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25.06.2013

Virtuelle Kraftwerke einfach steuern

ABB und Telekom bieten in Deutschland eine sichere Cloud-Lösung für virtuelle Kraftwerke an.

Die Deutsche Telekom und Ventyx, ein Unternehmen der ABB-Gruppe, ermöglichen es Energieversorgern das sichere Steuern von virtuellen Kraftwerken aus der Cloud. Die Software wurde im T-City-Projekt in Friedrichshafen getestet und ist ab sofort in Deutschland erhältlich. Mit dem Zusammenschluss kleiner dezentraler Anlagen zu einem größeren virtuellen Kraftwerk reagieren Versorger flexibel und schnell auf Stromüberschüsse oder Engpässe und gleichen sie aus. So lässt sich etwa die stark schwankende Produktion von Wind- und Solarenergie kompensieren.

Das Komplettpaket aus der Cloud besteht aus der Energiemanagement-Software und der Steuerungszentrale. Auch das Auslesen und Übertragen der Daten ist Teil der Cloud-Lösung sowie das Herstellen einer sicheren IT- und Kommunikationsinfrastruktur zu Erzeugern wie Blockheizkraftwerken oder Wärmepumpen und Verbrauchern wie Kühlhäuser oder Gebäuden. Abgerechnet wird per Anlagen-Standort und MW pro Monat. Während Ventyx die Software zum Steuern der Kraftwerke stellt, übernimmt die Telekom die IT-Infrastruktur sowie die Datenkommunikation und vertreibt außerdem die Lösung.

Nutzen nach Leistung, zahlen nach Verbrauch
„Durch den Cloud-Service zahlen Kunden lediglich die Leistung, die sie auch in Anspruch nehmen. Sie sparen sich damit den Aufbau einer eigenen IT-Infrastruktur sowie einer Software. Teure Kapital-Investitionen lassen sich so in flexible operative Kosten umwandeln“, erklärt Andreas Knobloch, verantwortlich für Strategie und Kommunikation im Konzerngeschäftsfeld Energie der Deutschen Telekom.
„Mit virtuellen Kraftwerken ermöglichen wir Energieversorgern neue Geschäftsmodelle, indem sie nun auch kleinere Erzeugungseinheiten und schaltbare Lasten flexibel im Energiemarkt bewirtschaften können“, sagt Dr. Martin Schumacher, Vorstand Energietechnik der ABB AG.

Sichere Kommunikationsinfrastruktur
Die Kommunikation zwischen zentraler Leitwarte und dezentralen Anlagen erfolgt über DSL-Leitungen oder Mobilfunk. Die IT-Infrastruktur ist dabei so aufgebaut und gesichert, dass Angreifer von außen nicht auf die Anlagen oder die Lösung zugreifen können. Die Telekom betreibt die Software in einem hochsicheren Rechenzentrum in Deutschland. Die Anlagen vor Ort werden mit einem speziell entwickelten Service Gateway ausgestattet, der über 15 verschiedene Geräteprotokolle wie Interbus, CAN oder ABB SV beherrscht und via Internet Protokoll überträgt
Telekom und ABB entwickeln seit 2010 gemeinsam Lösungen für den Umbau des Energiesystems. Ein Ergebnis der Partnerschaft ist unter anderem die intelligente Ortsnetzstation. Damit können Netzbetreiber ihre Netzinfrastruktur effizient betreiben, da diese mehr erneuerbare Energien aufnehmen kann.