A A A
| Sitemap | Kontakt | Impressum | Datenschutz
ETZ Logo VDE Verlag Logo

01 Der neue Sessellift ersetzt die alte Doppelschleppliftanlage auf der Zugspitze und wird von Ormazabals Mittelspannungsschaltanlagen zuverlässig mit Energie versorgt

Sichere Stromverteilung in alpinen Höhen

02 Die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG hat sich für die SF 6 -isolierten Anlagen von Ormazabal entschieden, da diese unabhängig von Klima- und Umwelteinflüssen sind und eine zuverlässige Stromverteilung sicherstellen

03 Für die Versorgung des Bahnhofs Zugspitzplatt und des neuen Sessellifts „Wetterwandeck“ lieferte Ormazabal drei Mittelspannungsschaltanlagen des Typs Gae

Mit der Sesselbahn „Wetterwandeck“ hat die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG die alte Doppelschleppliftanlage auf der Zugspitze ersetzt. Für die Versorgung des neuen Sessellifts sowie des Bahnhofs Zugspitzplatt wurden Mittelspannungsschaltanlagen benötigt, die auch auf einer Höhe von 2.500 m eine zuverlässige Stromverteilung gewährleisten. Die zertifizierten Standardanlagen von Ormazabal sorgen für Sicherheit und ermöglichten eine schnelle Inbetriebnahme.

Auf den mit 2.962 m höchsten Berg Deutschlands zieht es im Sommer naturliebende Wanderer, im Winter alpinbegeisterte Skifahrer. Viele von ihnen nutzen die Bayerische Zugspitzbahn, die sie von Garmisch-Partenkirchen bis zum Zugspitzplatt auf eine Höhe von 2.588 m bringt. Nach der Fahrt mit der Zahnradbahn können sie seit der Wintersaison 2012/2013 mit dem neuen 6-Personen-Sessellift auch den Skigebietsbereich unterhalb des Wetterwandeckgipfels bequem im Sitzen erreichen (Bild 1).

Herausforderung 2.500 Höhenmeter
Um den Gletscherbahnhof Zugspitzplatt und den neuen Sessellift mit Energie zu versorgen, waren Schaltanlagen gefragt, die auch bei extremen klimatischen Bedingungen in über 2.500 m Höhe zuverlässig Strom verteilen (Bild 2). Die allgemeingültige Aufstellhöhe liegt bei 1.000 m. Bei größeren Höhen bestehen aufgrund des niedrigeren Luftdrucks auch höhere Anforderungen an das Isolier- und Lichtbogenlöschmedium. Zudem waren eine wartungsarme Lösung und eine hohe Varianz an Feldtypen erforderlich. Die Anlagen für die Mittelspannung sollten zusätzlich dem Standard entsprechen, damit sie geprüfte Sicherheit gewährleisten und die Lieferzeit so kurz wie möglich ist. Der Betreiber der Zahnradbahn beauftragte seinen langjährigen Partner Ormazabal mit der Lieferung von drei Anlagen des Typs Gae (Bild 3). Die SF 6 -isolierten Schaltanlagen mit einer Bemessungsspannung von 24 kV lassen sich als Folge kontinuierlicher Entwicklungsprozesse auch in sehr hoch gelegenen Gebieten einsetzen. Sie sind weitgehend unabhängig von Klima- und Umwelteinflüssen und zeichnen sich unter anderem durch ihre kompakte Bauweise, umfassenden Personenschutz und eine große Versorgungssicherheit aus.

SF 6 -isoliertes Schaltfeld als flexible Lösung
Zwei der flexiblen Mittelspannungsschaltanlagen der Reihe Gae wurden im Bahnhof Zugspitzplatt eingebaut und eine Anlage im Skigebiet. Die gelieferten Produkte sind mit einem anreihbaren Schaltfeld sowie einem Einfachsammelschienensystem ausgestattet. Sie sind für eine Bemessungsspannung von 24 kV, einen Bemessungs-Kurzzeitstrom von 16 kA und einen Bemessungs-Betriebsstrom von 630 A ausgelegt. Die Baureihe überzeugt durch eine hohe Varianz an unterschiedlichen Leistungs- und Lasttrennschalterfeldern. Insgesamt wurden 15 Felder des SF 6 -isolierten Schaltfelds vom Typ Gae verwendet, sodass eine spätere Erweiterung möglich ist. Im Vergleich zu luftisolierten sind die SF 6 -isolierten Anlagen wartungsarm und auch bei extremen klimatischen Bedingungen einsetzbar. „Daraus resultiert eine starke Versorgungssicherheit“, erklärt Martin Huber als zuständiger Vertriebsmitarbeiter bei Ormazabal. Außerdem zeichnen sich die Anlagen durch eine kompakte Bauweise aus. Auf den Einsatz von größeren 30 kV luftisolierten Anlagen konnte verzichtet werden. SF 6 weist eine hohe Isolationsfähigkeit auf und hat gute Lichtbogenlöscheigenschaften. Durch den hermetisch geschweißten Tank bleiben diese Eigenschaften auch in großer Höhe erhalten. Die Störlichtbogenfestigkeit ist durch die Klassifikation nach IAC AFL 20 kA, 1s belegt. Schalt- und Anschlussgehäuse erfüllen die Störlichtbogenanforderungen nach DIN EN 62271-200 (VDE 0671-200) Anhang A „Störlichtbogenprüfung“ Kriterien 1 bis 5. Somit ist ein umfassender Personenschutz gegeben. Die Forderung des Betriebspersonals, jederzeit einen genauen Überblick über den aktuellen Netz- und Anlagenzustand zu erhalten, wurde mit der Implementierung eines Smart Grid realisiert. Im Mittelpunkt des Anforderungskatalogs stand, neben dem Monitoring von allen relevanten Betriebs- und Störmeldungen, die Visualisierung der aktuellen Lastflussverteilung. Hier kam der kombinierte Kurz- und Erdschlußanzeiger vom Typ „Compass B“ der Dipl.-Ing. H. Horstmann GmbH zum Einsatz. Zusammen mit den Verantwortlichen der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG entwickelte Ormazabal hier aus den vorhandenen Anlagen- und Netzinformationen ein auf den Anwendungsfall abgestimmtes Datenmodell. So erhält das Bedienpersonal zu jeder Zeit genau die Daten, welche es zur optimalen Betriebsführung benötigt.

Langjährige Zusammenarbeit mit Erfolg
Ausschlaggebend für die Entscheidung die Schaltanlagen vom Typ Gea zu verwenden waren neben den Produkteigenschaften vor allem die positive Betriebserfahrung sowie die langjährige Betreuung anderer Projekte durch Ormazabal. Den Einsatz der Schaltanlagen an der Zugspitze hat M. Huber während des gesamten Ausführungszeitraums beratend unterstützt. Durch die auftragsbezogene Projektierung und Planerstellung wurden die Vorgaben der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG bezüglich Primär- und Sekundärausstattung sichergestellt. Sommer- und Wintergästen auf der Zugspitze wird so ein zuverlässiger Transport in Richtung Gipfel ermöglicht. (no)

Der Beitrag als pdf

Autor:
Volker Wöhle ist Vertriebsleiter Region Süd bei der Ormazabal GmbH in Krefeld. volker.woehle@ormazabal.de