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Siemens Industry setzt auf Industriekunden

Mit der geplanten Neuorganisation der Siemens AG soll sich der Sektor Industry künftig konsequent auf Industriekunden ausrichten. Hierzu will der Sektor sein Branchen- und Servicegeschäft stärken und seine führende Rolle bei Industriesoftware ausbauen. Bei der Umstrukturierung sollen unter anderem die bisherige Branchenverantwortung und die dazugehörigen Geschäfte der Division Industry Solutions mit dem Produkt- und Systemgeschäft der Divisionen Industry Automation und Drive Technologies zusammengeführt werden.

„Software für industrielle Prozesse, fundierte Branchenexpertise und technologiebasierter Service: Die Hebel zur Steigerung der Produktivität unserer Kunden sind gleichzeitig wichtige Wachstumstreiber für unser eigenes Geschäft. Deswegen werden wir unsere industriellen Aktivitäten in diesen Bereichen mit aller Kraft weiterentwickeln, um unsere Marktanteile auszubauen“, sagte Siegfried Russwurm, CEO des Sektors Industry, auf der Hannover Messe. Die geplante Neuausrichtung der Geschäftsaktivitäten ab dem 1. Oktober 2011 sei dabei ein wichtiger Schritt, um die Potenziale im Servicegeschäft und in wachstumsstarken Branchen wie dem Automobilbau, dem Maschinenbau oder der chemischen Industrie noch besser wahrnehmen zu können.

Bessere Produktivität und Effizienz
Der für Siemens weltweit adressierbare Markt in den Fertigungs- und Prozessindustrien soll bis 2016 voraussichtlich auf weit über 200 Mrd. € anwachsen. Das durchschnittliche Marktwachstum wird in diesem Zeitraum auf rund 5 % pro Jahr taxiert. Weil sich steigende Energiepreise und hohe Anforderungen an den Umweltschutz auf die Produktionskosten auswirken, zielen die Unternehmen dieser Industrien auf immer höhere Produktivität und Effizienz, insbesondere beim Energieverbrauch. Gleichzeitig werden die Entwicklungszeiten immer kürzer, obwohl die Komplexität der Produkte und die daraus resultierenden Datenvolumina im Entwicklungsprozess erheblich zunehmen.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen rücke die Branchenexpertise eines Industrieausrüsters in den Fokus, so Russwurm: „Wir sind der einzige Anbieter, der in der Lage ist, die Markteinführungszeiten seiner Kunden mittels Software und Automatisierungstechnik zu halbieren und gleichzeitig die Kosten eines produzierenden Unternehmens für Energie oder Abwasser signifikant zu senken. Mit der neuen Aufstellung wollen wir unsere Leistungen gebündelt aus einer klaren Organisation heraus anbieten. Damit können wir unsere Vorteile gegenüber Wettbewerbern am Markt noch besser ausspielen.“

Umstrukturierung
Durch die Optimierung der Vertriebszuständigkeit im Geschäft mit spezifischen Industriebranchen sollen laut Russwurm die Wachstumspotenziale entlang aller Technologien und Wertschöpfungsebenen realisiert werden. Hierzu sollen die bisherige Branchenverantwortung und die dazugehörigen Geschäfte der Division Industry Solutions mit dem Produkt- und Systemgeschäft der Divisionen Industry Automation und Drive Technologies zusammengeführt werden. Das gilt unter anderem für Branchen wie ‚Schiffbau’, ‚Papier und Zellstoff’ oder ‚Wasser’. So plane der Sektor Industry, die Rolle der Branchenverantwortlichen zu stärken und ihnen zu ermöglichen, das Portfolio von Produkten, Systemen und Lösungen für spezifische Branchen jeweils optimal auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden abzustimmen.
Gleichzeitig sollen die Serviceaktivitäten des Industriegeschäfts in einer eigenständigen Division namens „Customer Service“ mit weltweit rund 14.000 Mitarbeitern zusammengeführt werden. Diese Division soll die Ausführung des gesamten Servicegeschäftes des Sektors Industry verantworten – eng mit den jeweiligen Branchenaktivitäten verknüpft und unter Nutzung der vielfältigen Synergiepotenziale IT-basierter Servicetools. Um den Besonderheiten des Großanlagenbaus gerecht zu werden, soll Metals Technologies als direkt vom Sektor geführte Business Unit organisiert werden. Im Gegensatz zu den anderen Geschäftseinheiten errichtet Metals Technologies als Generalunternehmer auch komplette Produktionsanlagen für die Eisen-, Stahl- und Aluminiumindustrie.