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Bild 1. Kronotex in Heiligengrabe setzt ein leistungsfähiges Energiemanagementsystem ein

Energiemanagement mit Spitzenlastoptimierung und Webvisualisierung

Bild 2. Tageskurve des Lastabwurfs

Bild 3. Das Energiemanagementsystem macht den Stromverbrauch im Unternehmen transparent

Energieintensive Produktionen benötigen ein leistungsfähiges Energiemanagementsystem, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Aber auch aus Kostengründen ist der Einsatz entsprechender Technologie sinnvoll. Moderne Lösungen erlauben dem Nutzer eine einfache Bedienung bei gleichzeitig hoher Funktionalität, wie das Beispiel von Kronotex am Standort Heiligengrabe zeigt.

Kronoply und Kronotex am Standort Heiligengrabe (Bild 1) gehören zur Swiss-Krono-Group, die zu den führenden Herstellern von Holzwerkstoffen in Europa zählt. Im Geschäftsjahr 2011/2012 wurde mit 4.500 Mitarbeitern ein Nettoumsatz von knapp 1,9 Mrd. CHF erwirtschaftet. In Heiligengrabe werden unter anderem OSB- und MDF-Platten hergestellt. Kronoply/Kronotex hatte als energieintensives Produktionsunternehmen bereits in der Vergangenheit umfassende Energie- und Verbrauchsdaten mit drei getrennten Systemen erfasst. Es gab jeweils ein System für elektrische Energie, Wärmeträger und Verbrauchszähler für Gas und Wasser. Die Systeme sollten erneuert und zusammengeführt werden. Ein Wunsch war auch zukünftig die heute manuell ermittelten Energieforecasts für die Energieversorger automatisch zu erzeugen und an diese weiter zu leiten.

Standardsysteme ersetzen Sonderlösungen
Die Software ResMa des HMI/Scada-Experten GTI-Control aus Marktheidenfeld wurde im Rahmen einer Ausschreibung als neue Lösung ausgewählt und hat in einem mehrstufigen Prozess die alten Systeme ersetzt. Dabei wurden über 542 S 0 -Messstellen eingebunden. Mit der Softwarebibliothek für die Energiebilanzierung in ResMa wurde die veraltete und aufwendige Erfassung von Dampf- und Thermoölenergie ebenfalls ersetzt. Alle ehemaligen Sonderlösungen sind gegen neue flexible Standardsysteme ausgetauscht worden. Aktuell wird die funkgebundene und weitflächig verteilte Zählerauslesung von Gas- und Wasserzählern auf ein neues System mit M-Bus-Kopplung umgestellt. Der Gesetzgeber und Anforderungen des Energieversorgers zwingen das Unternehmen zu einer flexiblen Spitzenlaststeuerung. Der Ersatz der bisherigen Spitzenlastoptimierung hat aufgrund der direkten Kopplung mit den Steuerungssystemen eine viel größere Zuverlässigkeit. Die neue Lösung erlaubt direkt über die „ResMa“-Oberfläche dem Anlagenbetreiber eine umfangreichere Parametrierung des Algorithmus zum Lastabwurf. Damit hat Kronoply mehr Möglichkeiten die Anforderungen der Spitzenlastbegrenzung mit geringem Aufwand jeder Zeit selbstständig zu optimieren (Bild 2). Die Erweiterung von „ResMa“ über die Webvisualisierung versetzt Kronoply zusätzlich in die Lage den Zustand der elf Schalthäuser einzusehen und auf Störungen schnell zu reagieren. Daneben kann der Status für die Spitzenlastoptimierung von allen relevanten Produktionseinrichtungen eingesehen werden. Die Webvisualisierung kann direkt aus der „ResMa“-Oberfläche über den Objektbaum aufgerufen werden und verlangt – wie „ResMa“ selbst – keinerlei Softwareinstallation, da die Nutzung direkt aus dem Browser heraus – auch von Tablets aus – erfolgen kann.

Alle Aufgaben integriert
Mit „ResMa“ hat Kronoply ein ganzheitliches Energiemanagementsystem eingeführt, in dem alle Aufgaben integriert werden konnten. Dabei wurde durch den Einsatz von Standard-Hardwarekomponenten eine sowohl kostengünstige, als auch flexible Basis für eigenständige Erweiterungen durch Kronoply gelegt. Zusätzlich wurde das System um Connectoren zu den Anlagesteuerungen erweitert, um eine breite Grundlage für die Kennzahlenbildung zu erlangen. Durch die Einführung von „ResMa“ konnte der Kontrollaufwand für die Erfassungssysteme minimiert werden, da Störungen nun per E-Mail gemeldet werden und nicht mehr alle Systeme täglich überprüft werden müssen. Erstmals stehen alle relevanten Verbrauchswerte Unternehmensweit in einer einheitlichen Datenquelle zur Verfügung und werden nicht mehr von Abteilung zu Abteilung mittels Tabellen weiter gegeben, was die Erstellung von Tagesraporten/Benchmarkraporten erleichtert und vereinfacht. Mit dem integrierten Energiemanagement lassen sich durchgeführte Optimierungsmaßnahmen einfach und schnell kontrollieren und dokumentieren (Bild 3). So zeigt sich zum Beispiel der Erfolg durch die Erneuerung der Kompressorsteuerung und Optimierung der Druckbandregelung: Mit der Optimierungsmaßnahme wurde im Jahr 2013 eine Einsparung von 9,67 % erzielt. Lücken in der Erfassung der Energieverbräuche wurden ebenfalls aufgedeckt. (mh)

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Autor:
Volker Röpert ist für die Produktions-IT bei der Kronotex GmbH & Co. KG in Heiligengrabe zuständig. volker.roepert@kronoply.de