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Patrick Schumacher, Leiter Marketing & Produktstrategie bei Dunkermotoren: „Das Produktportfolio der Precision-Motion- Control-Gruppe ergänzt sich gut, wie dieses Antriebssystem mit Komponenten von Dunkermotoren und Haydon Kerk zeigt.“

Kundenspezifische Motion-Control-Lösungen aus einer Hand

Dunkermotoren Systems erweitert das modulare Baukastensystem um kundenspezifische Komponenten, wie Linearumsetzung, Elektromechanik, elektronische Schnittstellen oder mechanische Adaptionen zu einer maßgeschneiderten Systemlösung

Patrick Schumacher: „Der neu BG95 überzeugt, wie alle unseren bürstenlosen DC-Motoren, durch einen hohen Wirkungsgrad, gute Dynamik und hohe Leistungsdichte.“

Seit mehr als zwei Jahren gehört Dunkermotoren nun zum Ametek-Konzern. Die etz-Redaktion sprach mit Patrick Schumacher, Leiter Marketing & Produktstrategie, über das neue Produktportfolio sowie die Aufgaben, die der Antriebshersteller aus dem Schwarzwald in dem Konzern übernimmt.

Kurz nach dem Kauf von Copley Motion 2011 wurde Dunkermotoren 2012 von Ametek übernommen. Dass waren doch sicherlich turbulente Zeiten mit einigen Umstrukturierungen, oder?
P. Schumacher: Ja, das stimmt. Da hat sich bei uns einiges verändert. Copley Motion ist inzwischen voll integriert und als Dunkermotoren Linear Systems in unserem Unternehmen aufgegangen. Die komplette Produktpalette an Linearantrieben kann bei uns bezogen werden. Die Integration in Ametek ist hingegen noch nicht komplett abgeschlossen. Relativ früh wurde unser Controlling an das Konzerncontrolling angedockt. Ebenso schnell wurde der Marktauftritt von Dunkermotoren innerhalb des Ametek-Segments Precision Motion Control definiert. Die Marke Dunkermotoren bleibt dabei auf jeden Fall erhalten.

Was ist der Bereich Precision Motion Control und welche Aufgabe hat Dunkermotoren dabei?
P. Schumacher: Precision Motion Control ist die Antriebstechnikdivision von Ametek. Dazu gehören neben Dunkermotoren die Unternehmen Haydon Kerk, Pittman, Windjammer, Nautilair und Rotron. Windjammer, Nautilair und Rotron haben sich auf Gebläse, Lüfter sowie Pumpen spezialisiert und bilden quasi eine Einheit. Haydon Kerk ist Spezialist für kundenspezifische Linearantriebe, Pittman für DC-Motoren und wir bieten beides an. Während Haydon Kerk und Pittman vor allem im amerikanischen Markt etabliert sind, ist Dunkermotoren in Europa und speziell in Deutschland bekannter. Deswegen sind wir zurzeit dabei die Vorgehensweise im europäischen Vertrieb abzustimmen.

Das hört sich so an, als würden sich die Produkte überschneiden.
P. Schumacher: Wirklich nur marginal. Wir arbeiten zurzeit daran, das Produktportfolio abzugleichen. Dabei haben sich schon verschiedene Synergien herauskristallisiert, die sich nutzen lassen. Beispielsweise hat Pittman seine Getriebe bisher von anderen Herstellern am Markt zugekauft. Zukünftig bezieht das Unternehmen sie von uns. Die Vorarbeiten dazu, etwa die Abstimmung der mechanischen Schlitten, sind bereits abgeschlossen. Die Planetengetriebe waren ein Vorreiter, weitere Getriebe bis hin zu Elektronikkomponenten werden folgen. Prinzipiell lässt sich sagen, dass Ametek sein Produktportfolio durch unsere Integration spezifisch ergänzt und nach oben hin abgerundet hat – in Bezug auf die Technik sowie für spezielle Anwendungen. Zum Beispiel lassen sich durch das Kombinieren von Linearachsen und -spindeln mit unseren Produkten auch komplexe Positionierachsen realisieren. Zudem können wir besonders geräuscharme Antriebe mit einem hohen Gleichlauf liefern.

Was zeichnet Dunkermotoren aus?
P. Schumacher: Wir sind kein Hersteller, der Produkte aus dem Katalog verkauft. Vielmehr denken wir mit unserem Angebot in Branchen und bieten mit unserem modularen Baukastensystem Lösungen, die dem Kunden die Möglichkeit geben, sich von seinem Mitbewerber abzusetzen. Die AC- und DC-Motoren, die das Herzstück des Systems bilden, lassen sich je nach Applikation um Elektronik, Gebersysteme, Bremse und Getriebe erweitern. Jede einzelne Komponente wird bei uns entwickelt und gefertigt. Das ist unser wesentliches Differenzierungsmerkmal am Markt.

Wie passen dazu die anderen Ametek-Bereiche?
P. Schumacher: Diese – zum Beispiel die Spindelantriebe – könnte man sich sicher als weitere Komponente im Baukasten vorstellen.

Kann man diese Antriebslösungen mit Ihrem Bereich Dunkermotoren Systems vergleichen?
P. Schumacher: Das Baukastensystem besteht aus Standard-Komponenten, die sich individuell kombinieren lassen. Theoretisch sind 7.000 Antriebssysteme aus 20.000 Komponenten flexibel konfigurierbar. Dunkermotoren Systems kommt dann ins Spiel, wenn es über den Standard hinausgeht und lokales Applikations- Engineering gefordert ist. Als Systempartner entwickeln wir Hand in Hand mit unseren Kunden maßgeschneiderte Systemlösungen, was Entwicklungszeiten reduziert, die Supply Chain optimiert und dadurch die Gesamtkosten deutlich senkt. Wir übernehmen die Verantwortung für das qualifizierte und seriengeprüfte Antriebssystem als integraler Bestandteil innerhalb der Kunden-Applikation.

Welche Neuheiten präsentieren Sie zur SPS/IPC/Drives?
P. Schumacher: Wir werden dort das Spyrotec-Getriebe am Markt vorstellen. Dabei handelt es sich um ein industrietaugliches Winkelgetriebe mit mehr als 10.000 Stunden Lebensdauer, das in Kombination mit dem bürstenlosen Gleichstrommotor besonders für den industriellen Einsatz geeignet ist. Erweitert wird unsere bisherige Bandbreite durch die Neuentwicklung BG95, der in einem höheren Leistungsbereich angesiedelt ist. Dazu passend ist das PLG 95 erhältlich.

Was sind Ihre Pläne mit Precision Motion Control?
P. Schumacher: Da wir die innovativsten Produkte und eine starke Entwicklungsabteilung in Bonndorf haben, werden wir die Technologieentwicklung im Segment Precision Motion Control weiter vorantreiben. Die Marke Dunkermotoren wird weiter forciert, wobei wir in Europa natürlich auch die Produkte der Schwesterfirmen mit vermarkten. Der Vertrieb ist bereits dementsprechend aufgestellt. Unser Ziel ist es, den Umsatz jährlich um etwa 8 % zu steigern.

Wird es neue regionale Vertriebszentren geben?
P. Schumacher: Zuerst einmal wollen wir den Vertrieb für den Bereich Precision Motion Control strukturieren und aufeinander abstimmen. Schließlich sind wir regional sehr unterschiedlich aufgestellt. Während wir in Europa bereits eine führende Position eingenommen haben, sind unsere Kollegen in Nordamerika sehr gut aufgestellt. In Asien werden wir die bisher getrennten Aktivitäten bündeln. Im Großen und Ganzen sehen wir sehr zuversichtlich in die Zukunft. (no)

Text: Frank Nolte

Dunkermotoren in Zahlen
Die Dunkermotoren GmbH mit Sitz in Bonndorf wurde 1950 gegründet. Mit rund 1.000 Mitarbeitern weltweit (ca. 724 in Bonndorf) erwirtschaftete das Unternehmen 2013 einen Umsatz von rund 154 Mio. €. Der Spezialist für Kleinmotoren (<1 kW) und Antriebssysteme hat Produktionsstätten bzw. Tochterunternehmen in Taicang (China), Mopunt Prospect (USA), Subotica (Serbien) und Basildon (United Kingdom).

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