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Dezentrales Antriebssystem für die Fördertechnik

Bild 1. Dezentrales, elektronisches Antriebssystem Rapid Link 4.0

Bild 2. Einfache Plug-and-play-Konfigurierung vorort

Standardisierte Installation, Plug-and-play-Parametrierung direkt vor Ort und vernetzte Kommunikation – dies sind die Anforderungen an moderne Antriebstechnik. Mit dem dezentralen, elektronischen Antriebssystem Rapid Link 4.0 steht eine flexible und einfach handhabbare Lösung speziell für Fördertechnikanwendungen zur Verfügung.

Gerade in weitläufigen Anlagen wie in der Fördertechnik bietet die dezentrale Antriebstechnik gegenüber den Schaltschrank-basierten Systemen viele Vorteile, die bei der Installation, der Inbetriebnahme und im Betrieb deutlich werden. Ein einfaches, elektronisches Antriebssystem zur Steuerung dezentral installierter Motoren über AS-i ist Rapid Link von Eaton, welches nun in der zweiten Generation und mit einem erweiterten Leistungsspektrum an den Start geht (Bild 1). Die dazu gehörigen Motorstarter und Frequenzumrichter haben verbesserte Betriebswerte. Auch beim Engineering und der Anlageninstallation bietet Rapid Link 4.0 einen Mehrwert (Bild 2).

Innovatives Gehäusekonzept
Basierend auf einem neuen Gehäusekonzept haben die Motorstarter und die Frequenzumrichter bis 2,2 kW die gleichen Befestigungsmaße. Da nur noch ein Befestigungswinkel für das gesamte Programm notwendig ist, vereinfacht sich die Auslegung der Anlage. Auch bei der Installation und Inbetriebnahme zeigen sich Vorteile: Muss etwa ein Frequenzumrichter gegen einen Motorstarter getauscht werden, gelingt dies ohne Aufwand, da sowohl die Abmaße als auch sämtliche Anschlüsse identisch sind. Für alle Baugrößen und Varianten gilt die Schutzart IP65.
Die rechtwinklige Gehäuseform erlaubt eine Zuführung der Energie- und Motorleitung nicht nur von unten, sondern auch von links oder rechts. Damit bleiben Bedienebene und Kühlkörper des Frequenzumrichters stets in der optimalen Position. Ein Derating der elektrischen Kennwerte bei seitlicher Zuführung von Energie und Motorkabel ist nicht erforderlich. Ein Schutzkragen sichert die Bedienelemente und Elektronikanschlüsse außerdem weitgehend vor mechanischer Beschädigung. Der optional erhältliche, integrierte und abschließbare Trennschalter kann für Wartungszwecke die Rapid Link Unit selbst, als auch den angeschlossenen Motor sicher vom Netz trennen.

Verbesserte elektrische Betriebswerte
Der Motorstarter Ramo4 ist für Motoren bis 3 kW geeignet. Dank elektronischem Motorstart erhöht sich die Lebensdauer im Vergleich zur Baureihe Ramo3: Sie verdreifacht sich mit bis zu 10 Mio. Schaltspielen bei 3 kW. Außerdem kann mit einer Frequenz von bis zu 3 000 Schaltungen pro Stunde und einer Motorlast von 2,2 kW gearbeitet werden. Und eine einzige Baugröße deckt heute den Bereich von 0,3 kW bis 3 kW ab. Der Frequenzumrichter RA-SP4 lässt sich von U/f-Betrieb auf Drehzahlsteuerung umschalten; dies reduziert die Varianten. Zusätzlich zu den bisherigen Baugrößen 0,75 kW, 1,1 kW und 2,2 kW steht auch eine 1,5-kW- Leistungsklasse zur Verfügung. Die externe Lüftereinheit in Schutzart IP65 ist Standard bei Baugröße 2,2 kW; sie ist für alle anderen Baugrößen anwendbar und erweitert so den Temperaturbereich auf 55° C ohne Derating.
Über die bekannte „Quick Stop“-Funktion hinaus, können Anwender in der RA-SP4 zyklische Programmabläufe mit Festfrequenzen programmieren. Auch lassen sich wiederholende Abläufe hinterlegen. Dies verringert den Rechenaufwand in der SPS. Die Frequenzumrichter haben einen integrierten Bremswiderstand. Damit entfallen Montagearbeiten auf der Baustelle.
Ebenfalls verbessert ist die Kommunikation über AS-i. Das Protokoll 7.4 stellt die Kompatibilität zur Vorgängerversion sicher. Darüber hinaus stehen neue Kommunikationsoptionen zwischen PLC und Motorstarter zur Verfügung: Hierzu zählen erweiterte Diagnosemeldungen, wie etwa Motorströme, oder die Übertragung von Parameterdaten. Anwender können jetzt – etwa bei RA-SP – die eingestellten Frequenzen via Feldbus ändern.

Fazit
Rapid Link 4.0 ist eine passgenaue Lösung für die Fördertechnik. Entsprechende Anwendungen finden sich im Maschinenbau, in der holzverarbeitenden Industrie, in der Gepäcklogistik sowie in der Nahrungs- und Verpackungsindustrie.

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Autor: Dipl.-Ing. Stephan Selke ist Key Account Manager Flughäfen / Logistik und Internationale OEMs im Eaton Electrical Sector EMEA bei Eaton Industries GmbH in Bonn