A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz
ETZ Logo VDE Verlag Logo

01 Innovative Unternehmen stellen den Kunden und dessen Anforderungen in den Mittelpunkt jeder Softwareentwicklung

Softwareentwicklung als Teamwork

02 Für den optimalen Einsatz der Personalressourcen wurde das Modul „Arbeitsplatz-Schichtplanung“ des Manufacturing Execution Systems (MES) Cronetwork von Industrie Informatik gemeinsam mit der Firma Buntmetall Amstetten entwickelt

Bei der Softwareentwicklung ist die Einbindung des Anwenders ein wichtiger Erfolgsfaktor. Innovative Unternehmen stellen deshalb den Kunden und seine Anforderungen in den Mittelpunkt jeder Entwicklung. Diese Maßnahme ist ein unerlässlicher Schritt zur ständigen Qualitätsverbesserung der Software und damit ein wesentlicher Beitrag zur Sicherstellung der Kundenzufriedenheit und Kundenbindung.

Die Weiterentwicklung von Softwarelösungen (Bild 1) erfolgt vor verschiedenen Hintergründen. So finden zum einen kundengetriebene Adaptionen Eingang in die bestehende Lösung und zum anderen Adaptionen aus dem Produkt- bzw. Ideenmanagement des IT-Herstellers. Ein weiterer Treiber in der Entwicklung von Software ist der Fortschritt in der technologischen Basis. Welche von diesen Adaptionen und Kundenwünschen tatsächlich den Weg in die Software finden, sollte vom Produktmanagement des Softwareanbieters entschieden werden.

Kontinuierliche Verbesserung von Funktionalität und Qualität
Im Optimalfall werden Kundenanforderungen innerhalb der Standardanwendung umgesetzt. Da dies nicht immer möglich ist, werden auch individuelle Bedarfe realisiert. Solche neuen Anforderungen der Nutzer spezifiziert in der Regel das Produktmanagement und behandelt sie als Dienstleistungsprojekt. Allerdings muss das Produktmanagement auch hier darauf achten, dass sich mit der Umsetzung ein möglichst universelles Einsatzgebiet abdecken lässt und viele Kunden davon profitieren können. Außerdem muss die Möglichkeit für eine sinnvolle Einbettung der betreffenden Funktion in die bestehende Software gegeben sein. Dabei sollte eine Erweiterung der bereits bestehenden Ansätze erfolgen, sodass keine „Parallelentwicklungen“ stattfinden. Wenn Softwareanbieter ihre Weiterentwicklungen standardmäßig zu festen Bestandteilen der Software machen und diese damit allen Anwendern zur Verfügung stellen, werden neue Funktionen auch von anderen Kunden übernommen. Dadurch wird für Kunden schnell der Punkt erreicht, an dem sich ‚ihre Adaptionen‘ quasi von ‚selbst’ weiterentwickeln. Der Vorteil für die Kunden liegt auf der Hand: Die Funktionalität und die Qualität der Software verbessern sich kontinuierlich. So wird nicht nur der Kundennutzen bei Adaptionen optimiert, sondern auch der Mehrwert einer langfristigen Partnerschaft deutlich sichtbar.

Mehrwert für den Kunden
Wie ein IT-Unternehmen Weiterentwicklungen handhabt und in welcher Form sie Eingang in die bestehende Software finden, wird mit der Release-Politik festgelegt. In diesem Bereich unterscheiden sich Anbieter gravierend. Mit der Auswahl eines Anbieters legt der Kunde sich meist auf eine langjährige, partnerschaftliche Zusammenarbeit fest und sollte sich ausreichend versichern, dass diese ihm einen Mehrwert über die gesamte Spanne der Zusammenarbeit bringt. Vorteile einer Release-Politik, die Adaptionen standardmäßig in einem einzigen Softwarestamm zusammenführt, liegen auf der Hand: Ohne Reinvest sind die Anwender immer auf dem letzten Stand einer intensiv getesteten Software und haben ein Produktportfolio im Einsatz, das sich permanent weiterentwickelt. Die beschriebene Art der Release- Politik sichert den Kunden ein stabiles und einwandfreies Produkt bei gleichzeitig höchstmöglicher Flexibilität. Diese Flexibilität bleibt gewährleistet, wenn in der Projekteinführungsphase das Customizing über Parametereinstellungen erfolgt und dadurch das System weitreichend an die Anforderungen des Kunden angepasst wird. Wenn dabei standardisierte Einstellsets zum Einsatz kommen, kann die Einführung rasch erfolgen.

Hohe Verfügbarkeit und flexible Einsetzbarkeit des Entwicklungsteams
Wenn aber alle kundenindividuellen Entwicklungen in einen gemeinsamen Pfad der Standardsoftware geführt werden, hat das auch Vorteile hinsichtlich der Verfügbarkeit und einem flexiblen Einsatz der Entwickler. Im Idealfall gibt es für jedes Softwaremodul mehrere Entwickler, die parallel an Adaptionen arbeiten können. Mit klaren Vorgaben an die Entwickler, wie zu entwickeln ist, wie Programme aufzubauen, welche Designvorgaben einzuhalten sind und wie die Abläufe für Versionierung, Dokumentation und Tests aussehen müssen, schafft der IT-Hersteller eine standardisierte Vorgehensweise, von der letztlich vor allem der Kunde profitiert. Eine homogene Entwicklungslandschaft macht eine einfache Vertretung möglich. Die Entwickler sind also immer in der Lage, die Standardsoftware weiter zu entwickeln, ganz unabhängig davon, welcher Kunde dahinter steht. Auf diese Weise werden Single-Source-Besetzungen vermieden, die kundenindividuelle Entwicklungen nicht mehr zusammenführen können. Für das Entwicklungsteam des IT-Unternehmens hat dies zudem den Vorteil, dass das Tätigkeitsfeld für den einzelnen Entwickler abwechslungsreich bleibt und er über eine ständig wachsende Kompetenz verfügt.

Durchgängige Dokumentation ist das A und O
Die Dokumentation spielt also bei der Sicherstellung der Qualität der Softwareentwicklung eine bedeutende Rolle. Vom Design bis zum Test der Software müssen alle Schritte dokumentiert werden. Die Dokumentation im Programm- Code ist dabei genauso wichtig wie eine Änderungshistorie oder die Erstellung von Einführungshinweisen. Mit solchen Hinweisen wird die einfache und rasche Einführung beim Kunden unterstützt und die interne Testabwicklung vereinfacht. Zur Dokumentation zählt aber auch die Anwenderdokumentation, die in Form einer Maskenhilfe genauso zur Verfügung stehen sollte wie in der Form einer themenorientierten Parametrierung. Dahinter verbirgt sich eine Online- Dokumentation, die anhand von Themen die Zusammenhänge der Funktionen erklärt und gleichzeitig die für das Customizing notwendigen Einstellungsmöglichkeiten anbietet. Wird dann die Dokumentation aus dieser themen orientieren Parametrierung aufgerufen, sind automatisch die aktuellen Kundeneinstellungen in der Dokumentation enthalten. Auch hier wird deutlich: Da die aktuelle Dokumentation beim Kunden immer sichergestellt ist, können unterschiedliche Betreuer schnell Kundensupport leisten, ohne zu sehr auf Übergaben von anderen Mitarbeitern angewiesen zu sein.

Fallbeispiel: Gemeinsame Entwicklung einer Personaleinsatzplanung
Die Planung der Personalressourcen rückt seit der Wirtschaftskrise 2008 bis 2011 und dem damit verbundenen Personalabbau für viele Unternehmen immer stärker in den Fokus. Denn einerseits kann die Ressource „Mensch“ einen Engpass darstellen, andererseits sind Ressourcen natürlich integriert werden und stand – mit dem für die Kunden kostenfreien Update – allen Anwendern mit gültiger Lizenz unmittelbar zur Verfügung. Am Ende solch einer durchdachten Vorgehensweise profitieren dann auch alle anderen Kunden von dem neuen Softwaremodul, unabhängig von Branche und Größe des Unternehmens. So kommen im Verlauf viele weitere praxisgetriebene Inputs hinzu, sodass die Personaleinsatzplanung heute ein mächtiges Modul darstellt, das in vielen Branchen bei vielen Kunden erfolgreich im Einsatz ist.

Fazit
Am Beispiel von Buntmetall Amstetten wird der Stellenwert einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen dem IT-Dienstleister und dem Kunden bei der Weiterentwicklung immer ein Kostenfaktor, der optimal und kostenbewusst eingesetzt werden muss. Die Planung von Arbeitskräften ist daher noch wichtiger geworden, als sie es ohnehin schon war. Vor diesem Hintergrund und den damit zusammenhängenden Marktveränderungen wurde das Modul „Arbeitsplatz-Schichtplanung“ für das Manufacturing Execution System (MES) Cronetwork von Industrie Informatik gemeinsam mit der Firma Buntmetall Amstetten entwickelt (Bild 2). Nach dieser Initialentwicklung durch Buntmetall Amstetten, einem Hersteller von Halbfabrikaten und Fertigteilen aus Kupfer und Legierungen, wurde das Softwaremodul maßgeblich durch das Produktmanagement von Industrie Informatik bis zur Marktreife weiterentwickelt. Gemäß dem Konzept einer Standardsoftware und der besonderen Release-Politik konnte es in den bestehenden Softwarestamm von Softwarelösungen deutlich. Nur so kann die viel gepriesene partnerschaftliche Zusammenarbeit gelebt werden und sich ein echter Mehrwert für den Anwender ergeben. (ih)

Der Beitrag als pdf

Autor:
Tino Böhler ist freier Journalist in Dresden. tino.boehler@redaktionsbuerodresden.de