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Thierry Bieber, Business Development Manager von Molex: „Mit unserem umfangreichen Produktportfolio, unserem Know-how sowie der globalen Aufstellung haben wir alles, was einen Lösungsanbieter ausmacht.“

Verbindungslösungen vom Schaltschrank bis zum Feldgerät

Die 30 mm schmalen, digitalen Harsh-IO-Module ermöglichen Ethernet- Verbindungen zwischen IO und Steuerungen über Profinet in Schutzart IP67 direkt auf der Maschine

Durch den Kauf von FCT, Flamar und der Produktserie „GWconnect“ hat Molex sein Produktportfolio signifikant erweitert. Es reicht inzwischen von Leitungen und Steckverbindern über IO-Module und Verteilerboxen bis zu Motion- und Safetyfunktionen. Was die nächsten Schritte von Molex auf dem Weg zum Lösungsanbieter für kundenspezifische Installationskonzepte sind, erzählte Thierry Bieber, Business Development Manager des Unternehmens, der etz-Redaktion.

Wie ist Molex aktuell ausgerichtet?
T. Bieber: Durch die Zukäufe in den letzten beiden Jahren haben wir unsere Angebotspalette stark erweitert und sind jetzt in der Lage komplette Verbindungslösungen anzubieten – vom Schaltschrank bis zum Gerät im Feld. Im Gegensatz zu einigen unserer Mitbewerber sind wir auch Experte in der Netzwerktechnologie. Schließlich bieten wir komplette Master- und Slave-Lösungen inklusive Software an und liefern Kommunikationsschnittstellen für verschiedenste Systeme. Wir haben somit jetzt die Produkte, das Know-how sowie eine weltweite Organisation – neben zahlreichen Vertriebsniederlassungen ermöglichen unsere Werke in Mexiko, Polen und Asien eine globale Marktabdeckung – also alles, was einen echten Lösungsanbieter kennzeichnet.

Was sind Ihre nächsten Schritte?
T. Bieber: Entwickler kennen uns eher als Hersteller klassischer Steckverbinder. Wie umfassend unser Produktportfolio inzwischen ist, ist bisher wenig bekannt. Wir sind dabei, das zu ändern. Zudem sind wir natürlich bestrebt neue Themen, wie Ethernet, I/O-Link, Motion und Safety aufzugreifen und in unsere Produkte zu integrieren. Eine wichtige Rolle spielen dabei unsere Softwareentwicklungszentren in Frankreich und Kanada. Damit bleiben wir beim Thema Verbindungstechnik immer up-to-date und können mit unseren effizienten, kundenspezifischen Lösungen für die Infrastruktur einer Maschine die Kosten im Maschinenbau senken.

Wie hat man sich das vorzustellen?
T. Bieber: Maschinen werden immer komplexer und schneller. Es werden immer mehr Informationen benötigt, was zu immer mehr Sensoren im Feld führt, was wiederum den Verdrahtungsaufwand bei der Einzelverdrahtung erhöht. So steigen der Aufwand und die Kosten für die Installation. Der Verdrahtungsaufwand lässt sich durch den Einsatz von Feldbustechnologien und eine durchdachte Planung verringern. Die Senkung der Installationskosten durch den vermehrten Einsatz von dezentralen IO-Modulen liegt auf der Hand. Trotzdem liegt der Anteil von direkt im Feld verbundenen Ein- und Ausgängen nur bei etwa 30 %, circa 70 % aller Geräte und Sensoren werden immer noch im Schaltschrank mit IP20-IO-Modulen angeschlossen. Wir sorgen mit unseren Lösungen also dafür, dass die Verdrahtung effizienter wird. Dabei achten wir genau auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kunden und schlagen ihm verschiedene Möglichkeiten vor. Unsere Spezialisten reagieren dabei flexibel auf die Kundenanforderungen. Auf Wunsch integrieren wir auch Komponenten unterschiedlicher Hersteller in unsere Lösungsansätze.

Lohnt es sich denn, generell eine dezentrale Installation zu verwenden?
T. Bieber: Das hängt von der Größe der Maschine ab. Bei kleinen Maschinen ist der Kostenvorteil eher gering. Für große Maschinen mit einer entsprechend höheren Anzahl von Sensoren bietet die Bustechnologie viele Vorteile. Bei hoher Variantenanzahl von Signalen, die übertragen werden müssen, steigt die Anzahl der Sensoren. Dann ist eine Einzelverdrahtung nicht mehr wirtschaftlich. Allerdings hat sich gezeigt, dass der Maschinenbauer eher konservativ ist. Daher hat sich ein schrittweises Vorgehen bei der Umstellung von Einzelverdrahtung auf modulare Technik als sinnvoll erwiesen. Zum einen lässt sich so auch ein Retrofit von Maschinen und Anlagen ohne großen Aufwand realisieren, zum anderen kann man Funktionalitäten auch nach und nach in ein Modul integrieren, sodass am Ende die gesamte Infrastruktur als optimierte Plug-and-play-Lösung umgestaltet werden kann.

Was sind denn die Besonderheiten ihres Produktportfolios?“
T. Bieber: Neben den bekannten Steckverbindern, IO- Modulen sowie Hard- und Software für die Netzwerktechnik, gehören seit dem Kauf von Flamar auch Hybrid-, Netzwerk-, Sensor- und Leistungskabel zum Portfolio. Zudem ist unser Steckverbinderportfolio durch die Produkte von FCT Electronics und „GWconnect“ wirklich einzigartig, was Produkte für den Robotik- und Motionbereich sowie die Energie- und Datenübertragung anbelangt.

Können Sie das spezifizieren?
T. Bieber: Unser Standardprogramm für die Industrie umfasst M8-, M12- und M16- Steckverbinder. Eine M23- Lösung sowie Rechteck-Steckverbinder sind in Vorbereitung. Verschiedenste Varianten hinsichtlich Anschlusstechnik und Gehäuseform runden das Programm ab. Sowohl im Antriebsbereich als auch bei der Energieübertragung sind die Anforderungen so vielfältig, dass Anwendern mit Standardprodukten oft nicht geholfen ist. Dafür bieten wir unsere modularen Steckverbinder an. Sie lassen sich individuell zusammensetzen und können Energie ein- und dreiphasig sowie Daten und DC 24 V übertragen.

Wie sieht es bei der Netzwerktechnik aus?
T. Bieber: Mit unseren selbst entwickelten Profinet- und Ethernet-IP-Stacks bieten wir Feldbuskompetenz auf der Master- und der Slaveseite. Die Master- sowie Slave-Baugruppen fertigen wir übrigens auch für andere Anbieter. Wir erwarten, dass Ethernet-basierte Lösungen die bisher gängigen Feldbuslösungen, wie Devicenet oder Profibus, ablösen werden. Deswegen legen wir unser Hauptaugenmerk bei unseren Produkten mehr auf Ethernet-IP, Profinet und CC- Link.

Welche Entwicklungen sind von Ihnen zu erwarten?
T. Bieber: Diese betreffen unter anderem das Thema Safety, dass wir schon seit einigen Jahren auf dem Schirm haben. So waren wir einer der ersten Anbieter mit einem kompletten CIP-Safety-Portfolio für die Robotik. Auf der SPS IPC Drives haben wir das erste CIP-Safety-IO-Modul in IP67-Bauform vorgestellt. Ende diesen Jahres werden wir auch Profisafe-Technologie anbieten, sowohl auf der Steuerungs- als auch auf der IO-Seite. Mitte des Jahres können wir neben Standard- und sicheren IO-Modulen auch IO-Link-Varianten anbieten. Mit diesen drei Varianten kann dann die gesamte Bandbreite von Sensoren im Feld mit Ethernet-IP vernetzt werden. Ein anderes Trendthema ist das Energiemanagement. Vor dem Hintergrund von Industrie 4.0 und IO-Link ist zu erwarten, dass wir in Zukunft eine Hauptenergiestruktur mit intelligenten Energieknoten haben. Auch hierfür bieten wir entsprechende Lösungen und Applikationen und werden diese weiter ausbauen. (no)

Autor: Frank Nolte

Produktneuheiten zur Hannover Messe
Auf der Hannover Messe stellt Molex einige Produktneuheiten aus dem Bereich der Anschlusstechnik vor. Dazu gehören die für statische Anschlüsse an Sensoren und dynamische Anwendungen konzipierten Flamar-Flex-Kabel (Bild). Sie bestechen durch ihren kleinen zulässigen Biegeradius – das fünffache des Außendurchmessers – und die niedrige Kabelkapazität (pF). Die abrieb-, reißfesten und UV-beständigen Kabel sind nach UL/CSA für einen Temperaturbereich von –50 °C bis 90 °C (statisch), –40 °C bis 80 °C (dynamisch) und –30 °C bis 60 °C (Schleppketten) zugelassen. Die neuen MX-PTL-Kabelsätze können dank der Push-to- Lock-Verriegelung in Verbindung mit standardmäßigen M12- Buchsen eingesetzt werden, müssen aber wesentlich weniger gedreht werden als traditionelle Steckverbinder. Durch Eindrücken des Steckverbinders in eine M12-Buchse wird bereits ein Anschluss in Schutzart IP65 gewährleistet. Durch Drehen der Kupplungsmutter des MX-PTL-M12-Systems um eine oder zwei Umdrehungen erreicht man einen Anschluss in Schutzart IP67. Der Steckverbinder ist mit beliebigen, derzeit auf dem Markt erhältlichen M12-IOModulen einsetzbar. Die Heavy-Duty-Steckverbinder der „GWconnect“- Produktserie (Bild) sind in den Schutzarten IP66, IP67 sowie IP69K verfügbar. Die wesentlichen Teile werden aus Druckguss-Aluminiumlegierung mit Polyester- Pulverbeschichtung oder selbstlöschendem Thermoplast hergestellt. Eine Flanschdichtung schützt die Einsätze im Inneren gegen Staub, Wasser und andere aggressive Mittel. Eine große Auswahl an Gehäusen mit unterschiedlichen Materialkombinationen ist ebenfalls erhältlich. Dank mehrerer Verriegelungshebel, die einen sicheren Sitz gewährleisten und ein versehentliches Lösen der Verbindung vermeiden, widerstehen die Heavy-Duty-Steckverbinder Stößen und hohen mechanische Beanspruchungen.

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