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Sicherheitsgerichtete Signale flexibler auswerten

01  Mit insgesamt acht Varianten deckt die neue Baureihe der Sicherheitsrelaisbausteine SRB-E von Schmersal ein breites Anwendungsspektrum ab

01  Mit insgesamt acht Varianten deckt die neue Baureihe der Sicherheitsrelaisbausteine SRB-E von Schmersal ein breites Anwendungsspektrum ab

02  Bei den SRB-E erlauben zwei Drehschalter die Funktionseinstellung (bis zu elf ­stehen je Modul zur Auswahl) und die Einstellung weiterer Parameter wie der Abfall­verzögerungszeit

02  Bei den SRB-E erlauben zwei Drehschalter die Funktionseinstellung (bis zu elf ­stehen je Modul zur Auswahl) und die Einstellung weiterer Parameter wie der Abfall­verzögerungszeit

03  Die steckbare und codierte Anschlusstechnik und die einfache Identifikation der SRB-E-Bausteine über BMK erleichtert die Installation

03  Die steckbare und codierte Anschlusstechnik und die einfache Identifikation der SRB-E-Bausteine über BMK erleichtert die Installation

Auch langjährig etablierte Technologien bieten Innovationspotenziale. Dies belegt Schmersal mit seiner neuen Baureihe von Sicherheitsrelaisbausteinen, die neue Dynamik in diese bewährte Technik zur Auswertung von Sicherheitssignalen bringt. Dabei lässt sich die Baureihe einfach an die individuellen Anforderungen anpassen. Mit einem einzigen Baustein können unterschiedliche Anwendungen abgedeckt werden.

Wenn es um die Auswertung von sicherheitsgerichteten Signalen geht, hat der Elektrokonstrukteur große Auswahlmöglichkeiten: Er kann die Vorteile der programmierbaren Elektronik nutzen und eine Sicherheitssteuerung, wie Schmersal sie beispielsweise mit seinem Protect-PSC1-System anbietet, verwenden. Damit sind wiederum verschiedene Konzepte, wie „Safety integrated“ oder „Safety separated“, realisierbar. Ebenso ist der Einsatz einer Sicherheitskompaktsteuerung möglich, zum Beispiel der Protect-Select-Serie, die sich durch Parametrierung an die individuellen Anforderungen anpassen lässt.

Sicherheitsrelaisbausteine – oft die beste Lösung
Beide Optionen werden immer häufiger genutzt. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass die über Jahrzehnte vorherrschende Lösung nicht mehr gefragt oder in ihrer Existenz gefährdet ist. Im Gegenteil: Der Sicherheitsrelaisbaustein ist in vielen Anwendungsfällen nach wie vor die beste Wahl. Diese bewährten Sicherheitskomponenten sind kompakt gebaut und lassen sich deshalb gut in den Schaltschrank integrieren. Sie erreichen ein hohes Sicherheitsniveau, und dem Elektrokonstrukteur steht ­eine Vielfalt von Varianten für unterschiedliche Sicherheitsschaltgeräte und Aufgaben zur Verfügung. Last, but not least ist der ­Sicherheitsrelaisbaustein bei kleinen Maschinen, zum Beispiel mit einer Schutztür plus Not-Halt-Funktion, die ­kostengünstigste Lösung.
Das Produktsortiment der einschlägigen Hersteller ist über die Jahre stetig gewachsen: Das aktuelle Protect-SRB-Programm der Schmersal-Gruppe umfasst mehr als 50 Schutztürwächter, Sicherheitsbausteine für Not-Halt etc. sowie Sonderbauformen. Das heißt auf der einen Seite, dass es für (fast) jede Anwendung einen ­geeigneten Sicherheitsbaustein gibt. Auf der anderen Seite aber hat diese Vielfalt aus Anwendersicht den Nachteil, dass je nach konkreter Aufgabe unterschiedliche Relaisbausteine ausgewählt, geordert, vorgehalten, eingebaut und angeschlossen werden müssen.

Konzentration auf das Wesentliche
Bei der Entwicklung seiner neuen Protect-SRB-E-Baureihe hatte es sich Schmersal zum Ziel gesetzt, den Vorteil des breiten Anwendungsspektrums zu erhalten, ohne den Nachteil der vielen Produktvarianten und deren Bevorratung in Kauf nehmen zu müssen. Unter diesem Aspekt haben die Entwickler des Schmersal-Kompetenzzentrums „Sichere Steuerungstechnik“ in Wettenberg das gesamte Protect-SRB-Angebot sowie die Funk­tionen der Sicherheits-Relaisbausteine neu strukturiert und vor allem konzentriert. Im Ergebnis besteht das SRB-E-Programm aus acht Varianten (Bild 1), wobei jede Variante gleich mehrere Dutzend bestehender SRB-Bausteine ersetzt. Möglich wird das vor allem durch die Konfigurierbarkeit der Bausteine: Über einen Drehschalter als leicht zu handhabendes Bedienelement kann der Anwender bis zu elf Anwendungen auswählen (Bild 2) – ein Feature, das in der Maschinensicherheit beispielsweise von den Sicherheitskompaktsteuerungen Protect Select bekannt ist.
Auf diese Weise kann die Familie mit ihren acht Modellen eine Vielzahl von möglichen Anwendungsprofilen abdecken. Die Bausteine eignen sich deshalb zur Überwachung aller gängigen elektromechanischen und elektronischen Sicherheitsschalter und -zuhaltungen sowie Sicherheitssensoren und optoelektronischen Schutzeinrichtungen (AOPD). Alle Geräteausführungen können in Anwendungen bis Kategorie 4/PL e nach DIN EN ISO 13849-1 sowie SIL3 nach DIN EN 62061 bzw. DIN EN 61508 eingesetzt werden.
Die reduzierte Anzahl der Versionen sowie eine produktbegleitende übersichtliche Darstellung der acht Varianten mit ihren jeweiligen Funktionen macht es für den Maschinenhersteller einfacher, den passenden Baustein für seine individuelle Anwendung auszuwählen: Über den Drehschalter wird die gewünschte Anwendung eingestellt. Ein zweiter Drehschalter erlaubt die Einstellung weiterer Funktionen, wie Abfallverzögerungszeit oder Anwendung bzw. Konfiguration einer zweiten Sicherheitsfunktion.

Vielfältige Parametrierfunktionen, kurze Ansprechzeiten
Zu den zusätzlichen Wahlmöglichkeiten, die das Protect-SRB-E-System dem Anwender bietet, gehören unter anderem die Kontaktkonfiguration der Sicherheitssensoren, eine Kaskadierung über sichere Eingänge, die Wahl zwischen Stopp-Kategorie 0 und 1 ­sowie eine ein- oder zweikanalige Signalauswertung.
Alle Protect-SRB-E-Varianten zeichnen sich durch kurze Ansprechzeiten im Anforderungsfall aus: Von der Anforderung der Schutzeinrichtung bis zum Abschalten der Sicherheitsausgänge vergehen weniger als 10 ms. Dabei wird ein hohes Maß an Transparenz gewährleistet: Der Bediener erhält über LED-Anzeigen detaillierte Diagnose- und Status-Meldungen.

Neues Gehäuse vereinfacht Installation
Für die neue Baureihe haben die Schmersal-Kons­trukteure ein Gehäuse in einheitlicher Baubreite von 22,5 mm entwickelt. Zu seinen wesentlichen Eigenschaften gehört eine plombierbare transparente Frontplattenabdeckung, um vorgenommene Funktionseinstellungen sichern zu können.
Die steckbare und codierte Anschlusstechnik und die ­einfache Identifikation der Bausteine über BMK (Bild 3) erleichtert die Installation und gewährleistet eine schnelle Zuordnung des elektrischen Betriebsmittels bei Wartungsarbeiten oder auch bei der Fehlersuche.
Außerdem verfügen die neuen Bausteine über bis zu zehn sichere Eingänge und fünf sichere Ausgänge. Betriebsmäßige Signale zum Beispiel für Diagnosezwecke können über bis zu vier Meldeausgänge weitergegeben werden.

Varianten für anspruchsvolle Anwendungsfälle
Eine Variante der Baureihe SRB-E zeichnet sich durch ­p-schaltende sichere Leistungs-Halbleiterausgänge bis 5,5 A aus. Dieses Modell eignet sich besonders für sichere Anwendungen mit hohen Schaltleistungen in Verbindung mit sehr kurzen Zykluszeiten, beispielsweise das Schalten von Ventil­inseln oder kompletten Ausgangsbaugruppen.
Andere Varianten sind mit einer Kombination aus sicheren Relaisausgängen und sicheren Halbleiterausgängen der Kategorie 4/PL e ausgestattet. Der Anwender kann sich auch für einen Protect-SER-E-Baustein entscheiden, der mit einer Eingangserweiterung für bis zu vier Sensoren ausgestattet ist, die ebenfalls bis zu einem Performance Level PL e überwacht werden können.
Eine Kombi-Variante ermöglicht es, zwei Sicherheitsfunktionen mit einem Gerät zu überwachen, wie etwa ein Zweihand-Bedienpult und eine Not-Halt-Funktion. Die jeweils getrennt zur Verfügung stehenden sicheren Ausgänge können vom Anwender entsprechend der Applikation ­verknüpft werden.

Fazit: Verschiebung der Einsatzgrenzen
Mit diesem Eigenschaftsprofil vereinfachen die neuen ­Protect-SRB-E-Modelle die Anwendung von Sicherheits-Relaisbausteinen. Zugleich erweitern sie deren Einsatzmöglichkeiten in Bereichen, in denen besondere Flexibilität ­gefordert ist. Damit sind sie immer dann eine echte Alternative zu Sicherheits-(Kompakt-)steuerungen, wenn überschaubare Sicherheitsaufgaben vorliegen, zum Beispiel bei kompakten Maschinen mit einer Schutztür und einer Not-Halt-Funk­tion. (ih)

Thomas Rühl ist als Produktmanager Sicherheitstechnik bei der K.A. Schmersal GmbH & Co. KG in Wuppertal/Wettenberg tätig. truehl@schmersal.com

Thomas Rühl ist als Produktmanager Sicherheitstechnik bei der K.A. Schmersal GmbH & Co. KG in Wuppertal/Wettenberg tätig. truehl@schmersal.com