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Energie und Daten im Schiff verteilen

Bild 1. Werden die oftmals mehrere Tonnen schweren Container auf ein Schiff geladen, verhindert eine Ballaststeuerung, dass das Schiff dabei ins Wanken kommt

Bild 2. Ein Blick in den Schiffskontrollraum

Bild 3. Die schmalen Diodenmodule erlauben den platzsparenden Aufbau von redun­danten Versorgungs­sys­temen in den Steuer­schränken der Schiffskon­troll­systeme. Zur Ethernet-Kommunikation zwi­schen den Steuerschränken und Arbeitsstationen kommen ungemanagte Fast-Ethernet-Switches zum Einsatz

Als Dienstleister, Berater, Entwickler und Erfinder bietet S-two Lösungen für sämtliche Aufgabenstellungen im Bereich der intelligenten Schiffskon­troll- und -steuerungs­technik. Für die zuverlässige Versorgung und Übertragung in der rauen Schiffsumgebung kommen GL-zugelassene Stromversor­gungen und Ethernet-Switches von Weidmüller zum Einsatz.

Container, die auf Schiffe verladen werden, bringen oft mehrere Tonnen Gewicht auf die Waage. Werden diese mit Kränen auf die zugeteilte Position auf dem Schiff abgeladen, würde dieses normalerweise in Schieflage geraten. Durch gezielte Ballaststeuerung behält das Schiff beim Beladen jedoch permanent seine Lage bei. Die Ausgleichsregelung erfolgt durch die Betätigung der Absperrklappen von Ballastwassertanks. Auf diese Weise wird systematisch Wasser aufgenommen oder abgegeben, sodass das Schiff (Bild 1) beim gesamten Beladungsvorgang in stabiler Lage bleibt.
Das ist eine von vielen Herausforderungen rund um den Schiffbau, denen sich S-two mit seinen Systemlösungen erfolgreich stellt. Weitere Einsatzgebiete der Schiffskontrollsysteme sind der Abgleich des definierten Tiefgangs sowie der Transport des Bunkeröls und das Abpumpen der Bilge.

Multifunktionales Kontrollsystem
Früher wurden die Absperrklappen der verschiedenen Tanks auf einem Schiff per Tastenbetätigung geöffnet oder geschlossen. Heute erfolgt die Bedienung per Panel-PC. Hierfür kommt das multifunktionale Schiffskon­trollsystem Poseidon zum Einsatz. Aufgrund seiner Modulbauweise ist es auf die Anforderungen von Containerschiffen, Öl- und Chemikalientankern, Gastankern, Multi-Purpose-Schiffen und Luxuslinern anpassbar. Die Bedienung aller Untersysteme erfolgt über eine benutzergeführte Bedienoberfläche. Diese kann auf verschiedene Arbeitsstatio­nen verteilt werden, zum Beispiel im Engine Control Room, Cargo Office oder Wheel House. Dabei sind die Zugriffsrechte auf die jeweiligen Subsysteme individuell zwischen den einzelnen Stationen vergebbar.
Entsprechend der Kundenanforderungen sind Valve Remote Control System (VRC), Tank Management System (TMS), Anti-­Heeling System (AHS), Ladungsrechner mit Online-Schnittstelle zum Tank-Management-System, Alarmmanagement sowie Schnittstellenmanagement als Subsysteme inte­grier­bar. Sie sind untereinander austauschbar und lassen sich modular zusammenstellen. Dabei verfügt Poseidon über Zertifizierungen aller wichtigen Klassifikationsgesellschaften. Um in Summe hochwertige Gesamtlösungen zu kreieren, legt S-two großen Wert darauf, dass auch alle anderen Systembestandteile den hohen Anforderungen des Schiffbaus entsprechen.
„Für die Ausstattung unserer Steuerschränke wählen wir Komponenten mit einer GL-Zulassung. Das erleichtert die Gesamtabnahme unserer Steuerschränke, die zum Beispiel durch den Germanischen Lloyd erfolgt“, erklärt Projektingenieur Andreas Dieckmann von S-two. Mit Blick auf die Weidmüller-Komponenten fügt er an: „Darüber hinaus sind uns hohe Qualität und Kompaktheit der Schaltschrankkomponenten wichtig. All das vereinen die Stromversorgungen und Ethernet-Switches von Weidmüller.“
Der Germanische Lloyd (GL) hat für die robusten Schaltnetzteile der Pro-M-Familie und die Industrial-Ethernet-Switches die GL-Zulassung erteilt. Damit sind sie uneingeschränkt im nationalen und internationalen Schiffneubau, bei Schiffumbauten, in meeres­technischen Bauwerken sowie im ­Offshore-Bereich ­einsetzbar.

Redundantes Einspeisesystem
Einen weiteren Fokus bei seinen Systemlösungen legt „S-two“ auf Sicherheit und Zuverlässigkeit. Aus diesem Grund sind alle Systeme redundant ausgelegt. „Wir erhöhen die Verfügbarkeit unserer Systeme durch den Aufbau redundanter Einspeisesysteme. Hierzu verwenden wir zusätzlich zur Pro-M-Stromversorgung die Di­odenmodule von Weidmüller“, so A. Dieckmann. „Aus­schlag­gebend für diese Wahl war für uns, dass bei der Montage der verschiedenen Pro-M-Module im Schaltschrank kein Abstand zur Kühlung notwendig ist. Dadurch können wir sie direkt aneinanderreihen. Außerdem sind die Module alternativ mit 20 A oder 40 A Ausgangsstrom erhältlich. Unsere individuellen Systeme können wir so je nach Bedarf mit einer aufeinander abgestimmten Versorgungslösung ­ausrüsten.“
Zur Ethernet-Kommunikation zwischen dem Steuerschrank und den Arbeitsstationen (Bild 2), wie dem Maschinenkontrollraum oder dem Cargo-Office, kommen ungemanagte Fast-Ethernet-Switches zum Einsatz (Bild 3). Diese wurden mit robusten Aluminiumgehäusen für den Einsatz in rauen industriellen Umgebungen entwickelt. Mit 3 cm Breite tragen sie, wie die Stromversorgungen, dazu bei, dass bei den Steuer­schränken platzsparende Aufbauten realisierbar sind.

Fazit
„Mit den GL-zugelassenen Elektro­nikkomponenten von Weidmüller stehen uns hochwertige Lösungen für das Versorgen und Kommunizieren in unseren individuellen Schiffskontrollsystemen zur Verfügung“, freut sich A. Dieckmann. „Begleitet durch den umfassenden Service des Weidmüller Vertriebsteams fügen sich die Komponenten optimal in unsere Systeme ein.“

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Autor: Julia Busse ist Redakteurin im Bereich technische/werbliche Marketing-Medien bei der Weid­müller Interface GmbH & Co. KG in Detmold.