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Ergebnisse des VDE-Trendreport 2011

Prof. Dr.-Ing. Jochen Kreusel, VDE-Präsidiumsmitglied und Vorsitzender der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, Leiter Smart Grids, ABB AG (mitte) und Dr.-Ing. Joachim Schneider, stellvertretender VDE-Präsident, Mitglied des Vorstandes RWE Deutschland AG (rechts) präsentierten die Ergebnisse des VDE-Trendreport

Auf der Hannover Messe stellten Prof. Dr.-Ing. Jochen Kreusel, VDE-Präsidiumsmitglied und Vorsitzender der Energietechnischen Gesellschaft im VDE, Leiter Smart Grids, ABB AG und Dr.-Ing. Joachim Schneider, stellvertretender VDE-Präsident, Mitglied des Vorstandes RWE Deutschland AG die Ergebnisse des VDE-Trendreport vor. Die Umfrage unter 1300 VDE-Mitgliedsunternehmen und Hochschulen in der Elektro- und Informationstechnik ergab, dass Deutschland seine Spitzenposition in der Elektrotechnik, in der Automation und in der Medizintechnik in den nächsten zehn Jahren behaupten wird. Allerdings holen in erster Linie China und Indien stark auf. Vor allem vor dem Hintergrund bereitet der anhaltende Fachkräftemangel Grund zur Sorge.

Für die Bundesrepublik bieten sich auf dem Innovationsfeld der intelligenten Stromnetze, der sogenannten Smart Grids, die weitaus größten Standortchancen, so das Ergebnis der Studie. In der Elektromobilität zeichnet sich in den kommenden Jahren demnach ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Europa – mit Deutschland an der Spitze – und China ab, das bereits in einzelnen Teiltechnologien die Innovationsführerschaft anmeldet. Auch in der Mikroelektronik sieht jeder zweite Befragte China als zukünftige Nummer Eins. Stark im Kommen ist außerdem Indien, das die Führungsposition der USA in der Informationstechnik zunehmend in Frage stellt und die eigene Infrastruktur, ebenso wie China, kontinuierlich ausbaut. Die asiatische Aufholjagd geht dabei in erster Linie zu Lasten der USA, die selbst in der Sicherheitsforschung Gefahr laufen, ihren ersten Platz an Europa zu verlieren.

Energieeffizienz und Smart Grids sorgen für Standortimpulse
Die wichtigsten Standortimpulse erwarten die VDE-Mitgliedsunternehmen in den Bereichen Energieeffizienz (81 %), Smart Grid / Intelligente Stromnetze (67 %) und Elektromobilität (62 %). Für das Zusammenwachsen von Strom und Verkehrsnetzen glaubt das mehr als die Hälfte. Ebenfalls gut 50 % der Befragten sehen im Thema Smart Grid einen globalen Leitmarkt, der von einem sich verschärfenden weltweiten Wettbewerb geprägt wird.
Smart Grids beschleunigen laut VDE-Umfrage den dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien (81 %), leisten einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der EU-Emissionsziele (74 %) und sind notwendige Voraussetzung zur weiteren Integration erneuerbarer Energien in die Energieversorgung (65 %). Prof. Dr.-Ing. Jochen Kreusel betonte diesbezüglich, dass die erneuerbaren Energien an der Energieregelung beteiligt werden müssen. Allerdings sei noch die Frage zu klären, wieviel Informations- und Kommunikationstechnik für einen umfassenden Ausbau der Smart Grids erforderlich sei.

84 % der befragten Unternehmen sehen die technischen Vorzüge von Smart Grids vor allem in der Energieverteilung, je ein Drittel geht auch von Vorteilen für die Energieerzeugung und -übertragung aus. Dass intelligente Stromnetze den Wirtschaftsstandort stärken und die deutsche Innovationsführerschaft sichern, meint rund die Hälfte der Befragten.
60 % der VDE-Unternehmen sind der Ansicht, dass intelligente Stromnetze Wettbewerbs- und Standortvorteile für die heimische Automobilindustrie und IT-Branche bieten. Zugleich rechnet knapp die Hälfte damit, dass sich Smart Grids bis 2025 in Deutschland endgültig durchsetzen werden. Während Akzeptanzprobleme nur für jeden Zweiten das größte Hindernis beim Netzausbau darstellt, sagen das mit Blick auf die Investitionskosten rund zwei Drittel der Befragten. Fehlende international einheitliche Standards und mangelnde Marktanreize problematisiert jeder Zweite, Datenschutz, Informationssicherheit und die rechtliche Rahmenbedingungen jeder Dritte.

In der Erhebung zeichnet sich nicht zuletzt eine gewaltige Zukunftsaufgabe für die berufliche Aus- und Weiterbildung ab: Gut zwei Drittel der Befragten bezweifeln, dass die deutschen Hochschulen ausreichend auf die spezifischen Herausforderungen, die mit der Realisierung von Smart Grids einhergehen, vorbereitet sind. Nahezu völlig unvorbereitet sind demnach Ausbildungsbetriebe sowie Berufsschulen und akademien.

Fachkräftemangel immer dramatischer
„Große Sorge bereitet uns der absehbare Mangel an Fachkräften. Nahezu alle VDE-Unternehmen rechnen damit, dass sich der internationale Wettbewerb um Fachkräfte der Elektro- und Informationstechnik weiter verschärfen wird. Hier müssen alle Verantwortlichen gegensteuern: der Staat mit ausreichenden Ausbildungskapazitäten, die Unternehmen mit Anreizen für Ingenieure und Verbände mit Weiterbildungsangeboten“, so der stellvertretende VDE-Präsident Dr.-Ing. Joachim Schneider. Neun von zehn Befragten befürchten, dass die Unternehmen in der Bundesrepublik ihren Bedarf an gut ausgebildeten beziehungsweise erfahrenen Fachkräften in Zukunft nicht ausreichend decken können. Vier von fünf sehen auch an Hochschulen Engpässe beim wissenschaftlichen Nachwuchs. 78 % prognostizieren darüber hinaus, dass der Anteil der Elektroingenieure und IT-Experten in den Unternehmen weiter wachsen wird – und das bei immer älter werdenden Ingenieursbelegschaften.
Insbesondere im Bereich Planung, Projektierung, Engineering, in der Forschung und Entwicklung und im Bereich Informationstechnik, Softwareentwicklung und IT-Dienstleistungen suchen die Unternehmen derzeit geeignetes, hoch qualifiziertes Personal.

Hier können Sie den VDE-Trendreport 2011 bestellen.