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24.04.2015

Umsatzsteigerung und Produktneuheiten von Igus

Frank Blase, geschäftsführender Gesellschafter bei Igus

Frank Blase, geschäftsführender Gesellschafter bei Igus

Durch kontinuierliche Investitionen in die Produktentwicklung sowie die Erweiterung des weltweiten Vertriebsnetzes und den Ausbau von Produktion und Logistik hat Igus auch 2014 zahlreiche neue Kunden gewinnen können. Der Umsatz des führenden Hersteller von Energiekettensystemen und Polymer-Gleitlagern stieg um 10 % auf 469 Mio. €, das gab der geschäftsführende Gesellschafter Frank Blase auf einer Pressekonferenz auf der Hannover Messe bekannt.

Vom Gesamtumsatz wurden 56 % in Europa, 26 % in Asien sowie 18 % in Amerika und Afrika erwirtschaftet. Die Mitarbeiterzahl wuchs weltweit um 12 % auf 2.700 – überdurchschnittlich in den Bereichen Vertrieb und Logistik. So wurden laut F. Blase weltweit alleine 250 Außendienstler eingestellt. Neben den Investitionen in die Produktentwicklung hat Igus auch im letzten Jahr das Vertriebsnetz und den weltweiten Lagerbestand deutlich ausgebaut. So wurden beispielweise die Lagerkapazitäten in China auf nun 10.300 m² erweitert und die Gründung einer neuen Landesgesellschaft in der Türkei begonnen.
„Wir spüren, dass unsere Innovationen der letzten Jahre – beispielsweise haben wir im vergangenen Jahr im Bereich der Kunststoffe für Bewegung, den „motion plastics“, über 150 Produktneuheiten präsentiert – nachgefragt werden“, so F. Blase. Ein Beispiel für die Innovationskraft des Kölner Unternehmens ist der Roboterarm Robolink D. Damit können Roboterhersteller, Maschinen- und Vorrichtungsbauer einen 4-Achsroboter mit einer Genauigkeit von +-1 mm und einer Traglast von 4 kg für nur 1.500 € bauen. Den direkt angetriebenen Gelenkarm aus Kunststoff und Aluminium verkauft Igus ohne Steuerung. „Wenn der Kundendruck zu groß wird, kann es aber sein, dass wir ihn mit Steuerung anbieten werden. Aktuell geplant ist das allerdings nicht“ antwortete F. Blase auf Nachfrage.

Rainer Rössel, Leiter Geschäftsbereich Chainflex Leitungen bei Igus

Rainer Rössel, Leiter Geschäftsbereich Chainflex Leitungen bei Igus

Linearführung leicht gemacht
Auf der Hannover Messe stellte Igus noch einige innovatie Produkte vor. Beispielsweise erfüllt das Unternehmen mit der besonders leichten Linearführung komplett aus Kunststoff, Ansprüche an Gewichtseinsparung, Geräuschminderung und zusätzliche Stabilität. Da bei dem Drylin W-Profil nicht nur das Trägermaterial, sondern die komplette Schiene aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK) besteht, ist das System aus Schiene und Schlitten um bis zu 40 % leichter als eines mit Aluminiumschiene und sogar bis zu 60 % leichter als eines mit einer Stahlschiene. Die hohe Profilgeometrie der Carbonschiene ermöglicht eine Befestigung mittels Spannpratzen, die eine komplizierte mechanische Nachbearbeitung überflüssig macht. Außerdem ist die Schiene mit hohem Profil die Basis für eine komplett metallfreie Zahnriemenachse, die in Längen bis zu 1000 mm erhältlich ist. Hier kommen eine Umlenkung aus einer Carbonachse, ein Kunststoffzahnrad sowie Xiros Kunststoff-Kugellager aus dem Igus-Sortiment zum Einsatz.

Leitungen für morgen
In der Fabrik von morgen kommunizieren hochdynamische Maschinen permanent in Echtzeit miteinander. Gerade hier ist eine schnelle und sichere Energie- und Datenübertragung entscheidend. Hierfür bietet Igus im Bereich der kupferbasierten Ethernetleitungen 23 verschiedene Typen, die alle ausschließlich für den industriellen dauerbewegten Bereich, aber mechanisch für die unterschiedlichsten Anforderungen konstruiert sind.
Beispielsweise hat die neue CAT7-Leitung CFBUS.052 zur Erhöhung der Datensicherheit Geflecht-, Paarschirme und einen Geflechtgesamtschirm mit 90 % optischer Bedeckung. Dies sichert zudem die Funktionsfähigkeit der Leitung auch nach Millionen von Biegezyklen in der Energiekette. Der spezielle Leiter-/Verseilaufbau macht diese CFBUS-Leitung dauerbiegefest. „Ein mit optimiertem Flechtwinkel gefertigtes Schirmgeflecht schützt sowohl den Gesamtschirm vor mechanischen Brüchen, als auch die elektromagnetische Verträglichkeit der Leitung“, erklärte Rainer Rössel, Leiter Geschäftsbereich Chainflex Leitungen bei Igus.
Das Programm der LWL-Leitungen, die ebenfalls speziell für den dauerbewegten Bereich entwickelt wurden, umfasst alle Bereiche der mechanischen Anforderungen. So bietet Igus mit der Serie CFLG.2EC eine kostengünstige LWL-Leitung an, speziell für den Indoorbereich in Handling- oder Holzbearbeitungsmaschinen. Die „CFROBOT5“ ermöglicht am Roboter ausfallsichere Kommunikation im dreidimensionalen Raum. Mit dem Chainflex Lichtwellenleiter CFLG.LB.PUR präsentierte Igus zudem in Hannover eine spezielle LWL-Leitungsserie für den dauerbewegten Einsatz im Offshore- und Schiffsbereich.

Neue Idee der Energieführung
Im Maschinen- und Anlagenbau, aber auch in der Medizintechnik oder Automobilindustrie sind Wellschläuche ein fester Bestandteil der Energieführung. Mit E-Skin geht Igus auch hier einen Schritt weiter. Dieser leicht zu öffnende Schlauch besitzt im Gegensatz zu vergleichbaren Produkten eine selbsttragende Funktion, sodass er sich selbst stützt und für kurze freitragende Längen sogar im Reinraum genutzt werden kann. Vorhandene Wellschlauchsysteme bekommen mit der aufsteckbaren E-Shell eine definierte Bewegung.
Der aus Ober- und Unterschale bestehende Schlauch E-Skin ist zusammengesteckt vollständig geschlossen. Der einfache und wiederverschließbare Öffnungsmechanismus ermöglicht eine unkomplizierte Wartung und Inspektion der eingesetzten Leitungen. Der sich selbst stützende Wellschlauch kann auch für kurze freitragende Längen als horizontale Energieführung genutzt werden. Das modular erweiterbare Rohr bietet durch seine ovale Konstruktion darüber hinaus mehr Platz als runde Wellschläuche. Leitungen können durch Innenaufteilungsmodule besonders schonend geführt werden.
Zusätzlich Igus mit E-Shell eine Verstärkung für vorhandene Wellrohrsysteme an. Der Clip wird einfach auf dem normalen Wellschlauch angebracht, sodass auf der Oberseite die Fugen des Wellschlauchs gefüllt werden. Damit wird dieser stabilisiert und kann sich nur in eine Richtung bewegen. Durch die Führungselemente an beiden Seiten besitzt der Wellschlauch eine freitragende Länge. Dank des definierten minimalen Biegeradius schützt E-Shell die Leitungen im Wellschlauch sicher und zuverlässig.