A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz
ETZ Logo VDE Verlag Logo

Power+Boards im Bundle

01 Die Netzteile von Bicker Elektronik kommen unter anderem in den Kiss-Industrieservern von Kontron zum Einsatz

02 Markus Bicker ist Geschäftsführer der Bicker Elektronik GmbH

03 Günther Dumsky ist Technologymanager Embedded Systems bei Kontron

Seit knapp 20 Jahren liefert Bicker Elektronik Stromversorgungslösungen in die Industrie und die Medizintechnik. Dabei gehören auch „Power+Board“-Bundles zum Leistungsspektrum. Bei diesen setzt das Unternehmen unter anderem auf Industrie-Mainboards von Kontron. Vorteile für den Kunden ergeben sich beispielsweise aufgrund der vorgetesteten und damit nachgewiesenen Kombinationsmöglichkeit.

Herr Bicker, bitte erläutern Sie kurz die Hintergründe, wie es zu Ihrer Zusammenarbeit mit Kontron kam und wie lange sie besteht.
M. Bicker: Kontron ist für Bicker Elektronik ein „Kunde der ersten Stunde“. Die Zusammenarbeit startete im Jahr 1996: Ein Mitarbeiter der Firma war auf uns aufmerksam geworden, weil wir bei den damals aktuellen PC-Netzteilen des AT-Standards bereits Modelle im Programm hatten, die für 50 °C Umgebungstemperatur zertifiziert waren. Der damalige Industrie-PC von Kontron sollte für einen Temperaturbereich von 0 °C bis 50 °C spezifiziert werden. In Zusammenarbeit mit Kontron implementierten wir zusätzlich noch eine kundenspezifische Lösung hinsichtlich der erhöhten Störfestigkeit für industrielle Anforderungen und so konnten wir erfolgreich das erste Projekt gemeinsam realisieren. Bis heute setzt Kontron für seine anspruchsvollen Applikationen auf die Qualität und Zuverlässigkeit unserer Produkte. Neben einem breiten Produktportfolio hochwertiger Industrie- und Spezialnetzteile – etwa mit Schutzlackierung, in redundanter Ausführung oder für die Medizintechnik – bieten wir unserem Partner ein umfangreiches Servicepaket und stets einen „direkten Draht“ bei allen Fragen und Anliegen.

Herr Dumsky, was waren für Kontron die ausschlaggebenden Gründe, sich zur Zusammenarbeit mit Bicker Elektronik zu entschließen?
G. Dumsky: Kontron steht als global führendes Unternehmen der Embedded-Computer-Industrie für innovative Technologien, Langzeitverfügbarkeit, robuste Systemauslegungen und vor allem Qualität und Zuverlässigkeit. Deshalb brauchen wir auch Lieferanten, die diese Qualitätsstandards ebenfalls jederzeit erfüllen können. Wir setzen Bicker-Netzteile unter anderem in unseren Kiss-Industrieservern ein (Bild 1). Kunden erhalten die applikationsfertige Systemauslegung inklusive Motherboard aus einer Hand. Unsere Kunden legen großen Wert darauf, dass wir die volle Systemverantwortung übernehmen können. Deshalb ist der Netzteillieferant als einer der wenigen Zulieferanten für unsere Systeme von entscheidender Bedeutung. In Bicker haben wir dafür einen zuverlässigen Partner gefunden, der auf Boardlevel diese Bundles auch selbst im Zuge seines „Power+Board“-Angebots vertreibt. Somit sind wir gewissermaßen Kunden und Lieferanten zugleich.

Herr Bicker, bitte geben Sie einen kurzen Überblick über das heutige „Power+Board“-Lösungsspektrum.
M. Bicker: Neben dem breiten Spektrum an Industrie- PC-Netzteilen bieten wir unseren Kunden zudem passende Industrie-Mainboards an. Für den sicheren und energieeffizienten Betrieb eines IPC-Systems ist hierbei entscheidend, dass die zentralen Einheiten „Netzteil“ und „Mainboard“ optimal zusammenarbeiten. Obwohl für beide Komponenten detaillierte Design-Guides gelten, treten in der Praxis immer wieder kritische Situationen beim Systemstart oder während des laufenden Betriebs auf. Genau hier setzt unser „Power+Board“-Konzept an. In unserem hauseigenen Labor testen wir aktuelle Kombinationen unserer Industrie-Netzteile und Embedded-Motherboards von Kontron. Unter anderem werden das Einschaltverhalten sowie Start-up-Timing aller Ausgangsspannungen, die Einschaltstrom- Kennlinie, die Performance im Idle-Mode und unter Burnin- Testbedingungen analysiert und messtechnisch dokumentiert. Zusätzlich wird das Systemverhalten bei statischen und dynamischen Lasten geprüft. Wir gehen hier bewusst bis an die Belastungsgrenzen des Netzteils. Insbesondere stark schwankende Lasten, verursacht durch die Applikationen auf dem Motherboard oder den angeschlossenen Systemkomponenten, haben großen Einfluss auf die Ausgangsspannungen des Netzteils und somit auf die Systemstabilität und dessen Verfügbarkeit.

Welche Vorteile ergeben sich für den Kunden aus Ihren „Power+Board“-Bundles?
M. Bicker: Die geprüften Netzteil- und Mainboard- Kombinationen kommen unter anderem in den Kiss-Industrieservern von Kontron zum Einsatz. Der Kunde erhält ein ideal auf die jeweiligen Applikationsanforderungen abgestimmtes Systemlayout. So vielfältig wie die Bestückung der Kiss-Server mit Motherboard und Peripheriekomponenten ist, so unterschiedlich ist auch der Strombedarf. Durch das durchgängig optimiert dimensionierte, fertig evaluierte Gesamtpaket profitieren die Kunden von dieser Serviceleistung und einer zuverlässigen Systemauslegung. Darüber hinaus können sie so Kosten sparen: Ein richtig dimensioniertes Netzteil reduziert sowohl die Anschaffungskosten als auch die Betriebskosten durch bestmögliche Energieeffizienz.

Herr Dumsky, Kontron hat Bicker Elektronik 2011 in den Status des Preferred Supplier in der Materialgruppe Power Supplies erhoben. Welche Anforderungen muss ein Unternehmen erfüllen, um diesen Status zu erlangen?
G. Dumsky: Preferred Supplier zeichnen sich durch eine hohe Fachkompetenz und überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit aus. Ausschlaggebend für die Ernennung zum Preferred Supplier war neben der langjährigen Kooperation auch die Tatsache, dass Bicker Elektronik das Thema Service gross schreibt. Das Unternehmen bietet eine Vielzahl an Dienstleistungen rund um das Produkt, wie Beratung, Hotline für technischen Support, ein eigenes Testlabor sowie eine umfangreiche Lagerhaltung. All das ist wichtig, auch für den Service, den wir unseren global agierenden Kunden bieten.

Herr Dumsky, zu Beginn seines Geschäftsjahres 2013/14 (1. April) hat Kontron sich neu organisiert und positioniert. Inwieweit hatte/hat dies Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit Bicker Elektronik?
G. Dumsky: Unsere Ausrichtung in branchenorientierte Business Units unterstreicht unsere System- und Lösungskompetenz für global führende OEM. In der Business Unit Automation konzentrieren wir uns beispielsweise auf die Belange der großen Maschinenbau-OEM und Automatisierungsanbieter und bieten ihnen als Engineering-Partner Systeme und Baugruppen, die applikationsfertig und exakt auf ihre individuellen Anforderungen zugeschnitten sind. Hierzu entwickeln wir ein breiteres Lösungsangebot auf Standardsysteme-Ebene, sodass Kunden diese Lösungen kosteneffizienter auch kundenspezifisch zugeschnitten bekommen können. Das bedeutet für uns eine Fokussierung auf eine ganzheitliche Lösungskompetenz für diese Kunden mit Full-Service-Dienstleistungen aus einer Hand. Der Bedarf, kompetente Lieferanten zu haben, steigt dadurch sogar. Und es ist sicherlich nicht von Nachteil für die Beziehung zu Bicker, das wir den Standort Augsburg zu einem zentralen, hochmodernen Technologiecampus ausbauen werden, denn dieser Standort liegt in etwa auf halber Stecke zwischen dem Bicker-Standort Donauwörth und unserem Hauptsitz in Eching.

Herr Bicker, momentan fokussieren Sie sich mit Ihren Lösungen auf den Industrie- und Medizintechnikbereich. Sollen zukünftig weitere Branchen erschlossen werden?
M. Bicker: Wir sind nicht nur im Industrie- und Medizinbereich aktiv. Darüber hinaus bedienen wir aktuell Kunden im Bereich Gaming, Point-of-Sales, Maritim und Transportation. Zudem werden wir unser Produktportfolio, welches neben Industrie-PC-Netzteilen auch lüfterlose Open-Frame-Modelle, Netzmodule und USV-Systeme umfasst, in nächster Zeit um neue Stromversorgungsprodukte erweitern. Hierzu zählen kompakte Hutschienennetzteile, eine neue Tischnetzteil-Serie sowie verschiedene DC/DC-Wandler.

Bitte geben Sie einen kurzen Einblick in die gemeinsamen Zukunftsperspektiven.
M. Bicker: Die Firma Kontron ist für uns nicht nur ein sehr guter Kunde, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber für Neuentwicklungen und Verbesserungen. Deshalb werden wir für sie auch in Zukunft immer ein „offenes Ohr“ haben und ihr mit unserem gesamten Team voll zur Verfügung stehen.
G. Dumsky: Bicker hat Potenzial, sein Lösungsportfolio auch in den weiteren genannten Branchen bei uns zu positionieren. Wir sind offen, auch gemeinsam an der weiteren Entwicklung der Beziehungen zu führenden OEM und Automatisierungsanbietern zu arbeiten, denn letztlich ist es das Ziel beider Unternehmen, höchste Zuverlässigkeit und Qualität zu bieten, um mit den führenden Unternehmen der jeweiligen Branchen zusammenarbeiten zu können. (ih)

Der Beitrag als pdf