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ABB steigert Konzerngewinn um 41 %

Im ersten Quartal 2011 verzeichnete ABB ein zweistelliges Wachstum bei Auftragseingang, Umsatz und Ertrag. Als Wachstumstreiber erwiesen sich die lebhafte Industrienachfrage nach verbesserter Energieeffizienz, die anhaltenden Investitionen von Energieversorgern in Netzverbindungen und Netzmodernisierungen. Die Ertragskraft wurde zudem durch die wettbewerbsfähigere Kostenbasis gestärkt.

Der Konzerngewinn stieg gegenüber dem ersten Quartal 2010 um 41 % auf 655 Mio. US-$. Im gleichen Zeitraum belief sich das operative EBITDA auf rund 1,3 Mrd. US-$ und erhöhte sich um 37 %. Der Auftragseingang legte bei Zuwächsen in allen Divisionen um 25 % zu. Die Basisaufträge (unter USD 15 Mio.) stiegen im zweiten Quartal in Folge in allen Divisionen und erreichten den höchsten Stand seit dem zweiten Quartal 2008. Beim Umsatzwachstum wurde mit 18 % ein Zweijahres-Hoch erzielt. Gründe hierfür waren die Ausführung von Projekten aus dem starken Auftragsbestand sowie der erhöhte Absatz frühzyklischer Produkte. Der EBIT (Ertrag vor Zinsen und Steuern) wuchs um 43 % auf rund 1 Mrd. US-$. Darin enthalten sind Aufwendungen in Höhe von 107 Mio. US-$. im Zusammenhang mit der Baldor-Übernahme.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir sowohl beim Wachstum als auch bei der Ertragskraft an Zugkraft gewinnen.“ sagt Joe Hogan, Vorsitzender der Konzernleitung von ABB. „Wir nehmen erfolgreich Wachstumssektoren ins Visier. Die Baldor-Übernahme hat einen großen Beitrag zum Gesamtergebnis geleistet. Auch unsere verbesserte Kostenstruktur hat sich ausgezahlt. So konnten wir in unseren wachstumsstarken Geschäftsfeldern eine erhöhte Rentabilität und in den nachfrageschwachen Bereichen stabile Margen erzielen.“
„Wir gehen davon aus, dass unsere frühzyklischen Geschäftsfelder von der anhaltend starken Industrienachfrage profitieren und sehen positive Anzeichen für eine Erholung unserer spätzyklischen Energietechnik- und Automationsgeschäfte im weiteren Jahresverlauf“, so J. Hogan weiter.

Auftragsentwicklung
Regional betrachtet stieg der Auftragseingang in Europa um 18 % mit Zuwächsen in fast allen Divisionen. Der Auftragseingang bei Energietechnikprodukte blieb gegenüber der Vorjahresperiode unverändert. Die Akquisition von Baldor Electric trug auf dem amerikanischen Kontinent zum Auftragsplus von 41 % bei. Hier machten sich zudem die Zuwächse in Höhe von jeweils 11 % und 22 % in den Divisionen Energietechnikprodukte und Prozessautomation bemerkbar. In Asien erhöhte sich der Auftragseingang um 39 %, angetrieben von einem Wachstum um 70 % in China. Im Nahen Osten und in Afrika verzeichnete die Division Prozessautomation einen kräftigen Auftragszuwachs. Damit konnten die rückläufigen Aufträge in der Division Energietechniksysteme in der Region jedoch nicht kompensiert werden, so dass der Auftragseingang insgesamt um 6 %nachgab.

Umsatzentwicklung
Das stärkste Umsatzplus wurde in der Division Industrieautomation und Antriebe, grösstenteils bedingt durch die Baldor-Übernahme, sowie in der Division Energietechniksysteme erzielt. Dort führte die Ausführung von Projekten aus dem starken Auftragsbestand, insbesondere in den Geschäftsfeldern Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) und Stromerzeugung, zu einem Umsatzzuwachs von 27 %. In der Division Energietechnikprodukte ging der Umsatz zurück, da eine Steigerung im Stromverteilungsgeschäft die geringeren Umsätze im Bereich Stromübertragung nicht ausgleichen konnte. Letztere resultierten aus dem schwächeren Auftragsbestand.

Ausblick
Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf den wichtigsten globalen Absatzmärkten von ABB bleiben günstig. Hohe Rohstoffpreise führen zu erhöhten Anlageinvestitionen seitens der Kunden und lassen gleichzeitig die Ausgaben für Effizienz- und Produktivitätssteigerungen steigen, einschliesslich Serviceleistungen. Versorgungsunternehmen investieren weiter verstärkt in Übertragungstechnik. Ziel dieser Massnahmen ist die Integration erneuerbarer Energiequellen wie Wind-, Solar- und Wasserkraft in bestehende Netze und die Verbindung nationaler und regionaler Stromnetze. Die aktuellen Ereignisse in Japan und die hohen Ölpreise werden die Nachfrage nach energieeffizienten Energie- und Automationstechnologien voraussichtlich weiter ankurbeln.
Mittelfristig werden die Schwellenmärkte die wichtigsten Wachstumstreiber bleiben. In den kommenden Quartalen wird jedoch auch auf den entwickelten Märkten mit einer stetig wachsenden Nachfrage nach dem gesamten ABB-Portfolio gerechnet.

Während in einigen spätzyklischen Infrastrukturgeschäften noch Überkapazitäten bestehen, haben sich die Preise in vielen Sektoren stabilisiert. ABB hat in ausgewählten Geschäftsfeldern Preiserhöhungen eingeleitet, teilweise zum Ausgleich der steigenden Rohstoffkosten. Lieferengpässe im Zusammenhang mit der wachsenden Nachfrage oder den aktuellen Ereignissen in Japan stellen zurzeit kein signifikantes Risiko für das Geschäft von ABB dar und werden aufmerksam überwacht.
Daher wird das Management auch im restlichen Jahresverlauf seinen Fokus darauf legen, die Kosten anzupassen und gleichzeitig profitable Wachstumschancen zu verfolgen, organisch und durch Akquisitionen. Basis hierfür sind die Technologieführerschaft, die breite globale Präsenz, die wettbewerbsfähige Kostenstruktur sowie die starke Bilanz des Unternehmens.