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Baugruppenservice überzeugt Hersteller von 3D-Druckern

01  Der Pflitsch-Industriekanal in einer Concept-Laser-Anlage vom Typ M2 Cusing Multilaser: Die Baugruppe kommt einbaufertig konfektioniert mit allen Formteilen, Ausbrüchen und Kantenschutz beim Kunden an (Quelle: Concept Laser)

01  Der Pflitsch-Industriekanal in einer Concept-Laser-Anlage vom Typ M2 Cusing Multilaser: Die Baugruppe kommt einbaufertig konfektioniert mit allen Formteilen, Ausbrüchen und Kantenschutz beim Kunden an (Quelle: Concept Laser)

02  Mit dem patentierten Lasercusing-Verfahren werden unter Verwendung von 3D-CAD-Daten komplexe Bauteilgeometrien Schicht für Schicht im µm-Bereich per Laser werkzeuglos aufgeschmolzen (Quelle: Concept Laser)

02  Mit dem patentierten Lasercusing-Verfahren werden unter Verwendung von 3D-CAD-Daten komplexe Bauteilgeometrien Schicht für Schicht im µm-Bereich per Laser werkzeuglos aufgeschmolzen (Quelle: Concept Laser)

03  Aus einer Skizze des Kunden oder Fachberaters erstellen die Pflitsch-Experten mit dem CAD-Tool „easyRoute 4.0“ den kundenspezifischen Kanalverlauf am Bildschirm. Die Daten sind die Basis für spätere Stück- und Bestelllisten (Quelle: Pflitsch)

03  Aus einer Skizze des Kunden oder Fachberaters erstellen die Pflitsch-Experten mit dem CAD-Tool „easyRoute 4.0“ den kundenspezifischen Kanalverlauf am Bildschirm. Die Daten sind die Basis für spätere Stück- und Bestelllisten (Quelle: Pflitsch)

04  Nach Fertigung und Konfektionierung erfolgt bei Pflitsch die Endkontrolle der ­Kanalkomponenten, bevor die Baugruppen an Concept Laser versandt werden (Quelle: Pflitsch)

04  Nach Fertigung und Konfektionierung erfolgt bei Pflitsch die Endkontrolle der ­Kanalkomponenten, bevor die Baugruppen an Concept Laser versandt werden (Quelle: Pflitsch)

Concept Laser ist Anbieter von Maschinen- und Anlagentechnik für den 3D-Druck von Metallbauteilen. Mit einem patentierten Verfahren zum pulverbettbasierten Laserschmelzen von Metallen erschließt das Unternehmen neue Freiheiten bei der Formgebung von Komponenten und ermöglicht es, komplexe Bauteile werkzeuglos zu fertigen. Als es darum ging, die Kabelführung in den Blechkanälen seiner Maschinen zu optimieren, fiel die Wahl auf Produkte und Services von Pflitsch.

Mit dem Lasercusing-Schmelzverfahren (Bild 2) werden unter Verwendung von 3D-CAD-Daten komplexe Bauteilgeometrien Schicht für Schicht im µ-Bereich per ­Laser werkzeuglos aufgeschmolzen. Damit eignet sich das Verfahren gut für den Prototypenbau, Nullserien und Einzelstücke. Außerdem ist es prädestiniert für Geometrien, die mit konventionellen Fertigungsmethoden, wie Stanzen, Biegen oder Fräsen, schwierig oder überhaupt nicht herstellbar sind.
Ein weiterer Vorteil ist die Materialeinsparung, wodurch die entstehenden Bauteile leichter sind – ein wichtiger ­Aspekt zum Beispiel im Flugzeugbau oder der Medizintechnik. Außerdem lassen sich Funktionen einfach integrieren, unter anderem Kühlkanäle oder Befestigungspunkte. Bei dem umweltfreundlichen Verfahren handelt es sich um eine nahezu abfallfreie Produktion: Metallpulver, das nicht verschmolzen wurde, kann fast komplett und ohne Materialverlust für weitere Prozesse weiterverwendet werden. Darüber hinaus geht der Laserprozess nahezu emissionsfrei vonstatten. Durch den hohen Wirkungsgrad der bei Concept Laser verwendeten Lasersysteme wird die eingebrachte Energie effizient in Arbeitsleistung umgewandelt.

Von Automotive bis Schmuck
„Unsere Kunden finden sich in anspruchsvollen Branchen, wie Schmuck, Medizin, Dental, Automotive, Luft- und Raumfahrt sowie dem Werkzeugbau“, sagt Marketingleiter Daniel Hund und geht ins Detail: „Unsere 3D-Metalldrucker verarbeiten verschiedene Pulverwerkstoffe, wie Edelstahl, Warmarbeitsstähle, Kobalt-Chrom-Legierungen, Nickel-Basislegierungen, reaktive Pulverwerkstoffe, wie Aluminium- und Titanlegierungen, sowie Edelmetalle, wie Gold- oder Silberlegierungen für die Schmuckherstellung. Die Anlagen verkürzen die Entwicklungszeiten und reduzieren die Entwicklungskosten bei einer deutlich höheren Flexibilität in der Produktentwicklung.“
Gegründet wurde Concept Laser im Jahr 2000. Heute arbeiten 170 Mitarbeiter – 50 davon in der Entwicklung – bei dem expandierenden Technologieunternehmen. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten sie einen Umsatz von rund 67 Mio. €. Fünfzig erteilte und hundert laufende Patentanmeldungen unterstreichen die Innovationskraft. 2015 lieferten die Oberfranken ca. 160 Maschinen in unterschiedlichen Größen bis 800 mm × 400 mm × 500 mm Fertigungsraum aus. Diese werden alle am Standort Lichtenfels gefertigt.

Zeit und Kosten sparen
Als es um die Entscheidung ging, die Kabelführung in Blechkanälen zu optimieren, wurde Concept Laser bei Pflitsch fündig: Mit seinem „easyRoute 4.0“-Baugruppenservice bietet das Unternehmen eine spezielle Dienstleistung. „Noch immer planen und konfektionieren viele Maschinenbauer die Installa­tionskanäle aufwendig per Hand“, weiß Siegmund Kindsvater von der betreuenden Pflitsch-Vertretung Kilian & Gans. „Das kosten Zeit, Geld, Lagerkapazitäten und bindet Elektriker wie Schlosser mit Standardarbeiten. Außerdem lässt sich die Kanalkonfektion von Hand kaum sicher kalkulieren.“
Der Kabelspezialist bietet seinen Kunden ein „4.0-Vernetzungskonzept“, mit dem von der CAD-Planung bis zur Installa­tion des kundenspezifischen Kanalsystems alles transparent, ressourcenschonend und kostengünstiger abläuft. Das Konzept beinhaltet Angebot, Bestell- und Stücklisten, die individuelle Fertigung und Konfektionierung sowie die Vormontage zu einbaufertigen Baugruppen beim Hersteller und die termingerechte Lieferung an den Montageort weltweit. Eine umfassende Dokumentation ist ebenfalls enthalten. „Projekterfahrungen belegen, dass sich beim Kunden die Durchlaufzeiten um mehr als die Hälfte verkürzen. Die Kosten werden um bis zu 20 % reduziert. Außerdem spart sich der Kunde durch die Just-in-time-Lieferung den Aufwand für die Lagerung der Kanalteile“, sagt S. Kindsvater.

Mit den Kunden eng vernetzt
Am Anfang eines Projekts steht für Pflitsch immer noch die Beratung des Kunden, der eine optimale sowie preiswerte Kanalführung erwartet. Dabei werden Kabelvolumen ebenso berücksichtigt wie die getrennte Führung von Daten-, Steuer- und Energiekabeln oder Leitungen für Druckluft. Die Ausstattung des Kanals fließen ebenso in die Vorplanung ein wie Herstellung oder Zukauf von Bauteilen, die für die Vervollständigung der Baugruppe benötigt werden.
Über das kostenlose Tool „easyRoute 4.0“ (Bild 3) erfolgt auf Kundenseite – bei Bedarf unterstützt durch das Produktmanagement – die Planung des kundenspezifischen Kanals. Dazu hat das Unternehmen alle Systemkomponenten seiner Industrie-, PIK- und Gitter-Kanäle in einer intelligenten Datenbank hinterlegt, die nach den Planungsvorgaben am Bildschirm dreidimensional zu dem gewünschten Streckenverlauf in der Kundenanlage zusammengesetzt werden.
Aus den gewonnenen „easyRoute“-Daten wird eine ­Systemdatei exportiert, die sich beim Kunden in gängige CAD-Systeme importieren lässt. So vernetzt kann der ­Konstrukteur den Kanalverlauf in 2D oder 3D in die ­Maschinenumgebung einbetten und beispielsweise eine ­Kollisionsprüfung durchführen oder weitere Optimierungen vornehmen. Gleichzeitig wird beim Kunden die Anlagen­dokumentation komplettiert. Der digitale Datensatz ist dann die Basis für das Pflitsch-Angebot, die Freigabe durch den Kunden, die Stück- und Bestelllisten sowie eine opti­male Fertigung des Kundenkanals beim Hersteller.

Vorteile durch vorgefertigte Kanalbaugruppen
Im Werk in Hückeswagen werden die benötigten Kanal­komponenten auf einem flexiblen Maschinenpark passgenau in der richtigen Länge und Dimension produziert, ­inklusive aller Ausbrüche, Oberflächenbeschichtungen und Befestigungspunkte. Auch Sonderwünsche, wie ein Verbindungsstück zwischen Kanal und Schaltschrank, wird aus den Daten gefertigt. Ein erfahrenes Team konfektioniert dann in gleichbleibend hoher Qualität die Einzelteile zu einbaufertigen Kanalbaugruppen (Bild 4). Kantenschutz, Trennstege und andere Ausstattungsdetails, wie Kabelverschraubungen und elektrische Bauteile, werden hier auf Kundenwunsch vormontiert. Aufgrund der vernetzten Arbeitsweise konnte Pflitsch die Realisierung eines Kundenkanals auf wenige ­Tage reduzieren. „Unsere Kunden bekommen damit eine optimierte Fertigungsplanung zu exakt kalkulierbaren Kosten“, sagt S. Kindsvater.
Indem die geprüften Kanalkomponenten zu handlichen Baugruppen vormontiert (Bild 1) und direkt ans Montageband des Concept-Laser-Fertigers geliefert werden, vereinfachen sich zudem die Logistik zum Kunden sowie die Lagerung und Disposition beim Kunden. Die Kanalbaugruppen werden sicher verpackt und termingerecht angeliefert – inklusive der Dokumentation, bestehend aus Stückliste, technischer Zeichnung und Montageanleitung. So kann Concept Laser die eigenen Abläufe terminiert planen und seine Mitarbeiter optimal einsetzen. Dadurch ergibt sich eine hohe Projekttransparenz.
„Jede unserer Kanalbaugruppe bleibt per Knopfdruck reproduzierbar und lässt sich jederzeit bei Änderungen einfach modifizieren – ganz gleich, ob es um ein kurzes Gitter-Kanalstück oder eine komplexe Industriekanalinstallation geht“, resümiert D. Hund. (ih)

Dipl.-Ing. Walter Lutz arbeitet als freier ­Fachjournalist in Haiger. w.lutz@prservice-lutz.de

Dipl.-Ing. Walter Lutz arbeitet als freier ­Fachjournalist in Haiger. w.lutz@prservice-lutz.de