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13.05.2014

Siemens und Netze BW machen Verteilnetz fit für die Zukunft

Die Siemens-Division Smart Grid und der Verteilnetzbetreiber Netze BW haben das Projekt „Dezentrale Netzintelligenz“ ins Leben gerufen. Dabei soll das Verteilnetz im Raum Niederstetten in Baden-Württemberg durch die Implementierung einer dezentralen Intelligenz für die Herausforderungen der Energiewende fit gemacht sowie die Versorgungssicherheit auf dem bisherigen hohen Niveau gehalten werden. Ausgestattet mit so viel Intelligenz wie möglich und so wenig zusätzlichen Mittelspannungskabeln wie nötig, soll das bestehende Verteilnetz weitestgehend selbstständig operieren. Die Lösung wird auf erprobter Automatisierungstechnik von Siemens basieren, die in neuer Konfiguration zum Einsatz kommen wird. Die im Verlauf des Projektes gewonnenen Ergebnisse und Erfahrungen sollen in künftige Projekte der Netze BW einfließen.

Das nördliche Versorgungsgebiet des Umspannwerkes Niederstetten umfasst zwei Stromkreise mit zusammen 84 Ortsnetzstationen und längere Stromkreisabschnitte mit Freileitungen. Der Erdverkabelungsanteil liegt bei rund 45 %. In der Region speisen bereits heute zahlreiche erneuerbare Energiequellen ins Netz – Tendenz weiter steigend, was die Spannung in den Netzausläufern weiter ansteigen lässt. Zeitweise stößt das Netz im Raum Niederstetten damit an seine Belastungsgrenze. Anstatt darauf mit einem regulären Ausbau des Verteilnetzes zu reagieren, setzt Netze BW auf intelligente Systeme und nutzt die Rahmenbedingungen für die Umsetzung des neuen Projektes: Bis Ende 2014 soll eine dezentrale Netzintelligenz das Verteilnetz in Niederstetten zukunftssicher machen und dabei die bestehende Netzinfrastruktur optimal ausnutzen.

Störungsmanagement mit intelligenter Messtechnik
Beim Projekt „Dezentrale Netzintelligenz“ stehen die Netzüberwachung und das Störungsmanagement mit intelligenter Messtechnik und einer Weitbereichsregelung für die aktive Spannungshaltung im Vordergrund. Dazu werden neun Ortsnetzstationen an den wichtigsten Knotenpunkten mit Automatisierungstechnik ausgestattet und fünf Stationen mit Spannungsmesstechnik in den Netzausläufern. Dabei können die Messdaten fernübertragen werden. Im Zuge des Projekts wird über das Störungsmanagement eine Netzstudie mit einer detaillierten Zuverlässigkeitsberechnung für das Netz Niederstetten erstellt, vor und nach der Netzautomatisierung. Für die Weitbereichsspannungsregelung werden zwei Mittelspannungslängsregler installiert, inklusive Power-Quality-Messung auf der Primär- und der Sekundärseite. Die Spannungsregler erhalten ihre Stufbefehle während der gesamten Projektlaufzeit vom Netzgebietscontroller auf Basis der verteilten Spannungsmessung im Mittelspannungsnetz.

Statements
„Die Energiewende werden wir ohne intelligente Stromversorgungsnetze nicht meistern können. Die Technik dafür steht längst bereit – und Siemens hat hier industrieweit das umfassendste Portfolio. In Niederstetten werden wir zeigen, wie sich mit bewährten Produkten aus unseren Smart-Grid-Baukasten bestehende Verteilnetze fit für die Zukunft machen lassen“, sagte Jan Mrosik, CEO der Siemens-Division Smart Grid.
Martin Konermann, Geschäftsführer Technik bei der Netze BW GmbH: „Mit unserer dezentralen Netzintelligenz treiben wir den Aufbau einer cleveren und vorausschauenden Netzinfrastruktur in Deutschland voran. Denn wir wollen die Energiewende nicht nur aktiv mitgestalten. Wir machen ihre Umsetzung in den Kommunen und Gemeinden vor Ort überhaupt erst möglich.“
Das Herzstück des Modernisierungsprojektes ist ein dezentraler Netzgebiets-Controller im Umspannwerk Niederstetten, der auf einem Sicam-Automatisierungssystem von Siemens basiert. Er stellt die Spannungsregelung, das Störungsmanagement und die Kommunikationsanbindung sicher. Als Bindeglied zwischen dem zentralen Scada-System und den intelligenten Feldgeräten ermöglicht der Controller zudem im Störungsfall die Selbstheilung betroffener Netzabschnitte.