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01 Das neue Sicherheits-Steuerungssystem von Schmersal umfasst zwei Varianten von sicheren Kompaktsteuerungen: die PSC1-C-10 und die PSC1-C-100

Sicherheitssteuerung: programmierbar, modular, multifunktional

02 Christian Runge, Produktmanager bei Schmersal, präsentiert auf der SPS IPC Drives 2014 in Nürnberg die neue Sicherheitssteuerung

Auf der SPS IPC Drives 2014 hat Schmersal seine neue Generation Sicherheitssteuerungen Protect PSC1 vorgestellt. Das System besteht aus frei programmierbaren Kompaktsteuerungen und IO-Erweiterungsmodulen. Mit einem universellen Kommunikations-Interface kann eine Verbindung zu allen gängigen Feldbussystemen aufgebaut werden.

Das Sicherheits-Steuerungssystem umfasst zwei Kompaktsteuerungs- Varianten: die PSC1-C-100 und die PSC1- C-10 (Bild 1). Beide sind modular aufgebaut, frei programmierbar und verfügen über 14 sichere Eingänge bis PL e bzw. SIL3. Außerdem sind beide optional um ein universelles Kommunikations-Interface erweiterbar. Letztgenannte Variante bietet zusätzlich die Option einer integrierten sicheren Achsüberwachung. Über IO-Erweiterungsmodule lassen sich zum Beispiel Not-Halt-Schalter, Schutztürschalter oder Lichtgitter sowie weitere mechanische und elektronische Sicherheitsschaltgeräte zur sicheren Signalverarbeitung anbinden. Sie sind für die Kompaktsteuerungen frei verwendbar und unterscheiden sich in ihrer Anwendung für zentrale und dezentrale Applikationen. Solche für zentrale Applikationen werden im gleichen Schaltschrank installiert und sind direkt an die Kompaktsteuerung anreihbar; die Kommunikation erfolgt über den Rückwandbus. Die IO-Module für dezentrale Applikationen befinden sich in einem räumlich abgesetzten Schaltschrank und die Kommunikation zu der Kompaktsteuerung wird über Ethernet SDDC (Safety Device to Device Communication) realisiert. Prinzipiell ist eine Mischung von zentralen und dezentralen Applikationen für beide Kompakt-Steuerungssysteme möglich.

Sichere Achsüberwachung
Ferner lassen sich mit dem Sicherheits-Steuerungssystem bis zu zwölf Achsen sicher überwachen. Dabei werden zahlreiche Sicherheitsfunktionen, wie sicheres Abschalten, sicheres Stillsetzen, sicheres Bewegen, sichere Überwachung und sicheres Positionieren, unterstützt. Bei der PSC1-C-10 ist die sichere Achsüberwachung als integrierte Lösung realisiert: Je nach Anforderung kann die Kompaktsteuerung ein oder zwei Achsen mit jeweils einem Encoder-System sicher überwachen. Mit der PSC1-C-100 ist die Überwachung von bis zu zwölf Achsen mit maximal sechs Erweiterungsmodulen möglich. Dabei lässt sich jede Achse mit ein oder zwei Encoder- Systemen sicher überwachen: Die Achsüberwachungs- Module sind in 1-Achs- bzw. 2-Achs-Ausführung erhältlich.

Universelles Kommunikations-Interface
Außerdem steht für die Kompaktsteuerungen ein universelles Kommunikations-Interface zur Verfügung. Dieses ermöglicht es, verschiedene Feldbusprotokolle einfach per Software auszuwählen und einzustellen. „Die PSC1 bietet daher den großen Vorteil, dass nur eine Hardware benötigt wird, um eine Verbindung zu allen gängigen Feldbussystemen aufzubauen. Das ist für unsere Kunden auch unter Kostengesichtspunkten interessant“, so Christian Runge (Bild 2), Produktmanager bei Schmersal. Das universelle Kommunikations-Interface erlaubt zudem zeitgleich eine sichere Remote-IO-Kommunikation und eine sichere Querkommunikation. Dabei wird die Kommunikation jeweils über das Ethernet-SDDC-Protokoll realisiert. Eine sichere Querkommunikation ist mit bis zu vier Kompaktsteuerungen PSC1 (auch eine Mischung aus PSC1-C-10 und PSC1-C-100) möglich. Zusätzlich können alle Schmersal-SD-Bus-Sensoren an dieses universelle Kommunikations-Interface angeschlossen werden, um deren Daten an verschiedene Teilnehmer zu übermitteln. Dabei übernimmt das Interface die Aufgabe eines Gateways zu dem jeweiligen per Software eingestellten Feldbusprotokoll.

Vorteile der Programmier- und Parametriersoftware
Für die Nutzer stellt die Programmiersoftware „SafePLC2“ eine objektorientierte Entwicklungsumgebung bereit. Sie verfügt über umfangreiche Bibliotheken mit vorgefertigten Funktionen zur sicheren Überwachung von Sensoren und Achsen. Diese können per drag-and-drop zu komplexen Applikationen verknüpft werden. Mit der Parametriersoftware „SafePMT“ lassen sich die in der Programmiersoftware „SafePLC2“ definierten Parameter verändern, ohne dass eine erneute Validierung erfolgen muss. Damit hat der Anwender beispielsweise die Möglichkeit, Parameter der sicheren Achsüberwachung an die jeweilige Applikation schnell und einfach anzupassen.

Fazit und Ausblick
„Mit unserem neuen modularen Sicherheits-Steuerungssystem ist uns ein wesentlicher Entwicklungsfortschritt gelungen. Es ist multifunktional und kann optimal auf die individuellen Anwendungsfälle in den verschiedenen Branchen angepasst werden kann“, sagt C. Runge und ergänzt: „Mit Protect PSC1 können wir unseren Kunden nun noch ganzheitlichere sicherheitstechnische Systemlösungen bieten, zu denen auch unsere Safety Services zählen.“ Als Hintergrund zu den Safety Services nennt er, dass sich viele Schmersal-Kunden Planung und Beratung von Anfang an wünschen, zum Beispiel bei der Konzeption von komplexen Automatisierungsanlagen. „Dazu gehört auch die Entwicklung von kundenspezifischen Applikationen und deren Integration in übergeordnete Steuerungssysteme“, erklärt er weiter. Ein zentrales Element sei dabei das Application Consulting: Zertifizierte Functional Safety Engineers beraten Kunden bei der Auswahl der geeigneten Schutzeinrichtung, bei der CE-Konformitätsbewertung sowie der Risikobeurteilung und führen auch die sicherheitstechnische Analyse vorhandener Maschinen durch – weltweit. Mit einer weiteren Dienstleistung, dem Application Engineering, richtet sich Schmersal an die Anwender von Sicherheitssteuerungen in der Automatisierungstechnik. Für sie werden kundenspezifische Softwarebausteine entwickelt, die eine optimale Anpassung der Sicherheitsfunktionen an den individuellen Anwendungsfall der Maschine oder Anlage erlauben. Geplant ist, dass die Ende November in Nürnberg präsentierte Protect PSC1 ab dem zweiten Quartal 2015 lieferbar sein wird. (ih)

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