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Mit dem Netzanalysegerät PEM735 können sämtliche relevanten Charakteristika der Spannung überwacht und beurteilt werden

Netzproblemen auf der Spur

Michael Faust, Produktmanager bei der Bender GmbH & Co. KG: „Unser übergreifender Lösungsansatz, um Netzproblemen auf die Spur zu kommen, kombiniert elektrische Sicherheit mit dem Erfassen von Energieverbräuchen und einem Power Quality Monitoring.“

Nichtlineare Betriebsmittel, wie Frequenzumrichter, Schaltnetzteile oder elektronische Vorschaltgeräte, verschmutzen das Stromnetz. Durch das Verzerren der typischen Sinuskurve ergeben sich Netzrückwirkungen, die benachbarte Verbraucher stören können. Mit einer systematischen Überwachung der Netzqualität lässt sich die Verfügbarkeit der Anlage erhöhen und ein störungsfreier Betrieb der Stromversorgung sicherstellen. Worauf es dabei ankommt, erfuhr die etz-Redaktion im Gespräch mit Michael Faust, Produktmanager bei der Bender GmbH & Co. KG.

Warum ist es wichtig, seine Stromversorgung zu kontrollieren?
M. Faust: Einerseits bewirkt die wachsende Anzahl nichtlinearer Betriebsmittel eine Intensivierung der Netzrückwirkungen, andererseits steigen die Anforderungen an die Verfügbarkeit und Energieeffizienz. Diese Diskrepanz erfordert ein angepasstes Monitoring von elektrischen Anlagen. Nur eine permanente Überwachung sowie eine Erfassung der kritischen Betriebsdaten schafft Transparenz und ermöglicht ein nachhaltiges Management.

Welche Lösungsmöglichkeiten bieten Sie dafür an?
M. Faust: Bender bietet einen übergreifenden Lösungsansatz, der drei wesentliche Kernbereiche miteinander verknüpft:
•Die elektrische Sicherheit (zum Beispiel in Form von Differenzstrom-Überwachungssystemen RCMS)
•das Power Quality Monitoring und
•das Erfassen von Energieverbräuchen.
Durch die permanente Anlagenüberwachung mit RCMS-Technik werden auffällige Veränderungen der anlagenspezifischen Ableit- und Fehlerströme in Alarme „übersetzt“. Gefährliche Situationen lassen sich durch sofortige Schaltsignale verhindern. Für die spätere Fehlersuche und Ursachenermittlung können in demselben System Messdaten der Power Quality- Geräte herangezogen werden. Auch die Auswertung der Energieverbrauchsdaten findet in diesem übergeordneten System statt.

Was hat ein Anwender davon, wenn er diese drei Überwachungssysteme miteinander kombiniert?
M. Faust: So lassen sich die Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz auf Auswirkungen im Bereich der Netzrückwirkungen überwachen. Beispielsweise kann die Umrüstung auf energiesparende Leuchtmittel eine erhebliche Verschlechterung des Oberschwingungsgehalts bewirken. Umgekehrt ermöglicht das System eine Analyse der Energiemehrkosten, die durch Einbringung von Kompensationsanlagen, Filtern oder ähnlichen Abhilfemaßnahmen entstehen.

Wodurch unterscheidet sich Ihr System von anderen am Markt verfügbaren?
M. Faust: Das wesentliche Merkmal des Bender-Monitoring-Systems ist das browserbasierte Konzept. Jedes internetfähige Gerät bietet heute einen Webbrowser. Hierüber kann sich der Nutzer mit der Bender-Systemzentrale verbinden und erhält Einblick in alle relevanten Daten. Ein Passwortgeschützter Zugang verhindert das unbefugte Verändern von Parametern oder einem hinterlegten Alarmverhalten des Systems. Der browserbasierte Ansatz garantiert durch eine zentrale Ablage der Systemdaten eine aktuelle Systemstruktur für alle Nutzer. Zudem erspart er dem Anwender aufwendige Softwareinstallation auf Endgeräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen.

Wie lassen sich die Messwerte und Analysen anzeigen?
M. Faust: Die Systemzentrale bietet einen Touchbildschirm, der in der Anlage die Messwerte des gesamten Systems anzeigt – ähnlich einem Bord-Computer im Pkw. Für detailliertere Analysen bietet sich die Nutzung des Webservers an. Damit kann der Nutzer die Power Quality-Analysen bequem in seinem Büro durchführen. Angepasst an die Anforderungen der Betriebsführung bietet die Systemzentrale eine Visualisierung, die den Anlagenzustand widerspiegelt.

Werden die Anwender nicht von der Flut an gesammelten Daten erschlagen?
M. Faust: Um den Umfang der Daten zu minimieren und auf das Notwendigste zu beschränken, bieten sowohl die Messgeräte als auch die Systemzentrale umfangreiche Filterfunktionen an. Beispielsweise schreibt ein PQ-Messgeräte PEM575 (Bild 1) nur dann Kurvenformen mit, wenn Ereignisse wie Transienten oder Spannungseinbrüche auftreten. Diese Aufzeichnungen werden im Gerät gespeichert und auf Anfrage des Nutzers über die Systemzentrale abgeholt und dargestellt. Die Systemzentrale überwacht nicht nur alle angeschlossenen Messgeräte, sie erzeugt auch Alarme und versendet E-Mails.

Ist die Implementierung solch eines umfassenden Überwachungssystems nicht sehr aufwendig?
M. Faust: Das grundlegende Konzept unseres Monitoring Systems ist eine intuitive Bedienung. Der Anwender ist beispielsweise in der Lage, eine Visualisierung per Drag-and-drop zu erstellen. Ein kleines Überwachungssystem bestehend aus wenigen Geräten ist jederzeit stufenweise erweiterbar. Die notwendige Konfiguration kann in der Systemzentrale mit einheitlicher Bedienung für unterschiedliche Geräte erfolgen. Auf Wunsch bietet Bender auch den gewohnten Inbetriebnahme-Service mit Schulung an.

Ihre Netzanalysegeräte erfassen eine Vielzahl von Daten und bereiten diese für den Anwender auf. Wird damit der Einsatz mobiler Netzanalysegeräte überflüssig?
M. Faust: Nein, absolut nicht. Der punktuelle, einmalige Einsatz von mobilen Power-Quality-Messgeräten ist hilfreich, um Verursacher von Netzrückwirkungen zu lokalisieren. (no)

Transparenz für elektrische Anlagen
Der Condition-Monitor CP700 ist eine intelligente Anzeigeund Bedieneinheit mit integriertem 7-Zoll-Touchbildschirm. In Verbindung mit Bender-Monitoring-Systemen bringt er Transparenz in elektrische Anlagen. Der Condition- Monitor dient einerseits der intuitiven Bedienung vor Ort und ermöglicht andererseits, durch seinen integrierten Webserver, die übersichtliche Parametrierung, Visualisierung und Diagnose der Geräte vom PC aus. Er kommuniziert mit allen angeschlossenen Bender-Monitoring-Geräten und stellt alle relevanten Informationen – zielgruppenorientiert aufbereitet – übersichtlich dar. Zu seinen Features gehören eine optimierte Darstellung der gesamten Stromversorgungsanlage auf unterschiedlichen Endgeräten die einheitliche Darstellung aller Bender-Geräte mit aktiver Alarmierung (Fremdgeräte optional) sowie die Unterstützung im Fehlerfall durch geführte Fehleranalyse.

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