A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum
ETZ Logo VDE Verlag Logo

28.01.2013

Neuheiten von ABB zur Hannover Messe

Jens Kunkel, Produktmarketing bei ABB Stotz-Kontakt, bei der Vorstellung der Sace Emax 2

Die Familie der neuen offenen Leistungsschalter

Dr. Sönke Kock, F&E-Programm-Manager Mechatronik bei ABB, stellte den Automation Builder vor

Auf einer Pressekonferenz stellten ABB-Experten kürzlich die Neuheiten vor, die ABB auf der Hannover Messe präsentieren wird. Dazu zählen der offene Niederspannungs-Leistungsschalter Sace Emax 2, ein hybrider Gleichstrom-Leistungsschalter sowie die Enginnering-Software Automation Builder. Außerdem wurden die Leitsysteme Freelance sowie System 800xA weiterentwickelt und es gibt jetzt Wirkungsgradkurven für Motor-Frequenzumrichter-Pakete.

Mehr Power Manager als Leistungsschalter
Die neuen Generation offener Niederspannungs-Leistungsschalter Sace Emax 2 enthält eine Lastmanagement-Funktion. Dieser nutzt einen patentierten Algorithmus um die durchschnittliche Leistungsaufnahme in einer bestimmten Zeitspanne zu ermitteln und steuert eine Lastliste, um die Energieverbrauchsvorgaben des Benutzers einzuhalten. Durch Vermeidung von Momentanwert-messungen und die mögliche Synchronisation mit Messgeräten des Energieversorgers entsteht ein effizientes System, in dem sich ohne zusätzliche Überwachungssysteme Stromkosten sparen lassen. Die Netzwerkanalyse-Funktion der Emax 2 kann die Qualität der Stromversorgung in Echtzeit und mit höchster Präzision nach den Normen DIN EN 50160 und IEC 6100-4-30 analysieren. Dadurch ist es möglich, die Ursachen steigender Energieverluste oder verkürzter Lebensdauer von Kabeln und Kondensatoren zu ermitteln, ohne teure externe Messgeräte installieren zu müssen. Mit dem Network Analyzer lassen sich Fehlfunktionen verhindern und die Effizienz und Lebensdauer von Anlagen steigern.
Die Schutzauslöser Ekip gibt es in den Varianten Dip, Touch und Hi-Touch. Mit Ihnen lassen sich Leistungsschalter und Schaltgerätefunktionen in einer einzelnen Schaltanlage überwachen. Sie erfordern keine Programmierung und stehen bereits für den einfachsten Auslöser von Emax 2 zur Verfügung. Somit bieten sie eine wirtschaftliche Möglichkeit für kleine Anlagen, die Überwachung zu verbessern, und für große Anlagen, die lokale Überwachung und Wartung zu vereinfachen. Das Synchrocheck-Modul Ekip überprüft die Synchronbedingung zum Parallelschalten zweier Leitungen, bevor ein Leistungsschalter geschlossen wird. Da Emax 2 dies in einem Modul anbietet, müssen keine unabhängigen Überwachungssysteme beschafft und installiert werden.

Gleichströme schnell trennen
Der hybride Gleichstrom-Leistungsschalter ist durch seine schnelle Mechanik und die verlustarme Leistungselektronik in der Lage den Stromfluss in weniger als 5 ms zu unterbrechen. Er ermöglicht erstmals die Unterbrechung von DC-Fehlerströmen ohne Abschaltung des Gesamtsystems. Der DC-Leistungsschalter besteht aus erprobten leistungselektronischen Betriebsmitteln und einem innovativen, ultra-schnellen Trennschalter. Deren Kombination gewährleistet einerseits eine schnelle Stromunterbrechung im Fehlerfall und andererseits minimale Durchleitungsverluste im Normalbetrieb. Darüber hinaus ist der DC-Leistungsschalter Grundlage für den Aufbau von Gleichstromnetzen mit mehreren Schutzzonen. Damit können im Fehlerfall die entsprechenden Bestandteile des Netzes abgeschaltet werden und die nicht-fehlerhaften Abschnitte weiter betrieben werden – genau wie im bereits bestehenden Drehstromnetz.

Ganzheitliche Engineering-Software
Automation Builder ist die neue integrierte Software Suite für Maschinenbauer und Systemintegratoren, die ihre Maschinen und Anlagen ganzheitlich und effizient automatisieren wollen. Damit sind verschiedene Steuerungsfamilien in einem Automatisierungsprojekt kombinierbar und von einer einzigen Software Suite aus konfigurier- und programmierbar. Das ganzheitliche Engineeringpaket enthält mit dem Control Builder Plus ein SPS-Programmier- und Konfigurationstool. Die Parametrierung und die Anwendungsprogrammierung von elektrischen Antrieben sind als integrierte Funktionen realisiert. Außerdem gehört das Offline-Roboterprogrammier- und -simulier-Tool Robotstudio zu der Software Suite. Dieses ermöglicht den Kunden eine einfache und schnelle Anbindung einer SPS an die Robotersteuerung.
Zusätzlich enthalten sind der Panel Builder für die Programmierung der Touchscreen-Panels und das Motion-Engineeringtool Mint Workbench. Die unterlagerte Automation-Builder-Plattform ermöglicht die gemeinsame Datenspeicherung und die Nutzung gemeinsamer Funktionalitäten durch die integrierten Softwarewerkzeuge.
Durch die Auswahl verschiedener Programmiersprachen steht die passende Sprache für die jeweilige Applikation zur Verfügung. Eine Projektdatei für alle Engineeringkomponenten gewährleistet, dass die Software stets auf dem aktuellen Stand ist und keine Versionskonflikte auftreten. Für die Kunden bringt die Durchgängigkeit des ABB Automation Builder signifikante Effizienzgewinne im Engineering sowie eine vereinfachte Verwaltung und Pflege des gesamten Automatisierungsprojekts. Das spart Zeit und erhöht durch konsistente Daten- und Softwareversionen die Softwarequalität.

Gregor Kilian, LBU Manager Control Technologies bei ABB, stellte die leittechnik-Neuheiten vor

Der neue Controller AC 900F für das leitsystem Freelance 2013

Mikko Lönnberg, bei ABB Drives verantwortlich für das internationale OEM-Geschäft, erläuterte die Vorteile der Wirkungsgradkurven

Die Wirkungsgradkurven ermöglichen eine genaue Effizienzberechnung des Antriebspakets

Erweiterte Leittechnik
In der neuen Version des Leitsystems Freelance wird die Version als Jahreszahl mit in den Namen eingehen. Im Mittelpunkt der Neuheiten von Freelance 2013 steht der leistungsfähige Controller AC 900F, der das verfügbare Hardware-Portfolio nach oben abrundet. Mit doppelter Geschwindigkeit und doppeltem Speichervolumen gegenüber dem aktuell stärksten Modell AC 800F sorgt er für ausreichende Leistungsreserven. Dabei ist er natürlich kompatibel und bietet die optionale Möglichkeit des Redundanzbetriebs. Der AC 900F hat vier Ethernet- und zwei serielle Schnittstellen. Zudem sind zwei Profibuslinien anschließbar, die jeweils eine optionale Linienredundanz umfassen. Bis zu zehn IO-Module können direkt an den Controller angeschlossen werden. Der Umfang der direkt anschließbaren Modultypen wurde um drei neue Varianten erweitert, darunter ein gemischtes analoges IO-Modul.
Ein im Bereich der Leitsysteme seltenes Feature ist die Möglichkeit, Programme oder Programmänderungen per SD-Karte in den Controller zu laden, ohne die Engineering-Umgebung nutzen zu müssen. Dieser Prozess wird von dem neuen großen Display unterstützt, das optional direkt auf den AC 900F aufgesteckt werden kann.
Die Engineering Tool Control Builder F erfährt eine umfassende Überarbeitung, die das Konfigurieren noch einfacher und effizienter macht. Die Variablen- und Taglisten lassen sich jetzt ähnlich wie in üblichen Tabellenkalkulationsprogrammen bedienen und ermöglichen einfaches Sortieren, Kopieren, Einfügen usw. Dabei lassen sich auch ganze Passagen in MS Excel exportieren und nach Bearbeiten wieder importieren. Der leistungsfähige Workflowmanager Batch bietet auch MES-Funktionalitäten.

Das leistungsfähige Leitsystem System 800xA kann mithilfe von Feature Packs Software online nachladen. Somit kann der Anwender die neuen Funktionalitäten nutzen, ohne die Anlage einer kompletten Software-Revision zu unterziehen. Damit wird das Software-Wartungsprogramm Sentinel noch interessanter, das diese Feature Packs bei planbaren Kosten zur Verfügung stellt. Mit dem jüngst freigegebenen Feature Pack 4 wird die Virtualisierung der Bedien-Clients ergänzt, es werden neue IO-Module mit halber Baubreite unterstützt und ein neuer Funktionsbaustein-Editor vorgestellt. Durch die Bereitstellung von Typicals für die Repräsentation der elektrischen Ausrüstung wird zudem die integrierte Bedienung von Energieautomation und Prozessautomation erleichtert.

Wirkungsgradkurven für die realistische Energieverbrauchsberechnung
In der Vergangenheit konnten die Anwender den Energieverbrauch drehzahlgeregelter Motoren nur grob abschätzen. Die geprüften Wirkungsgradkurven die ABB jetzt für seine Motor-Frequenzumrichter-Pakete mit Synchronreluktanzmotor anbietet, ermöglichen es die Amortisationszeiten realistisch zu berechnen. Sie decken den gesamten Drehzahlbereich ab und eignen sich besonders für Pumpen- und Lüfteranwendungen. Bei diesen Systemen wird die Motordrehzahl generell so eingestellt, dass die Prozessanforderungen optimal erfüllt werden. Da Pumpen und Lüfter quadratische Lasten darstellen, unterscheidet sich die Effizienz deutlich vom Betrieb bei Nennlast.