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ZVEI: Leitfaden Life-Cycle-Management

Der ZVEI-Fachverband Automation hat sich mit seinem Arbeitskreis Systemaspekte dem Thema Management von Automatisierungsprodukten und daraus erstellten Lösungen in Betrachtung ihres gesamten Life Cycle angenommen einen entsprechenden Leitfaden erstellt. Zwölf Autoren haben sich zwei Jahre auf eine schlüssige und vollständige Aufarbeitung fokussiert. „Ziel war die Erarbeitung eines branchenübergreifend anwendbares Grundsatzpapiers mit technischem Hintergrund“, erklärt Dr.-Ing. Rolf Birkhofer von Code Wrights, einer der Autoren. Als Zielgruppe werden die Anlagenbetreiber und die Produktmanager, die Life-Cycle-Fragen beantworten müssen, genannt. In heutigen Automatisierungsanwendungen betrachtet man ein zunehmendes Auseinanderlaufen der Lebenszyklen von Komponenten, Geräten und Systemen im Vergleich zur Lebenszeit der Gesamtanlage. Die steigende Funktionalität der Komponenten, die fortschreitende Entwicklung der Elektronik und die hohe Innovationsrate bei Hardware und Software verkürzen den Life Cycle der einzelnen Automatisierungsprodukte kontinuierlich. Halbleiterbauelemente werden nur kurze Zeit produziert und dann abgekündigt. Die Nutzzeit von Automatisierungsanlagen ist dementgegen deutlich länger, insbesondere in Branchen wie der Chemie und der Energie. Weiterhin wurden die Anforderungen der Branchen Transport, Automobilbau und Werkzeugmaschinenbau. Bei Kraftwerken und Transportsystemen können Laufzeiten von 50 Jahren erreicht. Trotz der erheblichen Differenz zwischen der Nutzzeit der Anlage und dem Life Cycle der Produkte muss der Betrieb der Gesamtanlage sowohl funktional als auch unter ökonomischen Gesichtspunkten über die gesamte Nutzzeit der Anlage gewährleistet werden. Daraus resultiert der Bedarf an unterschiedlichen Strategien zur Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit der Anlage, die bis hin zu ausgeklügelten Migrationsstrategien reichen. Hierdurch ergeben sich erhebliche Anforderungen an die Lieferfähigkeit von Automatisierungsprodukten und an die Bereitstellung von Dienstleistungen (Services) zum Beispiel für Wartung und Reparaturen. „Zur Beherrschung der steigenden Anforderungen und der Komplexität ist ein Masterplan für das Life Cycle Management erforderlich“, betont Reinhard Schrieber von der Siemens AG, ebenfalls Autor. Wenn bei der Planung einer Neuanlage die aktuelle Version eines Engineering-Systems zum Einsatz kommt, muss der Hersteller für existierende Anlagen sicherstellen, dass diese Version auch für ältere Produkte und bereits in Nutzung befindliche Systeme noch einsetzbar ist und dafür gegebenenfalls ein Upgrade entwickeln. „Mit generischen Modellen wird festgestellt, ob Komponenten kompatibel zu den jeweiligen Anforderungen sind“, ergänzt Autor Prof. Dr. Ing. Martin Wollschlaeger von der TU Dresden. Dies erfordert in zunehmendem Maße eine enge Kooperation zwischen den Partnern der Wertschöpfungskette. Der Leitfaden ist unter der ISBN-Nummer 978-3-939265-00-9 oder direkt beim ZVEI (www.zvei.org) erhältlich.