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10.02.2016

ZVEI erwartet 2016 Produktionsplus von 1 %

Im vergangenen Jahr übertrafen die Auftragseingänge der deutschen Elektroindustrie ihren Vorjahreswert um 6,7 %. „Dabei wurden überdurchschnittlich viele Großaufträge eingesammelt, berichtete ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Mit einem Zuwachs um 10,2 % kamen die Impulse 2015 vor allem aus dem Ausland (Euroraum: +9,4 %, Drittländer: +10,6 %). Die Inlandsorders erhöhten sich um moderate 2,7 %.

Im Dezember 2015 hatte die deutsche Elektroindustrie insgesamt 7,4 % mehr Bestellungen erhalten als im gleichen Monat im Jahr zuvor. Die Aufträge aus dem Inland und aus dem Ausland zogen dabei ungefähr gleich stark an (+7,0 % bzw. +7,8 %). Kunden aus der Eurozone und aus Drittländern orderten 3,5 % bzw. 10,1 % mehr.
Die um Preiseffekte bereinigte Produktion der Elektrounternehmen war im Dezember 2015 um 2 % höher als vor Jahresfrist. Für das komplette abgelaufene Jahr ergibt sich damit (vorläufig) ein reales Produktionswachstum von 0,9 %. Für 2016 erwartet der ZVEI ein Produktionsplus von 1 %.

Die Kapazitätsauslastung in der Branche hat sich zu Beginn des Jahres 2016 von 84,4 % auf 82,6 % der betriebsüblichen Vollauslastung verringert. Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände ging von 2,9 auf 2,8 Monate zurück. Dagegen wurden die Produktionspläne im Januar dieses Jahres wie auch schon im Dezember 2015 heraufgesetzt. 21 % der Elektrofirmen wollen ihren Output in den nächsten drei Monaten erhöhen, nur 3 % senken. Gut drei Viertel planen, ihn unverändert zu belassen. Als größtes Produktionshemmnis wird weiterhin ein Auftragsmangel genannt, gefolgt vom Fachkräfteengpass.

Umsatz legte 2015 um knapp 4 % zu
Die Erlöse der heimischen Elektrofirmen waren im Dezember 2015 mit 15,9 Mrd. € um 3,3 % höher als vor einem Jahr. Während der Inlandsumsatz um 1,1 % auf 7,8 Mrd. € zurückging, legte der Auslandsumsatz um 7,4 % auf 8,1 Mrd. € zu. Die Geschäfte mit Partnern aus der Eurozone stiegen um 21,3 % auf 3,0 Mrd. € , die mit Kunden aus Drittländern stagnierten nahezu (+0,6 % auf 5,1 Mrd. €).
„Im gesamten Jahr 2015 kamen die Branchenerlöse, in denen auch Dienstleistungen erfasst sind, (vorläufig) auf 178,0 Mrd. €. Das war ein Zuwachs von 3,7 % bzw. 6,2 Mrd. €“, so Dr. Gontermann. Der Inlandsumsatz blieb mit 86,5 Mrd. € (-0,1 %) auf Vorjahresniveau, wohingegen der Auslandsumsatz sein 2014er Niveau mit 91,5 Mrd. € um 7,4 % übertraf. Die Erlöse mit Kunden aus dem Euroraum und aus Drittländern nahmen um 12,0 % auf 34,3 Mrd. € bzw. um 4,9 Prozent auf 57,2 Mrd. € zu.
Für das laufende Jahr prognostiziert der ZVEI eine Umsatzsteigerung um 2 % auf 182 Mrd. € .

Geschäftsklima gibt zu Beginn des Jahres leicht nach
Nach dem leichten Anstieg im Dezember ist das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im Januar 2016 wieder etwas gesunken. Die aktuelle wirtschaftliche Lage wurde ungünstiger beurteilt, dagegen verbesserten sich die allgemeinen Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate.
31 % der Branchenunternehmen bewerten ihre gegenwärtige Situation als gut, 59 % als stabil und 10 % als schlecht. Gleichzeitig gehen ein Viertel der Firmen von anziehenden Geschäften in den nächsten sechs Monaten aus. Gut zwei Drittel rechnen mit gleichbleibenden und 8 % mit rückläufigen Aktivitäten.