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01 Bei BASF Catalysts verhindert das MGB-Sicherheitssystem von Euchner, dass bei versehentlichem Betätigen des Türgriffs die laufenden Produktionsprozesse angehalten werden

Sicherheitssystem für BASF Catalysts

02 Das Sicherheitssystem MGB kann an nahezu jedes sichere Auswertegerät oder an jede sichere Steuerung angeschlossen werden

Die BASF Catalysts Germany GmbH ist Anbieter im Bereich der Abgasnachbehandlung von Kraftfahrzeugen. Als eine Gesellschaft der BASF-Gruppe hat sie sich gleichzeitig auf die Herstellung von Katalysatorträgern und Adsorbentien zur Luft- und Erdgasaufbereitung spezialisiert. Um einen ungestörten und reibungslosen Maschinenbetrieb bei der Katalysatorherstellung sicherzustellen, setzt das Unternehmen auf Sicherheitstechnik aus dem Haus Euchner .

Der Chemiekonzern BASF Catalysts ist weltweit führender Anbieter von Umwelt- und Prozesskatalysatoren. Hier werden neben Abgaskatalysatoren für benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge, wie Pkw, Lkw, Busse, Bau- und Geländefahrzeuge, auch Ozon abbauende Radiatoren namens Premair gefertigt. Das sind beschichtete Kühler, die Ozon in reinen Sauerstoff umwandeln. Die Herstellungsprozesse dieser Produkte sind komplex und bergen zahlreichen Gefahren für den Bediener. So kommen zum Beispiel in den verschiedenen Produktionsabschnitten Roboter und pneumatisch bewegte Maschinenteile oder Rundschaltanlagen zum Einsatz, die von den Anwendern einen achtsamen Umgang erfordern, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Gleichzeitig sollen die Anlagen vor unbefugtem Zugriff geschützt werden. Unter dem Gesichtspunkt des Personenschutzes benötigt besonders die Schnittstelle Bediener- Maschine eine normgerechte Absicherung. Dies betrifft etwa Materialschleusen. An dieser Stelle wird in der Regel PL d nach DIN EN ISO 13849-1 gefordert. Die von BASF Catalysts in Betracht gezogenen Lösungen waren den Verantwortlichen zu aufwendig, zum anderen mangelte es ihnen an Freiheitsgraden für die Konstruktion. Auf der Suche nach einer geeigneten Sicherheitseinrichtung wurden sie schließlich bei Euchner fündig. Mit dem Sicherheitssystem MGB konnten alle Anforderung von BASF Catalysts normenkonform realisiert werden. Ein weiterer Grund für die Wahl dieses Systems war, dass mit einer einzigen Version dieser Gerätereihe alle Unternehmensbereiche abgesichert werden können. Außerdem bietet das Sicherheitssystem den Vorteil, dass neben zwei Drucktastern ein Not-Halt-Taster integriert ist. Dadurch kann das normalerweise an den Zugangsbereichen erforderliche Control Panel entfallen. Das minimiert den Verdrahtungs- und Installationsaufwand.

Reibungsloser Ablauf der Prozesse
Bei BASF Catalysts stand bei der Türsicherung in der Katalysatorfertigung nicht der Personenschutz im Vordergrund, sondern der Prozessschutz. Die Zuhaltung wurde also nicht aus sicherheitstechnischen Gründen benötigt, im Vordergrund stand der ungestörte Betrieb der Maschinen: Es sollte nicht jeder Mitarbeiter die Tür öffnen und damit den Prozess unterbrechen können. Das Funktionsprinzip sieht vor, dass erst durch das Betätigen eines Taster der Steuerung das Signal gegeben wird, den Prozess zu unterbrechen und die Tür freizugeben. Sobald der Prozess unterbrochen ist, wird die Zuhaltung freigegeben und der Mitarbeiter kann den gesicherten Raum betreten. Da in diesem Produktionsbereich keine Maschinenbewegung nach dem Stoppen nachläuft und damit keine Gefahr für Menschen entsteht, ist hier kein spezieller Personenschutz erforderlich. Aufgrund der beschriebenen Anforderungen nahm Euchner entsprechende Modifikationen am Sicherheitsschalter vor, sodass die Zuhaltungsüberwachung deaktiviert werden kann. Aufgrund der vorgenommenen Veränderungen werden die Sicherheitsausgänge nun erst beim Öffnen der Tür und nicht schon beim Deaktivieren der Zuhaltung abgeschaltet. Diese Funktion steht mittlerweile bei allen MGB-Systemen standardmäßig zur Verfügung. Sie spart gerade bei verketteten Anlagen Produktionszeit ein. Auch für den Fall, dass sich ein Mitarbeiter eingesperrt haben sollte, wurde vorgesorgt: An der Innenseite der Tür befindet sich ein roter Griff an der MGB. Durch Drücken des Griffs kann jederzeit die Tür geöffnet werden, unabhängig vom jeweiligen Systemzustand. Diese Fluchtentriegelungsfunktion ist jederzeit nachträglich montierbar. Sollten sich zum Beispiel die Zugangsanforderungen einmal ändern, bietet das MGB-System von Euchner den Vorteil, dass die Drucktaster individuell programmiert werden können.

Auf diese Weise lässt sich das System flexibel an die jeweiligen Anforderungen der Anlage anpassen. Zugangsanforderung oder andere Funktionen lassen sich individuell und flexibel vor Ort zum Beispiel über die SPS einrichten. Das wirkt sich vorteilhaft auf die Ersatzteilvorhaltung aus, da die Zahl der benötigten Komponenten sinkt. Sollten an manchen Zugangstüren die vorhandenen Bedienelemente nicht ausreichen, können jederzeit über ein zusätzliches Tastenmodul bis zu sechs weitere Bedieneinheiten dem System zugeführt werden. Hierbei wird das Modul direkt mit der MGB verbunden, sodass weiterhin nur eine Leitung und Leitungszuführung notwendig ist. Um die Bedienung für den Anwender zu vereinfachen, wurden die Farben der integrierten Drucktaster den bei BASF Catalysts bestehenden Vorgaben angepasst. Ihre Funktion kann zudem mithilfe von Beschriftungsträgern, die in den Tastendeckel integriert werden, verdeutlicht werden. Ein weiterer Vorteil des MGB-Systems: In anderen Produktionsabschnitten bei BASF Catalysts, in denen Personenschutz gewährleistet sein muss, etwa an den Beschichtungsanlagen für Rußfilter, kann eine nach außen hin identische MGB eingesetzt werden. Im Gegensatz zum beschriebenen Prozessschutz werden in diesem Fall die Sicherheitsausgänge sofort nach dem Deaktivieren der Zuhaltung abgeschaltet.

Für raue Umgebung ausgelegt
Die Umgebung der Katalysatorfertigung stellt hohe Anforderungen an die Robustheit des MGB-Systems. Um dessen reibungslose Funktion in diesem Industrieumfeld sicherzustellen, schützt Euchner die stärker belasteten Teile der Geräte mit glasfaserverstärktem Kunststoff sowie metallischen Einsätzen. Das Montieren des Sicherheitssystems an sich erfordert nur geringen Aufwand: Die Griffeinheit sowie die gegenüberliegende Einheit werden jeweils mit zwei Schrauben am Profil befestigt – fertig. Der integrierte Anschlag verhindert zudem, dass die Tür nach innen aufschwingt. Dies erspart eine zusätzliche konstruktive Maßnahme. „Die schnelle Umsetzung einer für uns maßgeschneiderten Lösung erlaubte uns die Umstellung des Zugangssystems innerhalb eines knappen Jahres nach der ersten Kontaktaufnahme mit dem Hause Euchner. Sehr viel reibungsloser kann eine Zusammenarbeit nicht sein“, beschreibt Kai Schmitz, aus der Abteilung Mechanical & Safety Engineering bei BASF Catalysts, die Zusammenarbeit zwischen BASF Catalysts und Euchner. (ih)

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Autor:
Dipl.-Betriebswirt (BA) Frank Kretzschmar ist Gruppenleiter Marketing bei der Euchner GmbH + Co. KG in Leinfelden-Echterdingen.
frank.kretzschmar@euchner.de