A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz
ETZ Logo VDE Verlag Logo

Die AS-i-Gateway-Serie von Bihl+Wiedemann, z. B. BWU2919, BWU3053 oder BWU3051, eignet sich für 24-V-Spannungsversorgung

Einstiegshürde für AS-i nochmals gesenkt

01 Jochen Bihl ist Geschäftsführer der Bihl+Wiedemann GmbH in Mannheim

02 24 V AS-i von Bihl+Wiedemann rechnet sich ab drei Modulen in IP20

03 24 V AS-i rechnet sich ab drei Modulen im Feld

In vielen kleinen Maschinen und Anlagen reicht für den Einsatz von AS-Interface auch eine 24-V-Stromversorgung, die meist standardmäßig vorhanden ist. Dies senkt die Einstiegshürde für den Umstieg von paralleler Verdrahtung auf Bustechnologie noch einmal zusätzlich. Die etz-Redaktion sprach mit Jochen Bihl, Geschäftsführer des AS-i-Spezialisten Bihl+Wiedemann, über die 24-V-Lösung.

AS-Interface wird üblicherweise mit der Nennspannung DC 30 V betrieben. Ein AS-i-Netzteil muss neben der 30-V-Spannungserzeugung auch eine sogenannte Datenentkopplungsschaltung zur Verfügung stellen. Diese wird für die AS-i-Datenübertragung auf der AS-i-Leitung benötigt. Erst dann lassen sich AS-i-Master und AS-i-Slaves ohne weitere Zusatzkomponenten an die AS-i-Leitung anschließen. Die AS-Interface-Spezifikation sieht die Möglichkeit, das System in kleinen Anlagen ohne spezielles Netzteil mit Nennspannung DC 24 V zu betreiben, schon seit einigen Jahren vor. Dann kann ein Standard-24-V-Netzteil für die Versorgung eines AS-Interface-Netzes genutzt werden. Man spricht dann von AS-i Power24V. „Die 24-V-AS-i-Technologie erlaubt es, AS-Interface ohne spezielles Netzteil nur mit der Spannung zu betreiben, die in den meisten Anlagen ohnehin zur Verfügung steht“, betont J. Bihl (Bild 1). Die AS-i-Datenqualität ist bei beiden Betriebsweisen mit 24 V und 30 V gleich hoch.

Es geht auch ohne 30-V-Netzteil
„Die technologische Option, AS-i in kleinen Maschinen auch ohne spezielles 30-V-Netzteil einzusetzen, bringt nicht nur eindeutig zählbare kalkulatorische Vorteile“, stellt der Geschäftsführer heraus. Fast genauso wichtig sei auch der psychologische Effekt. Die Kostenkalkulation für den Umstieg auf moderne Bustechnik wird durch 24 V AS-i neu definiert. J. Bihl: „Die Kostenschwelle für den Einstieg in die moderne Bustechnik wird gesenkt. 24 V AS-i ist eine extrem preisgünstige Alternative für die vielen kleinen Maschinen, deren drei bis 15 Module bisher selbst in ansonsten modernst ausgestatteten Fabrikhallen noch parallel verdrahtet wurden.“ Auch dort waren Lösungen mit AS-Interface nicht zwangsläufig teurer als die konventionelle Verkabelung.

„Wenn man nur die reinen Hardwarekosten betrachtet, traf das zuletzt nur noch bei einem Teil dieser Maschinen wirklich zu“, erläutert der Automatisierungsspezialist. „Bei einem anderen Teil jedoch war die Einstiegshürde weniger kalkulatorischer als psychologischer Natur. Die Anwender waren irgendwann mal zu der Überzeugung gelangt, dass sich AS-Interface erst bei Anlagen ab etwa zehn Modulen rechnet.“ Er setzt fort: „Angesichts permanenter Weiterentwicklungen des Systems stimmte dies nicht mehr unbedingt, spielte dann aber keine Rolle: Die Überzeugung wurde oft nicht mehr hinterfragt, ganz einfach, weil es für die Fertigungsverantwortlichen in den Produktionsbetrieben Tag für Tag weitaus dringendere Probleme gibt.“ Der Nutzen geht laut J. Bihl über reine Kosteneffekte hinaus: „24 V AS-i hilft nicht nur dabei, die tatsächlichen Kosten zu reduzieren, weil damit in kleinen Anlagen kein zusätzliches 30-V-Netzteil nötig ist. Es liefert auch einen ganz pragmatischen Anlass für die Anwender, das Thema unter Berücksichtigung aktueller Parameter neu zu überdenken.“ In diesem Sinne zielt die 24-V-Version keineswegs nur auf Neuanwender, sondern ebenfalls auf Maschinen- und Anlagenbauer, die die systematischen und funktionellen Vorteile von AS-Interface schon lange nutzen. Nun lohnt sich der Einsatz von AS-i auch für Maschinen, die bisher noch parallel verdrahtet wurden, da kein Extra-Netzteil eingesetzt werden sollte, welches sich für den Einsatz weniger AS-i-Module nicht gelohnt hätte oder zumindest eine psychologische Barriere darstellte (Bild 2 und 3).

Einsatz von 24 V AS-i lohnt bis 15 Module
Laut J. Bihl lohnt sich der Einsatz von 24 V AS-i bis zu etwa 15 Modulen, wobei dies von der Applikation abhängt: „Im konkreten Fall kommt das immer auf die Aufgabe an, die die jeweilige Maschine zu erfüllen hat. Denn es versteht sich ja von selbst, dass die sechs Volt Differenz irgendwo fehlen.“ Seiner Ansicht nach fehlen sie genau da, wo man sie bei kleinen Anwendungen nicht vermisst, zum Beispiel bei der maximalen Netzausdehnung, die sich von 100 m auf 50 m reduziert. Diese Reduktion der Leitungslänge stellt sicher, dass in der Praxis Sensoren mit dem Standard-Spannungsbereich von 10 V bis 30 V mit ausreichender Spannung versorgt werden können. Die entsprechenden Anforderungen der Applikation müssen im Einzelfall analysiert werden. Wie bei allen Spannungsversorgungen muss gewährleistet werden, dass die Spannung am Ort des Verbrauchers ausreichend hoch ist.

Die AS-i-Gateway-Serie von Bihl+Wiedemann, die zwar einerseits auf kostenträchtige und in kleinen Maschinen überflüssige Extras wie etwa eine Ethernet-Diagnoseschnittstelle verzichtet, andererseits aber den problemlosen Anschluss an die wichtigsten Automatisierungssysteme wie Profibus, Profinet, CC-Link, Modbus, Ethernet/ IP und Ethercat ermöglicht, eignet sich für 24 V AS- i. Bei den Slaves verhält es sich noch einfacher: „Grundsätzlich sollten sich die aktuellen Module sämtlicher AS-Interface-Hersteller problemlos auch mit 24 V AS-i betreiben lassen“, schließt J. Bihl ab. „Wirklich garantieren können wir das aber natürlich nur für unsere eigenen Produkte.“ Spezielle Einstellungen an den Slaves sind für den Einsatz mit 24 V AS-i nicht erforderlich. (hz)

Der Beitrag als pdf