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Wireless-Hart: Einfache Integration in bestehende Feldgeräte

Bild 1. Das Wireless-Hart-Modul WD-H von Softing ermöglicht Anwendern die einfache Integration von drahtloser Datenübertragung in existierende Feldgeräte und erfüllt dabei alle Anforderungen der modernen Prozessautomatisierung

Bild 2. Thomas Hilz ist als Produktmanager bei der Softing Industrial Automation GmbH in Haar beschäftigt. Er ist für die Entwicklung und die internationale Markteinführung von Produkten in den Bereichen Wireless-Hart und HART verantwortlich. Darüber hinaus ist T. Hilz aktives Mitglied in verschiedenen Arbeitsgruppen der Feldbusorganisationen

Bild 3. Ein weiteres Highlight aus der Softing-Produkt-palette: das FBK-2. Es bietet eine schnelle Lösung zur Integration von Foundation Fieldbus H1 und Profibus PA in Feldgeräte

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten etabliert sich die Funktechnologie, zum Beispiel Wireless-Hart, in der Prozessindustrie immer weiter. Um Anwendern die Integration dieser Funktechnologie in existierende Feldgeräte zu erleichtern, haben die Kommunikationsspezialisten von Softing ein Wireless-Hart-Modul auf den Markt gebracht. Über Details und Hintergründe dazu informiert Produktmanager Thomas Hilz im Interview. Darüber hinaus gibt er Einblicke in den Wireless-Hart-Markt und -Standard.

etz: Herr Hilz, Softing hat sein Feldbus- bzw. Ethernet-Know-how nun bis in den Wireless-Hart-Bereich ausgeweitet. Wie beurteilen Sie die Verbreitung und Akzeptanz dieser noch relativ jungen drahtlosen Übertragungstechnik?
T. Hilz: Es ist richtig, wir sind seit über 30 Jahren in der drahtgestützten industriellen Kommunikation zuhause. Auf Basis dieses Know-hows haben wir uns entschlossen, unser Portfolio um den Bereich Wireless zu erweitern, weil wir für unsere Kunden sehr große Vorteile sehen.
Nach einem etwas zögerlichen Start und anfänglicher Verunsicherung, zum Beispiel wegen konkurrierender Wireless-Standards und Zweifel an der Sicherheit und Zuverlässigkeit von Wireless-Geräten, ist derzeit eine starke Zunahme bei der Akzeptanz von drahtloser Datenübertragung spürbar. In der Zwischenzeit hat sich Wireless-Hart als Standard etabliert. Es entstehen mehr und mehr Anwendungsfälle damit und Anlagenbetreiber weltweit erkennen die Vorteile dieser Technologie, was sich auch auf die Nachfrage bei uns auswirkt. Laut einer ARC-Studie aus dem letzten Herbst nimmt Wireless-Hart eine führende Stellung ein, was standardisierte Wireless-Protokolle in der Verfahrenstechnik angeht.
Regionale Schwerpunkte in Europa und Nordamerika sind zwar momentan erkennbar, aber auch unsere Vertriebsniederlassung in Japan beispielsweise berichtet von zunehmenden Anfragen in Bezug auf Wireless-Hart. Hier lässt sich allerdings noch ergänzend feststellen, dass die Verbreitung von Hart traditionell in Japan eher schwach ist, und hier bei den teils in die Jahre gekommenen Anlagen, ein wachsender Bedarf an digitalen Geräten besteht.

etz: Welche Produkte bieten Sie derzeit zum Thema Wireless-Hart an?
T. Hilz: Das Kerngeschäft von Softing ist seit jeher die Integration von industrieller Kommunikationstechnologie für Geräte- und Systemhersteller. Konsequenterweise bieten wir mit dem WD-H nun ein Kommunikationsmodul für die Integration von Wireless-Hart in Feldgeräte für die Verfahrenstechnik an. Das Modul zeichnet sich unter anderem durch seine umfassenden Zertifizierungen und die hohe Qualität des Stacks aus, der auf dem bekannten „WiTECK“-Stack basiert. Als eines der Gründungsmitglieder des „WiTECK“-Konsortiums konnten wir aus erster Hand erfahren, welche Anforderungen an den Stack gestellt werden. Daneben war es für uns entscheidend, bei der Entwicklung des Funkmoduls Standardkomponenten zu verwenden und bei der Übertragung von Daten eine größtmögliche Reichweite zu gewährleisten.
Wir bieten darüber hinaus ein Wireless-Hart-Starter-Kit an, das Einsteigern eine Evaluierung von Wireless-Hart ermöglicht und die Integration unseres Moduls in die Kundenapplikation unterstützt. Hierbei haben wir neben der Benutzerfreundlichkeit großen Wert auf die Praxistauglichkeit gelegt.

etz: Vor welchem Hintergrund erfolgte dieser Produktfokus und wie ist die bisherige Kundenresonanz, zum einen auf das Starter-Kit und zum anderen auf das Modul?
T. Hilz: Softing stellt passgenaue Kommunikationslösungen zur Verfügung. Das gibt dem Kunden die Möglichkeit, sich auf seine Kernkompetenz, zum Beispiel die Sensorik, zu konzentrieren.
In einem ersten Schritt haben wir uns ganz bewusst auf die Entwicklung eines Embedded-Wireless-Hart-Moduls konzentriert, da das Angebot der Modulanbieter momentan eher überschaubar ist. Unsere Erfahrung und Expertise, beispielsweise bei der Integration der Module in die Feldgeräte, erleichtert den Kunden die Entwicklung kompletter Wireless-Hart-Feldgeräte. Wir wollen unseren Kunden eine auf Praxiserfahrung basierende, leistungsstarke Alternative bieten.
Wir haben im Winter letzten Jahres offiziell unsere Wireless-Hart-Produkte am Markt eingeführt und verzeichnen nun schon im ersten Quartal 2012 ein starkes Interesse am WD-H und am Starter Kit. Für Letztgenanntes konnten wir bereits einige interessante, zum Teil internationale Kunden gewinnen. Das Feedback ist durchweg positiv und bestärkt uns darin, den beschrittenen Weg weiterzugehen.

etz: Werden weitere Entwicklungen zur Hannover Messe vorgestellt?
T. Hilz: Nach meiner Kenntnis ist Softing weltweit der einzige Anbieter, der sowohl in der Prozess- als auch in der Fertigungsautomatisierung zu Hause ist.
Daher zeigen wir auf der Hannover Messe neben unseren Produkten aus dem Bereich Wireless-Hart auch Produkte, die auf anderen Technologien basieren. Dies umfasst neben Profibus und Profinet beispielsweise auch OPC, Foundation Fieldbus und verschiedene Realtime-Ethernet-Protokolle. Besonders hervorzuheben ist unser FBK-2, das gleichzeitig neben der Integration von Foundation Fieldbus auch die Integration von Profibus PA in das Feldgerät umfasst und somit dem Kunden größtmögliche Flexibilität gewährt. Weiterhin möchte ich darauf hinweisen, dass wir kürzlich mit dem RTEM ein äußerst leistungsstarkes Realtime-Ethernet-Modul am Markt eingeführt haben, das unseren Kunden durch seine universelle Hardware eine größtmögliche Investitionssicherheit bietet.

etz: Welchen Fokus setzen Sie bei weiteren Entwicklungen zum Thema Wireless-Hart?
T. Hilz: Softing setzt seit jeher auf den Einsatz und die Entwicklung von Standards, was bei unseren Kunden zu größtmöglicher Interoperabilität führt. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass wir alle Stacks im eigenen Haus haben, was meiner Einschätzung nach einzigartig ist. Für uns steht der Mehrwert des Kunden stets im Mittelpunkt. Deshalb versuchen wir, unser Know-how für zukunftssichere Produkte einzusetzen, die funktionelle Vorteile bereithalten. In diesem Zusammenhang haben wir uns zum Ziel gesetzt, den Umständen entsprechend leicht zu verstehende Produkte zu entwickeln, die darüber hinaus einfach zu integrieren und zu bedienen sind. 

etz: Sie erwähnten bereits, dass Sie Mitglied im „WiTECK“-Konsortium sind. Bitte geben Sie einen kurzen Einblick in den aktuellen Tätigkeitsstand. Welchen Part nimmt Softing innerhalb des Konsortiums ein?
T. Hilz: „WiTECK“ steht für Wireless Industrial Technology Konsortium. Dabei handelt es sich um eine offene Non-Profit-Organisation zur hersteller- und plattformunabhängigen Implementierung von drahtlosen Standards für die Prozess- und Fabrikautomation. Hier haben sich führende Firmen der Verfahrenstechnik zusammengeschlossen, deren Ziel es ist, eine zuverlässige, kostengünstige und qualitativ hochwertige Alternative zu bisher etablierten Wireless-Standards zu entwickeln und seinen Mitgliedern zur Verfügung zu stellen.
Softing nimmt als offizieller Licensing Agent eine Sonderrolle ein. Zum einen erledigen wir die eigentliche Entwicklungs- und Programmierarbeit, wofür uns „WiTECK“ die Erlaubnis gewährt, die ursprüngliche Software zu modifizieren, zu portieren, zu erweitern und eigenständig zu vermarkten. Zum anderen fungieren wir damit als eine Art Zwischenhändler oder Makler, der Lizenzen an Nicht-Mitglieder verkaufen darf.

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Autor: Inge Hübner