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ARC-Einschätzungen zu Rohwedder, Gildemeister, Mori Seiki

Der Vorstand der Rohwedder AG hat am 26. März 2010 beim Amtsgericht Konstanz den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen wurde hart von der Krise gebeutelt: 2008 erwirtschafteten noch 883 Mitarbeiter einen weltweiten Umsatz von 147,3 Mio. Euro; Ende letzten Jahres betrug die Zahl der Belegschaft nur noch 720, davon mehr als 420 in Deutschalnd. Der Umsatz in den ersten drei Quartalen 2009 war um 55 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. “Rohwedder hat sich auf drei Bereiche fokussiert: Automotive, Electronics und Consumer Goods Manufacturing”, sagt Florian Güldner von der ARC Advisory Group. “Aufgrund dieser Kombination hatte das Unternehmen mit zwei Märkten zu kämpfen, die hochkritisch und unstetig sind, und wenig stabile Einnahmequellen darstellen.”
Von dem Insolvenzverfahren nicht betroffen sind die beiden eigenständigen Tochtergesellschaften JOT Automation mit Hauptsitz in Finnland sowie die Rohwedder North America Inc. in Markham, Kanada. Der vorläufige Insolvenzverwalter der Rohwedder AG, Dr. Volker Grub von der Stuttgarter Anwaltskanzlei Grub Brugger teilte mit, dass das Unternehmen mit seinen Standorten in Bermatingen, Radolfzell, Lörrach und Bruchsal in vollem Umfang weitergeführt wird. Er ist zuversichtlich, für Rohwedder rasche Lösungen zu finden. Interessierte Investoren hätten bereits bei ihm angeklopft. Zügige Entscheidungen seien jedoch unverzichtbar, weil das Unternehmen im Investitionsgüterbereich tätig ist und die Phase der Unsicherheit so schnell wie möglich beendet werden muss.
“Als Analysten betrachten wir gern das Gesamtbild. Und in diesem Fall sehen wir, dass es eine Reihe Kollaborationen im Markt gibt, die alle darauf abzielen, den Umsatz zu steigern und den Konkurs abzuwenden”, so F. Güldner. Als aktuelle Beispiele nennt er Gildemeister und Mori Seiki, die ihre Aktivitäten in den USA gebündelt haben. “Vor allem japanische Maschinenbauer – Mori Seiki verkündete einen Umsatzrückgang von 68 % – suchen derzeit nach Möglichkeiten, ihr Geschäft ohne zusätzliche Investitionen auszuweiten. Das Schlagwort heißt: Kollaboration”, erklärt der ARC-Analyst. Diese Maßnahmen würden in der Regel nach dem Durchschreiten der Talsohle einer Krise und bei Einsetzen des Aufschwungs stattfinden. Demnach hofft er, dass die aktuellen Entwicklungen zumindest für den Rest der Industrie positiv gedeutet werden können.