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06.04.2013

Auf Rekordjagd für günstigen und sauberen Solarstrom

Solarstrom wird noch effizienter

Die Preise für Solarstromanlagen haben sich in den letzten drei Jahren mehr als halbiert. Rund hundert Forscher arbeiten gemeinsam in der Innovationsallianz Photovoltaik an weiteren Fortschritten bei der Kostensenkung von Solarstrom. Ein Schlüssel dazu ist die Steigerung des Wirkungsgrads von Solarzellen und -modulen.

Je höher der Wirkungsgrad, desto niedriger können die Kosten für den aus der Photovoltaik-Anlage gewonnenen Strom sein. Daran arbeiten zehn Solarunternehmen und vier Forschungseinrichtungen im Projekt Sonne. „Wir haben uns einiges vorgenommen. Die Modulleistung soll von heute 240 W bis 250 W auf deutlich über 300 W erhöht werden. Durch eine längere Modullebensdauer und optimierte Fertigungsabläufe beabsichtigen wir eine Kostenreduktion des Solarstroms um ein Drittel“, erklärt Dr. Karl-Heinz Stegemann, Koordinator des Forschungsprojektes und Bereichsleiter der Solarworld Innovations GmbH das Projekt. Im Labor haben die Forscher bereits Spitzenwerte von über 20 % Zellwirkungsgrad erreicht. Jetzt wollen sie die Innovationen produktionstauglich machen.

Ein anderer Ansatz zur Kostenreduktion ist der Ersatz von kostentreibenden Materialien bei der Produktion. Daran arbeiten die Forscher des Projekts Lasvegas. „Durch die Verwendung von Kupfer anstelle von Silber lassen sich die Materialkosten drastisch reduzieren. Mit optimierten Prozess- und Verfahrensschritten wollen wir zugleich die Leistungsfähigkeit konventioneller Silizium-Module weiter verbessern – und das bei einer Kostenersparnis von bis zu zehn Prozent der gesamten Fertigungskosten“, so Dr. Holger Kühnlein, Koordinator des Forschungsprojektes aus der Entwicklungsabteilung der Rena GmbH. Die Ergebnisse des Anlagenbauers aus Freiburg und des Cis Forschungsinstituts für Mikrosensorik und Photovoltaik aus Erfurt sollen auf eine industriekompatible Anlagentechnik übertragen werden, um eine zukünftige Umsetzung bei den beteiligten Unternehmen sicherzustellen.
Mit über 100 Mio. € fördern das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Innovationsallianz Photovoltaik seit 2010 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben deutscher Solarunternehmen und Forschungseinrichtungen. Die deutsche Solarbranche plant im Gegenzug Investitionen in geschätzter fünffacher Größenordnung in die Umsetzung der Ergebnisse in Deutschland. Dadurch sollen die Forschungsanstrengungen im Bereich der Photovoltaik gebündelt, die internationale Wettbewerbsfähigkeit gesichert und der Innovationsvorsprung deutscher Photovoltaik-Unternehmen weiter ausgebaut werden.