Umsatz von Turck fast wieder auf Vorkrisenniveau

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Christian Wolf, Geschäftsführer der Hans Turck GmbH & Co. KG: „Preiskämpfe sind häufig ein Resultat von mangelnder Innovationskompetenz.“
Christian Wolf, Geschäftsführer der Hans Turck GmbH & Co. KG, teilte anlässlich einer Pressekonferenz mit, dass der konsolidierte Umsatz der Firmen-Gruppe am Jahresende um mehr als 30% auf über 350 Mio. € gestiegen sein wird. Damit liegt der Umsatz nahezu wieder auf dem Niveau von 2008 (370 Mio. €). Alleine in Deutschland steigt der Umsatz in 2010 um 25 % auf 80 Mio. €. In den USA setzt Turck mit 168 Mio. $ sogar gut 10 Mio $ mehr um als 2008.
„Dass unsere Restrukturierungsmaßnahmen erfolgreich waren, zeigt sich auch daran, dass der Gewinn der Gruppe in diesem Jahr größer sein wird als in 2008“, so C. Wolf (Bild 1). „Nach einem furiosen Jahr 2010 werden wir das Unternehmen nun nachhaltig für eine erfolgreiche Zukunft positionieren. Deshalb haben wir uns bereits für 2011 die Umsatzmarke von 400 Mio. € als ambitioniertes Ziel gesetzt.“
Pläne für 2011
Um die Ziele zu erreichen, werde man nach Aussagen des Turck-Geschäftsführers an vielen Stellschrauben drehen. Dazu zählten unter anderem die Definition regional-, branchen- und applikationsspezifischer Lösungsportfolios mit einem entsprechend aufgestellten Vertrieb, die Komplexitätsreduktion mittels Modularisierung und Plattformentwicklungen sowie die Definition adäquater Preissysteme für Systemlösungen und Serviceleistungen. Vor allem die Serviceleistungen sollen für den Automatisierungsspezialisten immer wichtiger werden. Sie machen bisher 1 % des Umsatzes aus. Dieser Anteil soll in den nächsten zehn Jahren auf rund 10 % steigen.
Auch die Internationalisierungsstrategie will Turck weiter forcieren. So wurde 2010 die bisherige Vertretung, die Intermadox GmbH mit Sitz in Wien, übernommen und in Turck GmbH umbenannt. Im kommenden Jahr ist, neben der Gründung zweier weiterer Tochtergesellschaften in der Türkei und in Brasilien, die Intensivierung der Vertriebsaktivitäten der Töchter in Indien und Russland geplant. Die Niederlassungen in Österreich, Polen und Tschechien sollen zudem in neue Büroräumlichkeiten umziehen, um dem erwarteten Wachstum gerecht werden zu können. An den deutschen Standorten investiert das Familienunternehmen ebenfalls. So werden in Mülheim die Lagerlogistik modernisiert und die Service-&-Support-Unit ausgebaut sowie in Halver wird mit einem neubau die Produktionsfläche um 11000 m² und die Bürofläche um 1100 m² erweitert.
Produktneuheiten
Zu den neuen Produkten die Turck auf der SPS/IPC/Drives vorstellen wird gehören die Flow-Module-Familie FM/FMX mit Diagnosefunktionen und IO-Link/Hart-Schnittstelle (Bild 2), die induktiven Drehwinkelsensoren der R-Serie (Bild 3) sowie IO-Blockmodule für die BL-compact-Serie.
Bei der Entwicklung der FM(Flow Module)-Familie standen einfache Bedienbarkeit, hohe Funktionalität und eine Anschlussvielfalt, die alle modernen Anforderungen abdeckt, im Vordergrund. Die sechs Module im IM-Hutschienengehäuse lassen sich einfach per Knopfdruck oder mittels IO-Link bzw. Hart konfigurieren. Indikator-LED sowie ein 10-Segment-LED-Band zeigen den aktuellen Messstatus vor Ort an. Zusätzlich zur Strömung erfassen alle Module kontinuierlich die Temperatur sowie eventuelle Fehlfunktionen.
Die Drehwinkelsensoren der RI-Familie arbeiten nach dem selben Messprinzip wie die induktiven Linearwegsensoren der LI-Serie und vereinen die positiven Eigenschaften herkömmlicher Messsysteme in einer Lösung. Die Winkelposition wird nicht über einen magnetischen Positionsgeber, sondern mittels induktiver Schwingkreiskopplung erfasst. So ist der Sensor unempfindlich gegenüber Magnetfeldern, wie sie beispielsweise von großen Motoren erzeugt werden. Die RI-Sensoren haben einen Messbereich von 360° bei einer Genauigkeit von 0,15 % vom Endwert. Der getrennte Aufbau von Sensoreinheit und Positionsgeber sowie eine Versatzkompensation von ±4 mm garantieren einfache Installation und sicheren Betrieb. Das berührungslose Prinzip kompensiert anwendungsseitige Lagertoleranzen ebenso zuverlässig wie Vibrationen durch das Unrundlaufen von Wellen. Dies sorgt für eine hohe Linearität.
Zusammen mit den bislang verfügbaren Modulen für Profibus-DP und DeviceNet decken die neuen IO-Blockmodulen für CANopen, Ethernet/IP und Modbus TCP in Schutzart IP67 nun die gängigsten Feldbus- und Ethernet-Standards ab. Die Ethernet-Varianten sind mit einem internen Switch ausgestattet und ermöglichen so eine Netzwerkinstallation in Linientopologie. Die Kombination verschiedener Feldsignale – analoge und digitale IO, PT100, Thermoelemente, RS232, SSI und RFID – in einem kompakten Gehäuse erleichtert dem Anwender die Lösung seiner speziellen IO-Aufgabe und senkt damit dessen Prozesskosten. Egal ob diskrete Signale oder Spezialanwendungen wie RFID – die bis zu 16 digitalen und/oder analogen IO eines BL-compact-Blocks ermöglichen eine neue Applikationskompatibilität und damit den nächsten Schritt zur konsequent dezentralen Automatisierung.












