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Visualisierung steigert die Produktionseffizienz

Bild 1. Niclas Lindqvist leitet die Produktionstechnik im Swegon-Werk in Arvika

Bild 2. Steuerungs- und Antriebstechnik von Beijer Electronics hat die neue Produktionslinie der Klimabalken effizienter und leiser gemacht

Bild 3. Mikael Adolfsson ist Geschäftsführer des Maschinenbauers ÅVI Årjängs Verktygsindustri

Die leisen Lüftungsanlagen von Swegon erobern den Markt im Sturm. Sogar im Werk Arvika, in dem die Klimasysteme hergestellt werden, herrscht ein angenehmer Geräuschpegel. Mit seinen Produkten und Technologien hat Beijer Electronics dabei geholfen die Arbeitsumgebung zu verbessern, die Maschinenbedienung zu vereinfachen und die Produktivität zu erhöhen.

Die Vision von Swegon ist es, das beste und gesündeste Raumklima weltweit zu schaffen. Einer der Vorteile der Lüftungstechnologie des Unternehmens ist, dass sie weder Zug noch Geräusche verursacht. Die wasserbasierende Klimasysteme und Geräuschdämpfer werden im schwedischen Arvika entwickelt und hergestellt. Trotz laufender, umfangreicher Blechbearbeitung ist es in dem Werk, das sich über mehr als 17 000 m 2 erstreckt, überraschend ruhig. Das liegt unter anderem an der neuen, hochautomatisierten Produktionsstraße auf der die für den Deckeneinbau ausgelegten Klimabalken – es gibt auch frei hängende Modelle – hergestellt werden. „Dabei wird das Blech von großen Rollen eingezogen und schon 27 m weiter verpacken Mitarbeiter die fertigen Balken“, erklärt Niclas Lindqvist (Bild 1), Leiter der Produktionstechnik bei Swegon in Arvika. In der modernen Anlage spielen Produkte und Technologien von Beijer Electronics eine Schlüsselrolle.

Produktion wird leiser und effizienter
Vor der Einführung der neuen Produktfamilie Pacific wollte Swegon die Produktion effizienter gestalten und sowohl den Geräuschpegel als auch den Energieverbrauch drosseln. Der Auftrag zur Entwicklung und zum Bau dieser weiterentwickelten Anlage ging an ÅVI Årjängs Verktygsindustri. Die Entwicklung, der Bau und die Abnahme der Pacific-Produktionsstraße (Bild 2) dauerten etwa anderthalb Jahre. Für N. Lindqvist und Mikael Adolfsson (Bild 3), Geschäftsführer bei ÅVI, war der kreative Prozess ein kontinuierlicher Ideenaustausch. Beide glauben, dass die aktive Teilnahme von Beijer Electronics an diesem gegenseitigen Austausch ein sehr wichtiger Aspekt war. Ebenso entscheidend waren die Produkte, die die Tür zu zwei anspruchsvollen Wechseln in der Technologie aufstießen.
„Die grafische HMI-Lösung iX von Beijer Electronics sorgt für eine leicht zu bedienende Anlage“, betont M. Adolfsson. „Gleichzeitig ermöglichten die Zusammenarbeit mit der Beijer Electronics Drives-Gruppe und die Wahl der passenden Motionlösung es uns, die hochgesteckten Anforderungen hinsichtlich Geräuschpegeln und Arbeitsumgebung zu erfüllen.“

Zukunftsorientiertes Antriebs- und Steuerungskonzept
Eine modulare SPS vom Typ Melsec Q steuert neben den 19 Servoachsen und 28 Frequenzumrichtern auch die anderen Bauteile der Anlage. Trotz der kompakten Außenabmessungen bietet der Multiprozessor in der Steuerng die erforderliche Kapazität, auch für künftige Erweiterungen.
„Um die weitere Entwicklung, Wartung und Ersatzteillieferungen zu vereinfachen, bemühen wir uns, wo immer möglich auf Melsec Q zu standardisieren“, erklärt N. Lindqvist. Für M. Adolfsson sind es unter anderem die Sortimentsbreite und -qualität, die die Produkte von Beijer Electronics bei den elf Ingenieuren des Unternehmens so beliebt machen: „Gute Softwaretools, sowohl für die HMI-Entwicklung als auch die SPS-Programmierung, sind für uns sehr wichtig. Ebenso entscheidend ist, dass man jederzeit Unterstützung von der Beijer Electronics Drives-Gruppe bekommt.“
Die Servo-Technologie schätzt M. Adolfsson vor allem wegen ihrer kurzen Umrüstzeiten, ihrer guten Präzision und ihrer umfassenden Einstellungsmöglichkeiten. Die kompakte und leicht zu installierende Generation von Servo-Elementen MR-J3 hat sich hier bewährt. N. Lindqvist weist auf die Vorteile für die Umwelt hin: „Die Servotechnologie trägt dazu bei, den Energieverbrauch zu senken. Im Vergleich mit einem Kompressor zum Beispiel – der fast ständig in Betrieb sein muss – wird Strom nur während der tatsächlichen Bearbeitung benötigt. Darüber hinaus brauchen wir keine Öle, wie sie für hydraulische Maschinen erforderlich sind, und haben so kein Risiko von Leckagen und damit verbundenem Verschmutzen und Verschütten.“

Erfolgreiche Zusammenarbeit
Mit der neuen, effizienten und flexiblen Produktionsanlage braucht man nicht länger Halbfabrikate zwischen verschiedenen Maschinen hin und her zu transportieren. Durch die Erhöhung der Kapazität ist Swegon in die Lage, sowohl heutige als auch künftige Kunden zufriedenzustellen. „Wir sind stolz darauf, die gesamte Blechbearbeitung im Haus zu haben. So haben wir mehr Kontrolle darüber als, wenn wir diese Aufgaben an einen Subunternehmer auslagern würden“, betont M. Adolfsson.
Der innovative Auftrag für die Pacific-Produktion ist nicht der erste, den ÅVI für Swegon durchgeführt hat. 2009 lieferte das Unternehmen eine Produktionsstraße für die Paragon-Familie. „Schon damals entschieden wir uns aus verschiedenen Gründen für eine elektromechanische Lösung von Beijer Electronics – statt Hydraulik und Pneumatik – die unter anderem Servo- und Motionfunktionalität umfasste“, sagt N. Lindqvist. In der Produktionsstraße, die Luftkanäle mit bis zu 1,5 m Länge mit garantiert dichten Verbindungen liefert, gehört Produktionslärm ebenfalls der Vergangenheit an.

Effizient arbeiten
Die Arbeitsbänke der Pacific-Produktionsstraße sind vertikal anpassbar, sodass jeder Monteur seine optimale Arbeitshaltung einstellen kann. Nach einem Blick auf das 17-Zoll-Bedienpanel mit iX als HMI-Lösung, führt der Bediener einen weiteren 3 m langen Balken per Knopfdruck ein. Die grafische Darstellung zeigt ihm jeden Arbeitsschritt deutlich an.
Auch wenn es viele Ähnlichkeiten bei der Technologie und den Bauteilen zwischen den Produktionsstraßen von Paragon und Pacific gibt, bestehen immer noch viele Unterschiede. So wird die Paragon-Produktion mit einem Touchpanel der E-Serie bedient, während bei Pacific ein Industrie-PC der EPC-Serie die Anlage steuert. Als Antwort auf die Frage, ob man Industriecomputer Bedienterminals vorziehen sollte, führt Geschäftsführer M. Adolfsson an, dass die Pacific-Produktionsstraße größer und komplexer ist. „Gleichzeitig wollten wir uns auf die Zukunft vorbereiten”, fügt N. Lindqvist hinzu.
Zurzeit werden die Aufträge noch manuell bearbeitet. Künftig soll der Transfer dieser Information aus dem MPS-System von Swegon zum Bediener automatisiert erfolgen. Deshalb wird ein Industrie-PC dort die beste Alternative sein.

Gute Luft aus Schweden
Swegon erwirtschaftet einen Jahresumsatz von fast 3 Mrd. schwedischen Kronen. Der größte Teil der Produktion – etwa 70 % – wird in mehr als 40 Länder exportiert. Unter den bemerkenswerteren Installationen befinden sich das Memorial Charles de Gaulle im französischen Colombey-les-Deux-Églises, das Opernhaus in Oslo und der spektakuläre Turning Torso in Malmö. Bisher lag der Schwerpunkt auf Unternehmen, öffentlichen Bereichen und Hotels, nun investiert Swegon zunehmend in Produkte für den Wohnungssektor. Die Produktionsstraße für Pacific stellt die bisher größte Investition im Werk Arvika dar. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 1,6 Mio. €.

Autor: Dirk Hartmann ist Product Marketing Manager HMI bei der Beijer Electronics GmbH & Co. KG in Unternesingen.