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01 Bei Chainflex M hat Igus Verfahren und Werkstoffe entwickelt, die sowohl die Leistungsfähigkeit der bewegten Leitungen sicherstellen als auch signifikante Kosteneinsparungen realisieren

Leitungstechnik, die bei Preis und Leistung überzeugt

02 Auf 1.750 m 2 Fläche absolviert Igus in seinem Testlabor jährlich über zwei Milliarden Zyklen für bewegte Leitungen

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist in der Industrie häufig ein Thema. Maschinen- und Anlagenbauer wollen weder zu viel für ein Produkt oder ein Bauteil bezahlen, noch mindere Qualität verwenden. In seinem Economy-Programm bietet Igus Leitungen für bewegte Anwendungen mit mittlerer Beanspruchung an und garantiert dabei trotz des niedrigeren Preises eine Mindestlebensdauer.

„Was sind die richtigen Komponenten für meine Maschine, ohne zu viel zu bezahlen?“ Mit dieser Frage beschäftigen sich häufig Entscheider, um auf der einen Seite nicht zu teuer und zu wertig zu beschaffen, da die Komponenten anwendungsspezifisch und passgenau abgestimmt sein sollten und man mit internationalen Wettbewerbern aus Übersee mithalten will. Auf der anderen Seite soll ein Produkt nicht zu billig und damit nicht langlebig genug sein sollte, damit es nicht nach kurzer Zeit zu vielen teuren Ausfällen führt.

Unterstützung bei der Produktauswahl
Genau mit diesem Problem der Einkäufer und Entscheider beschäftigt sich die Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei Igus seit über 20 Jahren und versucht Hilfestellung zu geben. So wurden für Chainflex unter anderem der Lebensdauerrechner und der Produktfinder entwickelt, die online zur Verfügung stehen. Sie bieten genauso Sicherheit bei der Auswahl, wie die klaren Aussagen zu Biegeradien in Bezug auf Umgebungstemperatur, Verfahrweg und die garantierte Lebensdaueraussage im Garantie-Club, der bis zu 36 Monate Garantie auf die Haltbarkeit der Leitungen bietet. Die neueste Entwicklung ist die getestete Leitungsfamilie Chainflex M für dauerbewegte Anwendungen in Energieketten (Bild 1). Dabei lag die jahrelange Arbeit hauptsächlich darin, Verfahren und Werkstoffe zu entwickeln, die zum einen die Leistungsfähigkeit der bewegten Leitungen sicherstellen, zum anderen aber auch signifikante Kosteneinsparungen realisieren sollten. Gleichzeitig werden bei dem Leitungsprogramm Chainflex M eine Million Hübe garantiert. Für diese Million steht auch das „M“ in dem Namen.

Werkstoffe und deren Entwicklung
Das Hauptaugenmerk bei einer Leitung in bewegten Anwendungen in der Energiekette liegt auf der Auswahl der verwendeten Werkstoffe. Das gilt besonders für die Kunststoffe, die als Isolierung und Mantel verwendet werden. Einschlägige Testverfahren nach IEC, VDE und auch UL beschäftigen sich zwar grundsätzlich auch mit dem Biegeverhalten und der Medienbeständigkeit von Kunststoffen in der Leitungsindustrie, jedoch nicht mit den besonderen Anforderungen in der Energieführung. Igus hat sich darauf spezialisiert, Kunststoffe zu entwickeln, die in der Bewegung gegenüber heutigen in Gebrauch befindlichen Werkstoffen klare Vorteile bieten. Dabei gelten Lebensdauer- und Kostenoptimierung als Hauptentwicklungsziele. Dies war auch der Fall bei dem Werkstoff Igupur, der jetzt in der Chainflex-M-Familie zum Einsatz kommt. Der über einen Zeitraum von drei Jahren getestete und immer weiter entwickelte Werkstoff bietet eine hohe und gute Öl- und Medienbeständigkeit, aber auch die in der Energieführung dringend erforderliche Biege- und Abriebfestigkeit. Der Vorteil dieses neuen Mantelwerkstoffes, der auf den Einsatz in Energieketten optimiert worden ist, liegt in den Kostenvorteilen im Werkstoff selber, sowie bei den Fertigungsverfahren.

Über 300 Typen ab Lager
Die guten Ergebnisse bei den Werkstoffen und Fertigungsoptimierungen haben dazu geführt, dass diese für den Automatisierungsmarkt komplett neue Leitungsgruppe entstanden ist. Sie basiert immer auf den gleichen Außenmantelwerkstoffen (spezielles PVC oder Igupur) und umfasst das komplette für den Maschinenbau benötigte Programm. Das reicht von ungeschirmten und geschirmten Steuerleitungen über Feldbusleitungen, wie Profibus, bis zu elektrisch anspruchsvollen Ethernetleitungen. Aber auch Servo- und Motorleitungen sowie die dazu notwendigen Messsystemleitungen für die einschlägigen Messsystemanbieter sind im Portfolio enthalten. Insgesamt umfasst das Chainflex-M-Programm mehr als 300 verschiedene Leitungs- und Querschnittskombinationen. Diese können ohne Schnittkosten oder Mindestbestellmenge mit einem Kostenvorteil von bis zu 40 % gegenüber herkömmlichen, entsprechenden Leitungen ab Lager bestellt werden. Seit Kurzem ist Chainflex M sogar mit UL/ CSA-Zulassung erhältlich.

Umfassende Testreihen
Die Entwicklung, die Konstruktion und die Idee eines neuen Werkstoffes reichen für eine gute Leitung für den Einsatz in Energieführungen jedoch nicht aus. Dementsprechend hat Igus die komplette Leitungsfamilie umfangreichen Testprogrammen im eigenen, 1 750 m 2 großen Labor unterzogen (Bild 2). Neben den werkstofftypischen Alterungstests nach IEC und UL wurden umfangreiche Abriebtests in Zusammenhang mit Energieketten-Werkstoffen durchgeführt. Biegetests im 40 Fuß großen Klimacontainer bei werkstoffabhängigen Temperaturen gehören dabei genauso zum Programm wie Dauertests mit bis zu 25 % kleineren Biegeradien als den Katalogwerten. Hierbei durften selbst nach drei Millionen Bewegungen keinerlei Schäden an Leitern oder Kunststoffen festgestellt werden. Womit die garantierte Lebensdauer um den Faktor 3 überschritten wurde. (no)

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Autor:
Rainer Rössel ist Geschäftsbereichsleiter Chainflex bei der Igus GmbH in Köln. rroessel@igus.de