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Die Vielfalt der industriellen Kommunikation

Die CANopen-Gateway-Serie Unigate CM verbindet Geräte, die intern mit CAN oder CANopen arbeiten,mit anderen Feldbus- und Industrial-Ethernet-Geräten

Die CANopen-Gateway-Serie Unigate CM verbindet Geräte, die intern mit CAN oder CANopen arbeiten,mit anderen Feldbus- und Industrial-Ethernet-Geräten

Michael M. Reiter ist Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Deutschmann Automation GmbH & Co. KG in Bad Camberg

Michael M. Reiter ist Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Deutschmann Automation GmbH & Co. KG in Bad Camberg

Bereits seit drei Jahrzehnten entwickelt und fertigt Deutschmann Automation innovative Netzwerkkomponenten für die industrielle Datenkommunikation. Die etz-Redaktion sprach mit Michael M. Reiter, Geschäftsführer Marketing und Ver­trieb von Deutschmann Automation, über neue Produkte, die Marktentwicklung und zukünftige Strategien des Unternehmens.

Ihre Produktserie Unigate besteht aus sechs unterschiedlichen Baureihen. Bitte erläutern Sie uns kurz, was alles dazu gehört.
M. Reiter: Wir bieten neben den Protokollkonvertern der Unigate CL-Baureihe die beiden Embedded-Lösungen Unigate IC und FC zur Integration in die kundeneigene Elektronik an. Ergänzt werden diese Produkte durch die drei Gateway-Serien Unigate CX, CM und EL. Die Baureihe CX umfasst flexible Gateways zur Verbindung von industriellen Netzwerken, die inkompatibel sind. Mit Unigate CM für CAN und Unigate EL für Ethernet auf diverse Bussysteme sind Komponenten verfügbar, die auf eine einfache, Plug-and-play-Anwendung optimiert sind. Für diese beiden ­Baureihen stellen wir ein leicht handhabbares Konfigurations-Tool zur Verfügung.

Welche Vorteile haben Anwender, wenn Sie Ihre All-in-one-Busknoten verwenden, anstelle auf eigene Entwicklungen zu setzen?
M. Reiter: Der Hauptvorteil ist die leichte Implementierung unserer Produkte. Wir bieten für unsere All-in-one-Busknoten die Möglichkeit, über die von uns selbst ent­wickelte Script-Sprache den Datenverkehr zwischen ­Applikation und Bussystem zu steuern, ohne dass die Firmware des Endgeräts verändert werden muss. Damit lassen sich alle Wünsche unserer Kunden leicht und flexibel erfüllen. Dieser Punkt ist auch besonders für Geräte wichtig, deren Firmware zertifiziert ist und deshalb nicht angetastet werden darf. Unsere Script-Sprache ist für Busknoten optimiert und umfasst mächtige Befehle, um die Einstellung so einfach wie möglich zu machen. Zur Erstellung des Scripts dient der kostenlos erhältliche Protocol Developer, der einfach zu handhaben und auf die Buskommunikation ausgelegt ist.
Wesentliche Vorteile für den Einsatz von Standardprodukten sind die schnelle Implementierung zur Optimierung der Time-to-Market des Endgeräts und die im Vergleich zu Eigenentwicklungen günstigen Kosten. Dies spielt gerade für Projekte mit kleineren und mittleren Stückzahlen eine große Rolle.

Ein entscheidender Punkt stellt heute das einfache Engineering dar. Wie unterstützen Sie dieses mit Ihrer Software?
M. Reiter: Wie bereits erwähnt, unterstützen wir unsere Kunden durch ein ausgefeiltes Hardwaredesign und auf der Softwareseite mit der Script-Sprache und dem dazu gehörendem Entwicklungs-Tool. Auf sehr großes Interesse ­stoßen bei unseren Kunden die zahlreichen Workshops, die wir je nach Wunsch flexibel anbieten. Wir beraten, unterstützen und begleiten unsere Kunden auch bei ihrem Zertifizierungsprozess. Bei Industrial Ethernet ist heute eine Zertifizierung des Produkts eine zwingende Voraussetzung für den Einsatz in der Industrie.

Als unabhängiger Kommunikationsspezialist haben Sie den besten Überblick, welche Feldbusse und welche Industrial-Ethernet-Protokolle gerade gut in der Praxis angenommen werden. Bitte nennen Sie uns die persönliche Hitliste von Deutschmann Automation.
M. Reiter: Wir generieren nach wie vor ­einen großen Teil unseres Umsatzes mit Feldbus-Produkten, z. B. Profibus, CAN, CAN­open, Devicenet, MPI, LON. Wir gehen davon aus, dass uns die Feldbusse noch viele Jahre erhalten bleiben. Die Industrial Ethernet-­Protokolle wie Profinet, Ethernet/IP, Ethercat und Powerlink haben in letzter Zeit stark an Fahrt aufgenommen. Es ist absehbar, dass diese Produkte mittelfristig bei uns zum stärksten Umsatzträger werden.

Inwieweit beschäftigen Sie sich auch mit dem Thema Feldbus-Diagnose?
M. Reiter: Über unsere flexible, intelligente Script-Sprache decken wir einzelne Bereiche der Diagnose komplett ab. Es liegt in der Hand des Anwenders, wie er die Diagnosefunktionalität unserer Gateways nutzt.

Je größer die Vielfalt, desto besser Ihre Geschäfte – oder wäre Ihnen etwas mehr Übersicht im Markt auch lieber?
M. Reiter: Die Vielfalt ist die Basis unseres Geschäftsmodells. Je weniger Bussysteme auf dem Markt sind, desto ­einfacher ist es für die Gerätehersteller, mit diesem Thema umzugehen. Deshalb ist für mich die Antwort auf Ihre ­Frage klar: Ich brauche die Vielfalt und nicht die Übersicht. Jedes Bussystem hat seine besonderen technischen Vorteile, die abhängig von der speziellen Anwendung genutzt werden können.

Sie arbeiten in diversen Nutzerorganisationen mit. ­Warum ist dieses Engagement wichtig für Sie?
M. Reiter: Unser Geschäft sind Feldbus- und Industriel Ethernet-Komponenten. Alle Kunden erwarten, dass wir den aktuellen Stand zu neuen Technologien und deren Verfügbarkeit kennen. Deshalb ist für uns eine enge Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Nutzerorganisationen auf der Marketing- und der Technologieebene besonders wichtig. Nur so können wir unsere Kunden mit aktuellen Informationen und Produkten versorgen und umfassend beraten.

Einige Experten versuchen gerade mit Ethernet TSN ein IEEE-basiertes Universalprotokoll zu erschaffen, welches auch Echtzeitanforderungen abdeckt. Sehen Sie die Vielfalt auf dem Markt dadurch bedroht?
M. Reiter: Nein. Wir beschäftigen uns seit 26 Jahren mit dem Thema industrielle Kommunikation und seit 23 Jahren mit Feldbus-Komponenten. Schon oft wurden wir mit der Frage konfrontiert, ob neu vorgestellte Technologien die Welt verändern und andere Produkte verdrängen. Die Antwort hängt vom Potenzial der neuen Technologie, aber auch vom politischen Willen zur Durchsetzung ab. Wir beobachten neue Trends und Lösungsansätze sehr genau und können bei Bedarf schnell mit innovativen Produkten auf den Markt kommen. Beispielsweise habe ich gerade das Deterministic Ethernet Forum in Wien besucht.

Derzeit ist Industrie 4.0 als Trend unverkennbar. Werden Sie von dieser Entwicklung profitieren? Und wenn ja, wie?
M. Reiter: Wir entwickeln und fertigen bereits seit drei Jahrzehnten innovative Netzwerkkomponenten für die industrielle Datenkommunikation. Unsere zuverlässigen Gateways zählen zu den Schlüsselkomponenten für Industrie-4.0-Anwendungen. Also Sie sehen, wir sind unserer Zeit weit voraus.

Welche neuen Produkte haben Sie auf der SPS IPC Drives präsentiert?
M. Reiter: Wir bieten für unsere Gateway-Baureihen Unigate EL und Unigate CM eine schnelle und einfache Möglichkeit der Konfiguration mit der von uns entwickelten Software Wingate an. Für viele Kunden ist auch die Option IO8 interessant, die für die Baureihen Unigate CL, CM und EL verfügbar ist. Damit lassen sich acht digitale IO (24 V) sowohl über die Konfiguration als auch per Script verknüpfen. Der Vorteil ist, dass Logikfunktionen ohne ­zusätzliche Hardware und damit ohne weitere Kosten im Gateway integriert werden können.

Was gibt es neues in 2016?
M. Reiter: Wir feiern unser 40. Firmenjubiläum. Lassen Sie sich überraschen! (mh, hz)