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01 Mit Eplan Electric P8 wird zukünftig der Geschäftsbereich Energy der Schneider Electric weltweit arbeiten

Einheitliche Plattform für mehr Effizienz

02 Thierry Tricot, EMEA Senior Vice President Quality and Supply Chain und Senior Vice President MV/LV Equipment (ETO), EMEA bei Schneider Electric Energy Business in Regensburg, sowie Eplan-Geschäftsführer Haluk Menderes (v.l.n.r.) im Gespräch mit der etz

03 Luftisolierte Mittelspannungs-Einschub- Schaltanlage MCset 4 für 24 kV

Der Geschäftsbereich Energy von Schneider Electric wird mit der einheitlichen Einführung der Softwarelösung Eplan an allen Standorten seine Prozesse vereinfachen und seinen Kunden so einen Mehrwert bieten. Im exklusiven Interview mit der etz-Redaktion stellen Thierry Tricot, EMEA Senior Vice President Quality and Supply Chain vom Schneider Electric Energy Business, und Haluk Menderes, Geschäftsführer der Eplan Software & Service GmbH & Co. KG, den bisherigen Stand der Einführung und die weitere Planung vor.

E-CAD-Lösungen von Eplan werden künftig weltweit an allen Entwicklungs- und Produktionsstandorten des Geschäftsbereichs Energy von Schneider Electric eingesetzt (Bild 1). Der Geschäftsbereich erwirtschaftet laut Thierry Tricot weltweit einen Jahresumsatz von mehr als 5 Mrd. € und ist mit Standorten in mehr als 40 Ländern tätig. Das Produktspektrum von Schneider Electric Energy reicht von Komponenten wie Leistungs- und Lasttrennschaltern bis hin zu schlüsselfertigen Mittelspannungs- und Niederspannungsanlagen. Service- und Wartungsunterstützung für den Kunden runden das Portfolio ab. „Die Zusammenarbeit mit Eplan bietet wesentliche Vorteile bei der Entwicklung, Planung und weltweiten Inbetriebnahme von Mittelspannungs- und Niederspannungs-Schaltanlagen“, so T. Tricot (Bild 2 und 3). Allein mit den Schaltanlagen erwirtschaftet der Konzern direkt oder indirekt etwa 2 Mrd. €. Die Kunden sind auf der ganzen Welt verteilt. Der Geschäftsbereich wurde in den letzten Jahren mit diversen Akquisitionen gestärkt. Zu den jüngsten gehören laut T. Tricot der Bereich Energieverteilung von Areva in 2010 und der russische Elektrotechnik-Konzern ZAO GK Electroshield – TM Samara in 2013. Dazu kommen viele kleinere Zukäufe. „Dies hat signifikant zur Stärkung unserer Marktposition beigetragen“, betont T. Tricot. In den letzten zehn Jahren ist der Energy-Bereich um den Faktor 3 gewachsen. Die Unternehmen sind inzwischen alle in die Schneider- Electric-Gruppe integriert. „In der kürzlich gestarteten Phase geht es darum, das Beste aus dem Potenzial herauszuholen“, betont T. Tricot. Verbunden damit sind eine konsequente Digitalisierung und Vereinfachung der Prozesse. Die zugekauften Firmen hatten bisher – historisch gewachsen – mit eigenen E-CAD-Werkzeugen und spezifischen Designprozessen gearbeitet. „Unsere Aufgabe war es daher, die verschiedenen Lösungen zu integrieren und zu einem einheitlichen System zusammen zu fassen, um die vorhandenen Potenziale besser nutzen zu können“, stellt T. Tricot heraus. „Mit der nun geplanten Neuaufstellung wollen wir unseren Kunden einen Mehrnutzen bieten und den Einsatz unserer Produkte erleichtern. Die Prozesse werden zum Nutzen des Kunden vereinfacht.“

Von der Planung zur Umsetzung
In einem etwa 18 Monate währenden Entscheidungsprozess hat sich der Geschäftsbereich Energy von Schneider Electric für eine Zusammenarbeit mit Eplan entschieden. Auch die positiven Erfahrungen des Geschäftsbereichs Industry von Schneider Electric für Anwendungen der Process Automation zum Beispiel mit Eplan P&ID spielte bei der Entscheidung eine Rolle. „Dabei geht es nicht nur um den Einsatz einer neuen Software“, setzt der Schneider-Electric-Manager fort. „Wir werden unsere gesamten Prozesse weiterentwickeln sowie standardisieren – und das in verschiedenen Ländern für verschiedene Unternehmen der Gruppe einschließlich der Zulieferer.“ Ziel ist die Optimierung des Workflows vom Entwurf bis zur Produktion. Auf der Hannover Messe wurde daher ein Rahmenvertrag für den Roll-Out von Eplan in allen Gesellschaften des Geschäftsbereichs Energy von Schneider Electric unterzeichnet. Auf Software-Seite setzt Schneider Electric zukünftig ausschließlich die Lösungen Eplan Electric P8 und Eplan Pro Panel ein. Nach der sorgfältigen Evaluierungs- und Entscheidungsphase steht nun laut T. Tricot eine möglichst schnelle Umsetzung der strategischen Entscheidung für Eplan im Vordergrund. „Die Welt der Energieverteilung verändert sich schnell; strategische Entscheidungen müssen daher flexibel und schnell umgesetzt werden“, weiß T. Tricot. „Eplan wird dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.“ Eplan-Geschäftsführer H. Menderes ergänzt: „Wir unterstützen die gesamte Produktionskette: Von der virtuellen Produktentwicklung bis zur Produktion und zum realen Einsatz liefern wir unterstützende Lösungen.“ Die globale Aufstellung von Eplan unterstützt die internationale Implementierung bei Schneider Electric. „Wir verfügen über Präsenzen in 50 Ländern weltweit und eine 30-jährige Markterfahrung“, schließt der Eplan-Geschäftsführer an. „Schneider Electric war, ist und bleibt für uns ein wichtiger strategischer Partner.“

Durchgehender Workflow über die Produktion hinaus
Ein wichtiges Entscheidungskriterium für Eplan war laut T. Tricot der durchgängige Support, den die Eplan-Lösungen bieten. „Unsere Schaltanlagen werden nicht produziert und eingelagert, sondern auf die jeweiligen Kundenbedürfnisse genau angepasst und schließlich schlüsselfertig in Losgröße 1 geliefert“, so T. Tricot. „Eplan-Lösungen unterstützen uns dabei von der Offerte bis zur Projektabwicklung.“ Die effiziente Verbindung von Engineering und Produktion war demnach ein wichtiges Kriterium. „Wir haben reichhaltige Erfahrung bei der Umsetzung solcher Projekte“, bestätigt H. Menderes. Einen weiteren Vorteil sieht T. Tricot „in der Standardisierung der Prozesse“: „Damit können wir unsere weltweit verteilten Fertigungskapazitäten besser nutzen.“ Zusätzlich lassen sich Unterlagen und Daten zu den Produkten besser vereinheitlichen, so dass zu jeder Zeit an jedem Ort die richtige Information zugänglich ist. „Auf Änderungen können wir schnell und effizient reagieren“, ergänzt der Manager. „Alle benötigten Informationen werden in der jeweiligen Landessprache in einheitlicher, standardisierter Form geliefert. Unsere Engineering-Teams sprechen die gleiche ‚Sprache‘.“ Die Standardisierung und die Wiederverwertbarkeit aller Komponenten wird die Produktivität bei Schneider Electric signifikant steigern.

Vereinfachtes Wissensmanagement.
Wie ist der weitere Ablauf der Eplan-Einführung? „Die Erfahrungen aus den abgeschlossenen Pilotphasen mit verschiedenen Tools der Eplan-Software- Lösung an den Standorten in Chartres-de-Bretagne, Frankreich, in Regensburg, Deutschland und in Manisa, Türkei waren durchweg positiv. Die Lösungen haben sich in drei unterschiedlichen Kulturkreisen bewährt. Daher steht nun die Einführung in weiteren 20 Werken noch in diesem Jahr auf der Agenda“, antwortet der in Regensburg ansässige Schneider- Electric-Manager. „In den beiden Folgejahren wird die Lösung an zusätzlich 15 bis 20 weiteren Standorten implementiert.“ Darunter wird sich auch ein Werk in China befinden. Er ergänzt: „Mit jedem Werk von uns bringen wir damit neuen Kunden die Lösung nahe.“ Der Zugang zu Zulieferern des marktführenden Schaltanlagenherstellers Schneider Electric ist auch für H. Menderes ein positiver Aspekt. Der Prozess zur Vereinheitlichung der Datenbasis wird kontinuierlich fortgeführt. „Mehr als 12.000 Komponenten sind bereits in der zentralen Komponenten-Datenbank vorhanden“, unterstreich dies T. Tricot. „Bis 2017 soll das komplette Programm aller notwendigen Komponenten eingepflegt sein. Damit einher geht eine Bereinigung des Produktspektrums in Absprache mit den Engineering- Teams.“ Die Implementierung der Eplan- Plattform unterstützt die Zentralisierung des Know-hows. Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Standorten wird weiter verbessert und die Arbeitsauslastung über Projekte hinweg gleichmäßiger verteilt. T. Tricot: „Wir können die vorhandenen Produktionskapazitäten weltweit besser auslasten und Aufträge flexibel verteilen.“ Das Wissens-Management wird vereinfacht.

Steigerung der Flexibilität, der Effizienz und des Erfolgs
„Unsere ‚High-Efficiency-Tools’ liefern einen entscheidenden Beitrag zur Steigerung der Flexibilität, der Effizienz und damit des Erfolgs unserer Kunden und derer Kunden“, ist H. Menderes überzeugt. „Für Schneider Electric und dessen Kunden halten wir ein spezielles Team bereit, um den Wünschen des Anwenders genau entsprechen zu können.“ Doch es entsteht für beide Seiten eine Win-Win-Situation: „Als Mitglied unseres Kundenbeirats liefert uns Schneider Electric wiederum wertvolle Anregungen zur Produktoptimierung“, versichert der Eplan-Manager. Er bekräftigt: „Schneider Electric ist für uns weit mehr als nur ein Kunde, denn durch die intensive Zusammenarbeit erhalten auch wir Feedback von potenziellen Neukunden.“ Die Erfahrungen, die Schneider Electric mit der Eplan-Lösung macht, werden nahtlos zur weiteren Optimierung der Software genutzt. (hz)

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