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01 Raffinerie-Zusatzstoffe werden nicht überall mit Schüttgutlastern angeliefert, sondern teils auch in losen Säcken. Der Schüttgutspezialist Pneumix bietet Handling- Lösungen für beide Fälle

Steuerungslösungen in Ex-Anwendungen kostengünstig umsetzen

02 „CUBEx“-Gehäuse für die elektrischen Komponenten erlauben den sicheren Betrieb von Pneumix-Anlagen in explosionsgefährdeten Umgebungen einer Raffinerie

03 und 04 Druckfest gekapselte „CUBEx“-Gehäuse von R. Stahl umhausen Nicht-Ex-Geräte sicher und ermöglichen so kostengünstige Steuerungskonzepte in Atex-Zone 1

Der niederländische Schüttgutspezialist Pneumix Injection Units BV ist Lieferant von Handling-Technik für die petrochemische Industrie. Angesichts der dort üblichen explosionsgefährdeten Umgebungen sind für alle eingesetzten elektrischen Systeme Schutzgehäuse unverzichtbar. Pneumix arbeitet daher seit Jahren mit Electromach electromach.nl und R. Stahl zusammen, um die eigenen Produkte mit Steuerungskästen in der Zündschutzart „Druckfeste Kapselung“ auszustatten.

Pneumix aus dem niederländischen Son bei Eindhoven stellt Anlagentechnik zur Einbringung von Schüttgut in petrochemische Prozesse her. Hier zählt das Unternehmen zu den weltweit führenden Spezialisten für die Handhabung verschiedener vor allem pulverförmiger Güter. Standardlösungen des Unternehmens sorgen für die Dosierung etwa von FCC-Katalysatoren, Additiven und Veredelungszusätzen in den Crack-Verfahren von Raffinerien. Solche Prozesszusätze sind essenziell für die Durchführung und für qualitativ hochwertige Ergebnisse der Erdölraffinierung, weshalb die Anlagen extrem zuverlässig und präzise arbeiten müssen. Raffinerien verbrauchen täglich mindestens einige Tausend Kilogramm an Zusatzstoffen. Die größte europäische Anlage in Antwerpen kommt auf einen Tagesverbrauch von 12 t bis 16 t. Noch größere Raffinerien befinden sich in Asien und im Mittleren Osten – in ihnen werden bis zu 50 t am Tag verarbeitet. Vor allem in diesen Regionen entsteht derzeit auch ein Großteil aller weltweit neu errichteten Anlagen, um den dort weiter ansteigenden Bedarf zu bedienen.

Auf alle Anlieferungen eingerichtet
Angesichts der beträchtlichen Mengen an Material braucht es zum Entladen und zum anschließenden Einsatz dieser Hilfsstoffe eine leistungsfähige Handling- Lösung. In Europa wird die Anlieferung in der Regel mit Schüttgutlastern flüssig abgewickelt, und die Logistik vor Ort ist auf diese Art der Versorgung abgestimmt. In Asien und dem Mittleren Osten ist der Vorgang oft traditioneller organisiert: Hier ist die Verwendung vieler einzelner 1-t-Säcke üblich, deren Handling eine ganz andere Vorgehensweise als das Entladen eines Lasterladeraums erfordert (Bild 1). Pneumix hat unterschiedliche Standardsysteme auf beide Varianten der Anlieferung abgestimmt, um in jedem Fall einen sicheren und effizienten Materialumschlag gewährleisten zu können. Zu ihren erfolgreichsten Maschinen zählt eine Einspritzeinheit in Form einer Schütte mit hochmodernen Wägezellen, die von Petrochemie-Anwendern vor allem für ihre Zuverlässigkeit und Präzision geschätzt wird. Über 130 dieser Anlagen sind in 32 Ländern in Betrieb. Die Projektierung und Montage der entsprechenden elektrischen und elektronischen Komponenten dieser Systeme erfordert viel Erfahrung im Explosionsschutz und große Sorgfalt bei der Implementierung. Unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Vorschriften und Normen muss eine technisch einwandfreie, zugleich jedoch auch möglichst flexible und wirtschaftlich attraktive Lösung entwickelt werden. In Europa sind beispielsweise neben den Ex-Definitionen der DIN EN 60079-14 VDE 0165-1 bei der Planung und beim Bau von Steuerungs- und Verteileranlagen allgemeingültige Vorschriften und Vorschläge zu beachten, darunter insbesondere die Normenreihe DIN VDE 0100 sowie die DIN EN 60204-1 VDE 0113-1.

Das Tochterunternehmen von R. Stahl, Electromach electromach.nl steht Pneumix seit Langem mit seiner Expertise im Explosionsschutz zur Seite und legt Gehäuse der „CUBEx“- Baureihe genau auf den Einsatzbereich in Erdölraffinerien aus (Bild 2). Dabei spielen natürlich auch die Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit der Lösungen eine wichtige Rolle. Angesichts des globalen Kundenkreises ist zudem nicht nur die Erfüllung europäischer, sondern auch zahlreicher anderer nationaler und regionaler Explosionsschutz- Standards notwendig, um neben Atex- und „IECEx“-konformen beispielsweise auch UL- oder Gost-zertifizierte Ausführungen bereitstellen zu können.

Vielfältig einsetzbare Ex-d-Systemgehäuse
Da Pneumix-Schütten für die Raffinierungszusätze zwangsläufig in gasexplosionsgefährdeten Bereichen stehen, legt der Hersteller seine Geräte standardmäßig für den Betrieb in der Atex-Zone 1 IIB T5 aus. Elektrische Nicht-Ex-Geräte werden in „CUBEx“-Gehäusen von R. Stahl geschützt installiert (Bild 3 und 4). Dadurch können statt einzeln Exgeschützter Betriebsmittel und Schaltgeräte günstigere handelsübliche Komponenten verwendet werden. Die Gehäuse bieten einen Grundschutz gegen das Eindringen von Gasen, wobei sich die Standard-Schutzklasse von IP54 bei Bedarf auf IP66 erhöhen lässt. Darüber hinaus bedeutet die Konstruktion gemäß der Zündschutzart Ex d (Druckfeste Kapselung) jedoch, dass die Gehäuse vor allem bei der eventuellen Explosion eines Gemischs im Inneren dem entstehenden Druck standhalten. Das intakte Äußere verhindert in einem solchen Fall, dass sich die Explosion auf die umgebende Atmosphäre ausdehnen und fortpflanzen könnte. Gehäuse in dieser Bauart müssen gegebenenfalls besonders gekühlt werden, wofür Electromach electromach.nl und R. Stahl spezielle externe Kühlplatten entwickelt haben.

Electromach electromach.nl übernimmt bei Bedarf die Projektierung und Vorverdrahtung der Einheiten, um Installationsarbeiten am Einsatzort zu verkürzen und zu vereinfachen. Bedien- und Anzeigeelemente können bei den Gehäusen direkt in den Deckel montiert werden. Um großflächig freie Sicht auf die Installationen im Innenraum zu ermöglichen, lassen sich außerdem Schaugläser in den Deckel oder die Seitenwände einsetzen. Die auch seewasserbeständigen Gehäuse tolerieren Umgebungstemperaturen im Bereich von –55 °C bis 60 °C. Standardausführungen bestehen aus einer kupferfreien Aluminiumlegierung und sind mit einer Pulverbeschichtung versehen. Ebenfalls erhältlich sind Modelle aus Edelstahl in der Qualität SS316. 13 Baugrößen von 235 mm × 235 mm × 270 mm bis 730 mm × 730 mm × 570 mm (Innenabmessungen von 157 mm × 157 mm × 222 mm bis 640 mm × 640 mm × 487 mm) stehen zur Auswahl. Mit bis zu drei Montageebenen kann der Einbauraum voll ausgenutzt werden. Durch eine spezielle Direktdurchführung lassen sich gegebenenfalls auch Verbindungen zwischen zwei Druckraumgehäusen herstellen, um mehrere „CUBEx“-Gehäuse einfach und flexibel miteinander zu kombinieren. Der Wegfall von Anschlussraumgehäusen zur Durchverbindung ermöglicht damit kompakte Ausführungen von Steuerungs-, Bedien- oder Energieverteilungssystemen. (ih)

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Autorin:
Kerstin Wolf ist Referentin Unternehmenskommunikation/Public Relations Coordinator bei R. Stahl in Waldenburg. sales-ex@stahl.de