDE-Mitglieder ist sie kostenlos.