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01 Mit 265 m war „New York by Gehry“ für einige Monate das höchste Wohngebäude in New York

Extreme Fassadenreinigung braucht zuverlässige Antriebe

02 Das Reinigungssystem für den Wolkenkratzer „New York by Gehry“ ist täglich im Einsatz: rechts oben der Teleskoparm und unten die Reinigungsgondel

03 Die maßgeschneiderte Reinigungsanlage des Typs Gind SJ ist in der Lage, jeden Winkel an dem Gebäude mit dem ungewöhnlichen Design zu erreichen

04 Zwei Kegelradgetriebemotoren des Typs SK 9032.1 dienen zum Aus- und Einfahren des Teleskoparms

05 Ein Kegelradgetriebemotor vom Typ SK 9042.1 treibt die Lastenwinde an

Die New Yorker Skyline hat ein neues Wahrzeichen. Der Wolkenkratzer „New York by Gehry“ fällt durch seine wellenreiche Edelstahlfassade auf. Je nach Lichteinfall erscheint das Wohngebäude leicht wie der Wind, organisch wie ein Baum, hart wie die Rocky Mountains oder zerbrechlich wie ein Kristallpalast. Mit der Aufgabe, ein Konzept für die Fassadenreinigung zu realisieren, wurde der spanische Spezialist Gind betreut. Bei der Entwicklung und der Umsetzung leistete der Antriebslieferant Nord Drivesystems wertvolle Hilfestellung.

Im New Yorker Finanzdistrikt sind Wohngebäude rar. Der 76 Etagen hohe Wolkenkratzer „New York by Gehry“ (Bild 1) sticht auch in dieser Hinsicht heraus. Neben einer Schule und einem Krankenhaus beherbergt er annähernd 900 Wohneinheiten. Von außen ist vor allem das Fassadendesign markant. Es stammt von dem renommierten Architekten Frank Gehry, der auch das Guggenheim-Museum in Bilbao entworfen hat. Aufgrund der architektonischen Eigenheiten erwies sich die Entwicklung der Reinigungs- und Wartungstechnik allerdings als äußerst kompliziert. Die Fassade ist nämlich zweifellos eine der komplexesten jemals realisierten, da sie gänzlich asymmetrisch ist und nicht ein Gebäudeteil dem anderen gleicht.*

Umfassende Antriebstechnik vom langjährigen Partner
Auf die Konzeption, Herstellung und Installation von maßgeschneiderten Systemen zur Wartung und Reinigung von Gebäudefassaden ist das spanische Unternehmen Gind (Góndolas in Design) spezialisiert. Die Anlage für den Gehry-Wohnturm wurde so konstruiert, dass es möglich ist, mit der Gondel jeden Winkel der Gebäudefassade zu erreichen (Bild 2). Dafür war besonders leistungsfähige Antriebstechnologie erforderlich. Diese bezog Gind, wie üblich bei Nord Drivesystems. Der Stammlieferant für Getriebemotoren und Frequenzumrichter wurde bereits bei der Planung und der Konstruktion in das Projekt einbezogen. „Wir arbeiten bei allen unseren Projekten mit Nord zusammen, da sie auf technischer Ebene unser höchstes Vertrauen genießen“, erklärt Hugo Donoso, Managing Director von Gind. „Die Qualität ist ausgezeichnet. Zudem bietet Nord einen internationalen Kundendienst und konkurrenzfähige Preise.“ Die komplett nach Maß entworfene und berechnete Fassadenreinigungsanlage besteht aus einer Arbeitsgondel, einer speziellen Führungsbahnkonstruktion auf der Fassade und einem Multiteleskop-Sockel zum Erreichen der Gebäudefluchten (Bild 3). Die Antriebe von Nord erfüllen dabei unterschiedliche Funktionen: Sie heben und drehen den Sockel und gleichen sein Gewicht aus. Außerdem treiben sie die Teleskopeinheiten sowie eine Lastenwinde an.

Passende Antriebsmechanik und –elektronik
Für den Hub lieferte Nord ein Kegelradgetriebe mit Bremsmotor, das die Trommel für das Gondelkabel dreht. Ein SK-500E-Frequenzumrichter dämpft das Anfahren und Anhalten der Gondel und sorgt durch eine dynamische Kabellängenanpassung außerdem dafür, dass die Gondel eine stabile Höhe beibehält, wenn der Teleskoparm betrieben wird. Durch das Aus- und Einfahren des Teleskoparms wird die Gondel unabhängig von der Position jeweils in derselben Distanz zur Fassade gehalten. Der Arm besteht aus zwei Teleskopeinheiten, die jeweils von einem Kegelradgetriebemotor angetrieben werden (Bild 4). Der Gegengewichtsmechanismus (der Kasten an der Rückseite des Masts) ist von fundamentaler Bedeutung, da die Struktur ohne ihn sehr viel stärker sein müsste und dadurch schwerer und teurer würde. Das Gegengewicht wird beim Aus- und Einfahren des Teleskoparms über einen Kegelradgetriebemotor vor- und zurückbewegt. Dieser hält außerdem den Schwerpunkt der Maschine am Drehpunkt der gesamten Vorrichtung. Ein Frequenzumrichter des Typs SK 500E regelt die Bewegung des Gegengewichts mit Beschleunigungs- und Verzögerungsrampen. Damit die Gondel auf jeder Seite des Gebäudes eingesetzt werden kann, greifen zwei Stirnradgetriebe in einen Getriebering, um die komplette Anlage zu drehen. Auch hier dämpft ein SK-500E-Frequenzumrichter das Anfahren sowie das Anhalten. Er passt außerdem die Drehgeschwindigkeit an, je nachdem, ob der Teleskoparm ein- oder ausgefahren ist. So wird die Bewegung der Gondel ausgeglichen. Das New Yorker Projekt machte auch die Aufnahme einer Winde notwendig, da die Gondel nur für die Beförderung des Reinigungspersonals und dessen relativ leichter Ausrüstung ausgelegt ist. Ein Kegelradgetriebemotor von Nord sorgt für den Aufzug von Lasten, wie neue Glasscheiben zur Reparatur der Gebäudefassade oder Klimaanlagen, auf das Flachdach des Gebäudes (Bild 5).

Auswahlkriterien
Ausschlaggebend für die Entscheidung Nord-Antriebe einzusetzen waren laut H. Donoso die hohe Qualität, der gute Service sowie der weltweite technische Support, da Gind alle produzierten Geräte und Anlagen exportiert. Seiner Meinung nach ist der Grad der Zusammenarbeit zwischen den beiden Firmen optimal: „Nord hat mit uns die zu liefernde Ausrüstung ausgewählt und installiert. Die Dienstleistungen sind rund um die Uhr verfügbar und alle Herausforderungen, die im Laufe des Projekts aufgetreten sind, hat Nord bewältigt.“ Die hohen Anforderungen und die hohe Leistungsfähigkeit der Produkte waren ebenfalls von entscheidender Bedeutung. So bieten die Getriebemotoren eine zulässige radiale Belastung, die 24 % höher ist als die von konkurrierenden Getriebemotoren. Zudem tolerieren die Frequenzumrichter 25 % mehr Überlast als Modelle von anderen Herstellern. (no)

Variantenreiche Umrichterbaureihe
Die Schaltschrankumrichter der Familie SK 500E sind in den Baugrößen 1 bis 9 für Motornennleistungen von 0,25 kW bis 90 kW lieferbar. Noch leistungsstärkere Varianten sind in der Entwicklung. Merkmale wie sensorlose Stromvektorregelung, automatische Parameteridentifikation angeschlossener Motoren und ein integrierter Brems-Chopper für den generatorischen Betrieb gehören in der gesamten Serie ebenso zur Grundausstattung wie ein PID-Regler zur Prozessregelung und vier online umschaltbare Parametersätze. Die Abmessungen bleiben bei unterschiedlicher Funktionsausstattung gleich. Es sind wahlweise Typen mit Eignung für spezielle Anwendungen wie zum Beispiel Aufzugsevakuierungsfahrten erhältlich. Die Modelle SK 515E und SK 535E unterstützen die Funktion „Sicherer Halt“ nach DIN EN ISO 13849-1 (bis Sicherheitskategorie 4, Stopp-Kategorie 0 und 1). Das Spitzenmodell SK 540E unterstützt eine komfortable freie Programmierung antriebsnaher Funktionen nach “IEC 61131-3.”.http://www.beuth.de/de/norm/din-en-61131-3/201793112

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Jörg Niermann ist Bereichsleiter Marketing bei Nord Drivesystems in Bargteheide. joerg.niermann@nord.com