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01  Topmatcher II – der multifunktionale Turbox-Mehrfacheinleger

01  Topmatcher II – der multifunktionale Turbox-Mehrfacheinleger

Steuerungsdaten für die Betriebsdatenerfassung

02  Armin Haag ist Technischer Leiter Elektro­technik bei ­Bahmüller

02  Armin Haag ist Technischer Leiter Elektro­technik bei ­Bahmüller

03  Das Config Tool des „SQL4automation“ Connectors

Für die Faltschachtelklebemaschinen Turbox des Unternehmens Bahmüller­ ­sollen die Daten der Steuerung mit möglichst wenig Aufwand für die Betriebs­datenerfassung zur Verfügung gestellt werden. Der Technische Leiter Elektrotechnik Armin Haag ist begeistert, wie einfach dies mit dem „SQL4automation“ Connector ­funktioniert.

Die Wilhelm Bahmüller Maschinenbau Präzisionswerkzeuge GmbH aus Plüderhausen ist weltweit anerkannter Spezialist für Maschinen und Anlagen für die Verpackungsmittelindustrie. Entwickelt und hergestellt werden von dem vor knapp 70 Jahren gegründeten Unternehmen im Dialog mit den Kunden Maschinen und Anlagen für die Wellpappe-Verarbeitung – mit Sonderfunktionen und Zusatzausstattungen, die allen Wünschen und Anforderungen perfekt entsprechen. Zum Verarbeitungsspektrum gehören Längsnaht-, Faltboden-, Mehrkammern- sowie 4-Punkt- und 6-Punkt-Schachteln.

Offen für individuelle Anforderungen
Zu den Highlights des Programms gehört die Faltschachtel­klebemaschine Turbox II (Bild 1). „Aus der Maschine kommen fertige verkaufsfertige Schachteln – flach gelegt, transportfähig, fertig gebündelt und palettiert“, betont Armin Haag, Technischer Leiter Elektrotechnik im Bereich Wellpappe-Verarbeitungssysteme (Bild 2). Die extra lang ausgeführte Press-Unit gewährleistet die sichere Verklebung auch bei hohen Geschwindigkeiten und großformatigen Zuschnitten. Durch die modulare Bauweise der Turbox ist ­diese offen für kundenindividuelle Anforderungen und kann bei Bedarf auch später noch nach- oder umgerüstet werden.
Die Maschine überzeugt durch einen hohen Automatisierungsgrad. Vom ACE-Feeder bis zum Pressband sind alle Verstellachsen in das Steuerungskonzept Boxflow Control eingebunden. Einstellarbeiten und Bedienung werden dadurch erleichtert und führen somit zu erheblichen Einsparungen bei den Rüstzeiten. Dieses Steuerungskonzept basiert auf dem Elau-System Pacdrive M von Schneider Electric.

„Direkt am Display – eingesetzt wird das Panel Vijeo Designer von Schneider Electric – lassen sich Zuschnittlängen und Breitenmaße für unterschiedliche Schachtelformate sowie Sonderschachteln eingeben und abspeichern“, stellt A. Haag heraus. „Daraus werden dann die notwendigen Maschinenvoreinstellungen sowie sämtliche Leimpositionen vollautomatisch berechnet. Wir können tausende Aufträge mit ­allen erforderlichen Parametern komplett hinterlegen.“
Alle einmal pro Kundenauftrag optimierten Einstellungen sind jederzeit exakt reproduzierbar. So steht ein breites Spektrum abrufbarer Einstellwerte zur Verfügung – das erleichtert nachhaltig die Arbeit des Bedieners, der sich nun ganz auf Feineinstellungen konzentrieren kann. Dies sichert eine hohe Produktqualität und reduziert die Fertigungs­kosten.

Daten in die kunden­spezifische BDE ­übernehmen
Ziel war es darüber hinaus, alle Produk­tions- und Maschinendaten einfach in die kundenspezifische Betriebsdatener­fassung zu übernehmen. Hierzu sollen die entsprechenden Steuerungsdaten in die Datenbank Firebird hinterlegt werden. „Die Steuerungen selbst eignen sich für die Datenhaltung nur suboptimal. Und auch die Rezeptverwaltung der Visualisierung kann das professionelle Datenmanagement nicht professionell lösen“, ist sich A. Haag sicher.
„Normalerweise wird für die Übergabe der Daten an die Datenbank ein Zwischentool programmiert; dies war auch unser erster Ansatz“, beschreibt der Techniker die mögliche Lösung. Das Problem dabei ist der Mangel an Hochsprachenprogrammierer. „Wir haben zwar gute Steuerungsprogrammierer, aber keiner außer mir kann Hochsprachen umsetzen“, setzt der gelernte Informatiker und Betriebswirt fort.
Hier kommt nun der „SQL4automation“ Connector von Inasoft „ins Spiel“, eine Softwarelösung, um Robotersteuerungen und SPS komfortabel über Ethernet mit Datenbanken zu verbinden. „Damit verfügen wir über die typischen Vorteile eines Standardtools: Ein Mittel-­Layer wird nicht benötigt und die entsprechenden Entwickler können für andere Projekte eingesetzt werden.“ Die wenigen Einstellungen in der Steuerungslogik übernehmen die Steuerungsprogrammierer problemlos selbst (Bild 3). Dies ist eine deutliche Arbeitserleichterung, die Ressourcen schont. „Einzig auf die richtigen Treiber in der Steuerung muss geachtet werden“, weiß der Automatisierungsspezialist. „Die reine Umsetzung mit „SQL4automation“ lässt sich allerdings sehr einfach programmieren. Ohne auf Zwischentools zu achten, können Änderungen sofort in der SQL-Datenbank auch im laufenden Prozess realisiert werden.“ Der Datenaustausch mit dem BDE-System läuft nun komfortabel über die Datenbank. Die gesammelten Informationen lassen sich unternehmensweit nutzen. „Ganz nebenbei werden die Maschinen auch fernwartungsfähig. In Zusammenhang mit Hochsprachen wäre dies kritisch zu sehen“, schließt A. Haag an.

Lösung läuft problemlos
Der „SQL4automation“ Connector läuft nun seit über  ­einem Jahr problemlos in den Turbox-Maschinen. „Wir merken gar nicht, dass die Lösung installiert ist und müssen uns überhaupt nicht darum kümmern“, so A. Haag. „Das ist für ­einen Automatisierungstechniker das höchste Lob.“ Nächstes Ziel ist es nun, mehrere Maschinen über eine Datenbank mit dem „SQL4automation“ Connector miteinander zu verknüpfen.
Inzwischen wird die nächste Maschinenserie für ­„SQL4automation“ adaptiert. Diese BGM Jumbo Inline­maschinen verarbeiten auch große und größte Verpackungen aus schwerer und schwerster Wellpappe. „In den Inline-Maschinen sind Simatic-Steuerungen S7-319 F im Einsatz. Auch diese Steuerungen ließen sich in wenigen Schritten mit SQL-Datenbanken verbinden. Zwar gibt es für verschiedene Steuerungen beim „SQL4automa­tion“ Connector bereits fertige Bibliotheken. „Da die Schnittstelle zu den Steuerungen aber offengelegt ist, können auch schnell selbst Steuerungen adaptiert werden“, freut sich A. Haag. Bei Bahmüller hat der „SQL4automation“ Connector erheblich Aufwand reduziert. Außerdem unterstützt der Connector die hohe Flexibilität der Maschinen, sodass Bahmüller für alle Anwendungen maßgeschneiderte Systemlösungen anbieten kann. (hz)

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Autor:
Ruedi Gloor ist Geschäftsführer der ­Inasoft GmbH in Lyssach/Schweiz. ruedi.gloor@inasoft.ch