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Da die Betreiber von Windenergieanlagen unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen haben, sollten die Wartungskonzepte entsprechend modular sein

Wartungskonzepte für Windenergieanlagen

Bild 1. Dies ist eine Übersicht der Wartungsmodule von Availon, in dem nicht alle Leistungen aufgeführt sind

Fragten Betreiber von Windenergieanlagen (WEA) in der Vergangenheit beim Service vor allem nach Basisleistungen mit entsprechender Ersatzteilversorgung sowie Wartung und Instand­haltung, hat sich der Bedarf in den letzten zwei Jahren grundlegend gewandelt. Um die individuellen Wünsche in vollem Umfang zu befriedigen, bietet der markenübergreifende Serviceanbieter Availon ein modular aufgebautes Konzept an.

Der Wandel im Service von Windenergieanlagen ist im Grunde nicht verwunderlich, da viele Anlagen zunehmend in die serviceintensiven Jahre kommen. Demzufolge wächst auch das Interesse an Vollwartungsverträgen, wie eine Umfrage des Bundesverbandes Windenergie e.V. von 2012 belegt. Demnach setzen nur noch 34 % auf eine Grundversorgung ihrer WEA. Die Zahl der Betreiber mit Vollwartungsverträgen steigt indes stetig.

Risiken abgeben
WEA-Betreiber wollen vor allem eins: mit ihrem Anlagen­bestand größtmögliche Erträge erzielen. Ein Ziel, das sich nur mit einer hohen Verfügbarkeit realisieren lässt. Der möglichst störungsfreie Betrieb von WEA hängt dabei nicht nur von einem zuverlässigen Service, also einer regelmäßigen Wartung und Instandhaltung inklusive guter Ersatzteilversorgung ab, die gegebenenfalls auch die Bereitstellung von Großkomponenten vorsieht, sondern unter anderem auch von technischen Optimierungen. In diesem Zusammenhang möchten Betreiber zwar offensichtlich einen Großteil der Risiken in Bezug auf den Service abgeben, bei der Auswahl der Leistungen jedoch gleichzeitig ein entscheidendes Wort mitreden.
Eine solche Entwicklung hat Availon bereits frühzeitig erkannt und daher, unter anderem auf Basis von Kundengesprächen, ein flexibles, modular aufgebautes Servicekonzept entwickelt. Die Antwort des markenübergreifenden WEA-Serviceanbieters aus Rheine auf den aktuellen Bedarf im Markt lautet „Service nach Maß“. Dieser Service basiert auf verständlich strukturierten und somit für jeden Interessenten transparenten Modulen, sodass jeder Betreiber flexibel die Leistungen auswählen kann, die er wirklich möchte und die in seine Budget­planungen passen.

Viel Raum für Wünsche und Eigenverantwortung
Availon bietet vier Serviceverträge an: Windkeeper ­Basic, Windkeeper Basic Modular, Windkeeper Complete Modular und Windkeeper Complete (Bild 1). Dabei ermöglicht der Vertrag Windkeeper Basic WEA-Betreibern den Einstieg in einen zuverlässigen Service, der eine Grundversorgung mit Wartungsarbeiten (gemäß Herstellerangaben, in der Regel zwei Mal jährlich) inklusive des kompletten Wartungsmaterials (alle benötigten Werkzeuge die für die Wartung notwendig sind sowie Kleinteile) beinhaltet. Diese Basisleistungen lassen sich auf Wunsch des Kunden mit Windkeeper Basic Modular erweitern. Die Bezeichnung „Modular“ ist hierbei durchaus wörtlich zu nehmen. Schließlich kann der Betreiber die Leistungen nach eigenem Ermessen flexibel auswählen, die er für einen Service über eine WEA-Grundversorgung hinaus für sinnvoll erachtet: von Fernüberwachung, über ein definiertes Verschleißteilpaket und Wartung sowie Austausch von Sicherheitskomponenten bis hin zur Triebstrangüberwachung. Dieser Service ist somit für Betreiber ideal, die für ihr Investment mehr erwarten als eine WEA-Grundversorgung, aber aus verschiedensten Beweggründen auch keine Vollwartung in Anspruch nehmen wollen.

Vollwartung: Eher weniger oder Rundum sorglos?
Im Bereich von Vollwartungsleistungen bewegt sich hingegen der Vertrag Windkeeper Complete Modular. Mit einer Fernüberwachung, einem Verschleißpaket und weiteren Wartungsmodulen enthält dieser Vertrag automatisch eine Reihe an Leistungen. Der Betreiber kann zudem bedarfsorientiert eine Verfügbarkeitsgewährleistung und/oder den Austausch von Großkomponenten ergänzen. Hierbei hat er ebenfalls die freie Wahl, ob unterschiedlichste Upgrades als Bestandteile der Servicepartnerschaft mit Availon integriert werden sollen oder nicht.
Was viele Betreiber in diesem Zusammenhang erwarten, aber herstellerunabhängige Serviceanbieter kaum anbieten, ist bei dem markenübergreifenden Servicedienstleister vom Basisangebot bis hin zum Windkeeper Complete Modular möglich: ein Servicevertrag bis zum 15. Lebensjahr der Anlage und somit eine langfristige Verpflichtung für die Erbringung von Leistungen gemäß der jeweiligen Vereinbarung.
Für einen Rundum-sorglos-Service sorgt der Windkeeper Complete. Mit diesem Vollwartungsvertrag geben Betreiber so gut wie alle Risiken an den Serviceanbieter ab, wozu auch der Ersatz von Großkomponenten gehört. Je nach Anlagentyp sind außerdem bis zu sechs Upgrades inklusive, sei es zur Steigerung der Sicherheit, der Produktion oder der Verfügbarkeit der WEA.

Das Plus an Leistung
Mit den modularen Services ist das Leistungsspektrum allerdings noch nicht erschöpft. Ein wesentlicher Unterschied von Availon zu anderen herstellerunabhängigen Anbietern ist das breitgefächerte Angebot an Lösungen zur Optimierung der WEA-Technik, wobei das Unternehmen ganz im Sinne von „markenübergreifend“ vor allem auf Eigenentwicklungen setzt. Optimierungen in Form von Upgrades und Produkten sollen die betreuten Windenergieanlagen auf den neuesten technischen Stand bringen, um deren Verfügbarkeit zu erhöhen und die Erträge zu steigern. Solche Upgrades und neue Produkte fließen als „Optimierungsmodule“ in das Servicekonzept ein. Betreiber von WEA haben somit zusätzlich zu den einzelnen Servicepaketen die Option, flexibel und bedarfsorientiert aus einer Reihe an Anlagenoptimierungen auszuwählen.

Hohe Aufmerksamkeit und Fairness
Insbesondere beim Thema technische Optimierungen ­haben Serviceanbieter, wie Availon, gegenüber WEA-Herstellern den Vorteil, mit ihren Kunden wesentlich offener über Anlagenmängel zu reden. Gleichzeitig sind sie bestrebt, Lösungen anzubieten, die solche Mängel dauerhaft abstellen bzw. beseitigen. Eine Aufgabe, auf die man sich konzentrieren kann, da der Service das Kern­geschäft ist. WEA-Hersteller müssen sich hingegen neben ihrem Wartungs- und Serviceangebot vor allem auf den zunehmend schwieriger werdenden Absatz von Anlagen konzentrieren.
Vor einigen Jahren, als die Branche noch ein enormes Wachstum zu verzeichnen hatte, herrschte bei vielen Betreibern eine hohe Unzufriedenheit, da etliche WEA-Hersteller im Service keinen besonders lukrativen Markt sahen. Eine Einstellung die sich mittlerweile geändert hat – auch durch den Druck herstellerunabhängiger Anbieter. Dennoch zeigt die Marktentwicklung, dass viele Anlagenhersteller aus Sicht von WEA-Betreibern besonders beim Service nach wie vor nicht besonders gut abschneiden. Über die Gründe mag man mutmaßen – eine hohe Aufmerksamkeit und der faire Umgang der herstellerunabhängigen Dienstleister mit ihren Kunden ist aber hierfür sicherlich auch ausschlaggebend.

Wachsende Professionalität
Ein wichtiger Aspekt für den weiterhin wachsenden Bedarf an Leistungen von Serviceanbietern, wie Availon, ist deren zunehmende Professionalisierung. Das fängt bereits bei entsprechenden Zertifizierungen an. Insbesondere für EVU, die vermehrt auf freie Anbieter setzen, als auch für Großinvestoren ist dies ein zentrales Entscheidungskriterium. Die Blicke von Banken und Versicherungen sind ebenfalls im Zusammenhang mit dem wachsenden Bedarf nach WEA-Vollwartung in diese Richtung geschärft. Für die Banken als Finanzier ist es im Sinne der Risikominimierung entscheidend, dass die Kosten über die erwartete Gesamtbetriebslaufzeit einer WEA kalkulierbar bleiben. Versicherer setzen einen vollumfänglichen Service nicht voraus, ziehen ihn aber in der Regel anderen Vertragsleistungen vor. Außerdem achten sie darauf, dass Wartungen und Reparaturen an WEA nur von gut geschulten und zertifizierten Anbietern durchgeführt wird.

Kein vorzeitiges „Verfallsdatum“
Letztendlich obliegt es dem Betreiber, in welchem Umfang er die Risiken im Hinblick auf den Service seiner WEA selbst tragen möchte. Die Aufgabe eines markenübergreifenden Serviceanbieters wie Availon ist es, ihn hierbei kompetent und fair zu beraten. Sollte sich ein Betreiber für eine Vollwartung entscheiden, ist es aber wichtig, dass der Servicepartner seine Leistungen und damit Versprechen an den Kunden auch auf lange Sicht einhalten kann und die Vereinbarungen nicht unversehens mit einem vorzeitigen „Verfallsdatum“ enden. (no)

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Autor: Ulrich Schomakers ist ­Geschäftsführer der Availon GmbH in Rheine