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01 Die Salzgitter Flachstahl GmbH hat ihre Tandemstraße um einen neuen Einlauf erweitert. In diesem Zusammenhang galt es, insgesamt 39 Gefahrenbereiche abzusichern

Salzgitter setzt auf transpondercodierte Sicherheitsschalter

02 Da die Tandemstraße im laufenden Betrieb nicht betreten werden darf, ist sie mit einem Zaun umgeben. Er ist mit rund 50 Türen versehen, um Technikern Einlass für Wartungsarbeiten zu gewähren

03 Die Türen sind mit CET-Sicherheitsschaltern von Euchner ausgestattet. Die abgeschlossene Sicherheitslösung erreicht PL e nach DIN EN ISO 13849-1

Die Salzgitter Flachstahl GmbH ist die größte Stahltochter innerhalb der Salzgitter-Gruppe. Eines ihrer wichtigsten Investitionsprojekte in letzter Zeit war die Erweiterung der Tandemstraße um einen neuen Einlaufspeicher. In diesem Zusammenhang wurden insgesamt 39 Gefahrenbereiche identifiziert, die es abzusichern galt. Bei den über 50 Zutrittstüren kommen Sicherheitsschalter mit Zuhaltung von Euchner zum Einsatz.

Die Salzgitter Flachstahl GmbH hat 2012 mit ihren mehr als 4.700 Mitarbeitenden rund 4,5 Mio. t Rohstahl erzeugt und einen Umsatz von 2,8 Mrd. € erwirtschaftet. Das Unternehmen produziert in seinem integrierten Hüttenwerk Warmbreitband, Bandstahl, Bandblech, Kaltfeinblech und oberflächenveredelte Produkte von 0,4 mm bis 25 mm Dicke und bis zu 2.000 mm Breite. Zum Herstellungsprogramm gehören Zieh-, Tiefzieh- und Sondertiefziehstähle, Bau- und Feinkornstähle sowie hoch- und höchstfeste Stähle. Die wichtigsten Abnehmer der Flachprodukte sind Fahrzeughersteller sowie deren Zulieferer, Röhrenhersteller, Kaltwalzer und die Hausgeräteindustrie. Auf der nun um einen kontinuierlichen Einlaufspeicher erweiterten Tandemstraße (Bild 1) werden Coils in einem aufwendigen Prozess aneinandergeschweißt, sodass der Einlauf kontinuierlich nicht endende Bänder in den Walzprozess einbringen kann. Die Technologie sorgt unter anderem dafür, dass einerseits die Abmaßlängen reduziert und andererseits die Effizienz der Anlage insgesamt erhöht wird.

Trennende Schutzeinrichtung vonnöten
Aus Sicherheitsgründen darf die Tandemstraße im laufenden Betrieb nicht betreten werden. Dies wird durch eine Schutzeinrichtung (Zaun) sichergestellt (Bild 2). „Um den neuen Einlaufspeicher haben wir insgesamt 39 Gefahrenbereiche identifiziert“, berichtet Teilprojektleiter Torsten Fingas. Damit die Anlage beispielsweise für Wartungsarbeiten betreten werden kann, ist der Schutzzaun mit mehr als 50 Zugängen – Schwenk und Schiebetüren – ausgestattet. Um die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten, müssen diese mit zuverlässigen Sicherheitsschaltern ausgestattet sein. Dabei galt es, darauf zu achten, dass diese den rauen Bedingungen der Stahlindustrie stand halten.

Die Vorteile des transpondercodierten Sicherheitsschalters
Die Entscheidung fiel auf den CET3-AP (Bild 3) von Euchner. Der CET kombiniert eine mechanische Zuhaltung mit einem elektronisch codierten Betätiger. Er ist prädestiniert zur Absicherung von Schutztüren an Maschinen und Anlagen für den Personen- und Prozessschutz. Durch seine Zuhaltefunktion mit Zuhaltungsüberwachung ist er auch für nachlaufende Maschinenbewegungen geeignet. Sein robustes Metallgehäuse macht den Einsatz unter rauen Umgebungsbedingungen möglich. Im zugehaltenen Zustand erreicht der Sicherheitsschalter eine Zuhaltekraft von 6.500 N. Deshalb ist er besonders geeignet für den Einsatz an großen und schweren Türen. Die Ausführung mit Doppelrampe ist optimal für Pendeltüren und Drehtische. Der CET besteht aus zwei Komponenten, einem Sicherheitsschalter und einem getrennten Betätiger. Bei der Montage wird der Sicherheitsschalter am festen und der Betätiger am beweglichen Teil der Schutzeinrichtung mit seinem federgelagerten Stößel und Transponder angebracht. Beim Schließen der Schutzeinrichtung wird der Stößel des Betätigers über die Anfahrrampe des CET in eine Senke geführt. Unterhalb der Senke vom Sicherheitsschalter befindet sich der Lesekopf. Dieser erkennt die geschlossene und in Zuhalteposition gehaltene Schutzeinrichtung. Die interne Auswerteelektronik wertet die eingelesenen Transpondersignale aus und gibt bei zugehaltener Schutzeinrichtung den Sicherheitskreis frei. Optional lassen sich eine Starttaste und ein Rückführkreis anschließen. Für das Erreichen der höchsten Manipulationssicherheit ist der CET die perfekte Lösung. Durch den Einsatz der Transpondertechnologie kann einem CET ein codierter Betätiger mittels Lernvorgang eindeutig zugeordnet werden. Durch die Unikat-Codierung des Betätigers ist die Manipulation mit einem zweiten CET-Betätiger praktisch ausgeschlossen. Bei Anwendungen, bei denen der Einsatz von mehreren Betätigern gewünscht ist, besteht die Möglichkeit Multicode-Sicherheitsschalter einzusetzen. Hier wird kein bestimmter Code zugeordnet, sondern lediglich geprüft, ob es sich um einen gültigen CET-Betätiger handelt, der vom System erkannt wird. Durch die Kombination aus mechanischer Zuhaltung und Transpondertechnologie gewährt der Sicherheitsschalter zudem ein Höchstmaß an Sicherheit. Performance Level e (PL e) sowie Kategorie 3 bzw. 4 (abhängig von der Einbaulage) nach DIN EN ISO 13849-1 werden bereits mit einem CET erreicht. Prinzipiell gibt es zwei verschiedene Arten von Zuhaltungen: Die mechanische, also die Zuhaltung durch Federkraft. Bei ihr erfolgt die Entriegelung durch Anlegen von Spannung am Zuhaltemagneten (Ruhestromprinzip). Und die elektrische, also die Zuhaltung durch Magnetkraft. Die Aktivierung der Zuhaltung geschieht durch Anlegen von Spannung am Zuhaltemagneten (Arbeitsstromprinzip). Ein Türmeldeausgang ist bei Varianten mit integrierter Auswerteelektronik verfügbar. Er ermöglicht es, die Position der Schutztür (offen/geschlossen) zu erkennen. Als Zubehör stehen Montageplatten zur einfachen Anbringung, verschiedene Entriegelungs- und Entsperrungshilfen, konfektionierte Leitungen oder verschiedene Riegelsysteme zur Verfügung. Dadurch ist ein hohes Maß an Flexibilität bei der Integration und Montage des CET gegeben.

Fazit
Der bei Salzgitter Flachstahl zum Einsatz gekommene transpondercodierte Sicherheitsschalter CET mit Zuhaltung und sicherer Zuhaltungsüberwachung bildet eine abgeschlossene Sicherheitslösung (PL e nach DIN EN ISO 13849-1). „Das heißt, man benötigt keine weiteren Schutzmaßnahmen an der Tür“, stellt Bernhard Scholz, Vertriebsingenieur bei Euchner, heraus. „Das Gerät überzeugt technisch und durch sein Preis-Leistungs-Verhältnis“, ergänzt T. Fingas, der auch die gute Kundenbetreuung durch Euchner hervorhebt. Seit der Inbetriebnahme des neuen Einlaufspeichers an der Tandemstraße läuft das Sicherheitssystem reibungslos und ohne Störung. „Wir würden den CET jederzeit wieder verbauen“, lautet das positive Fazit von T. Fingas. (ih)

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Autor:
Dipl.-Betriebswirt (BA) Frank Kretzschmar ist Gruppenleiter Marketing bei der Euchner GmbH + Co. KG in Leinfelden-Echterdingen. frank.kretzschmar@euchner.de