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Die digitale Transformation vorantreiben

Informationen für den Wissensvorsprung: Darstellung mit Carpet-Diagramm in der Portallösung June 5

Informationen für den Wissensvorsprung: Darstellung mit Carpet-Diagramm in der Portallösung June 5

01  Dipl.-Ing. Ingo Hermes ist Geschäftsführer der Hermes Systeme GmbH MSR & Automatisierungstechnik in Wildeshausen.

01  Dipl.-Ing. Ingo Hermes ist Geschäftsführer der Hermes Systeme GmbH MSR & Automatisierungstechnik in Wildeshausen.

02  June 5 macht aus Daten Informationen: Pure Web für Diagramme, Berichte und Handeingaben

02  June 5 macht aus Daten Informationen: Pure Web für Diagramme, Berichte und Handeingaben

Kein Bereich in Unternehmen kommt heute ohne digitale Lösungen und Software aus. Die Kombination aus tief greifendem Prozess-Know-how und intelligenter Software schafft einen umfassenden Mehrwert. Das Unternehmen Hermes Systeme verfügt über hohe Kompetenz für Lösungen mit Automatisierungssoftware. Die etz-Redaktion sprach mit Geschäftsführer Ingo Hermes.

Wissen ist Produktivität. Daher schreitet die digitale Transformation bei vielen Unternehmen mit schnellen Schritten voran. Das Volumen an digitalen Informationen wird in den nächsten Jahren signifikant zunehmen. Ein Systemintegrator, der sich auf das Heben der „digitalen Schätze“ spezialisiert hat, ist das Unternehmen Hermes Systeme aus dem norddeutschen Wildeshausen. Das Team von Hermes Systeme entwickelt innovative Lösungen für unterschiedliche und individuelle Anforderungsprofile im Bereich der MSR- und Automatisierungstechnik. „Mit Engagement und Know-how haben wir erreicht, dass Hermes Systeme zu einem Kompetenz-Center für Industrieautomation, technische Gebäudeausrüstung, Verfahrenstechnik Wassertechnik, Schwimmbadtechnik, Kläranlagentechnik, Kältetechnik, zentrale Leittechnik und Informationstechnik gewachsen ist“, betont Ingo Hermes (Bild 1). „Wir sind Komplettanbieter für die gesamte Projektabwicklung von der Planung bis zum Service.“
Im Industriebereich stehen zum Beispiel Exxon Mobil und Wintershall auf der Kundenliste. Zu wichtigen Referenzen der Gebäudeautomation zählen laut dem Elektroingenieur das Weserstadion in Bremen, Kliniken, der Airport und die Stadthalle in Bremen sowie ein großes Verlagsgebäude in Hamburg. Stadtwerke und Bäderbetriebe gehören zu den Kunden. Weitere Schwerpunkte bilden die Kältetechnik ­sowie die Energieoptimierung und -datenerfassung. Dort, wo Funktion und Zuverlässigkeit zählen, schaffen die Norddeutschen Lösungen, die perfekt auf die Bedürfnisse der jeweiligen zugeschnitten sind.
Hermes Systeme wurde 1985 vom jetzigen Geschäftsführer Gerd Hermes gegründet, der zusammen mit seinem Sohn Ingo Hermes und Mitgeschäftsführer Jörg Deitermann das Unternehmen führt. 176 Mitarbeiter werden beschäftigt. „Gestartet sind wir mit der klassischen Verdrahtung von Zeitrelais, setzten dann aber frühzeitig auf SPS-Technik, als diese ‚mittelstandsfähig‘ wurde“, erklärt I. Hermes. Auch Lösungen mit Visualisierungssoftware gehörten bereits seit den frühen 1990-er Jahren zum Angebot des Unternehmens. „Wir waren schon immer schnell bereit, Innovationen in unser Portfolio aufzunehmen“, so der studierte Elektrotechniker.
Das Unternehmen gehört zu einer Gruppe, bestehend aus drei weiteren Unternehmen, der Hermes Elektrotechnik in Oscherlsben, der AM-Systeme GmbH in Visbek, die auf die Entwicklung von Elektronik spezialisiert ist, sowie der Hermes & Schlüter Elektroninstallationen in Wildeshausen. Gerade in den letzten Jahren ist der Systemintegrator sehr erfolgreich gewachsen. Eine optimaler Service für die Kunden sowie der konsequente Einsatz von Technologieinnovationen sind wesentliche Treiber für diese Entwicklung. Neben dem leistungsfähigen Schaltanlagenbau mit 25 Mitarbeitern sind vor allem dienstleistungsorientierte Softwarelösungen eine Stärke des Unternehmens. „Damit haben wir zumindest hier in Norddeutschland ein klares Alleinstellungsmerkmal“, schließt er an.

Konsequent webbasiert
Zur Umsetzung der verschiedenen Lösungen arbeitet der Systemintegrator eng mit Videc zusammen, einem führenden Anbieter von Softwaresystemen für die Automatisierungs- und Informationstechnik. „Wir haben ein neues Visualisierungssystem für unser eigenes Firmengebäude gesucht“, erklärt I. Hermes. „Dabei wollten wir ein modernes, webbasiertes System einsetzen.“ Im Rahmen einer Bachelor-Arbeit wurde daher das HMI/Scada-System Atvise mit anderen Systemen verglichen. „Klarer Gewinner war hier Atvise“, so der Geschäftsführer. „Die besseren Darstellungsoptionen durch Vektorgrafik sowie die auf HTML5 basierende totale Webfähigkeit überzeugen.“ Systeme mit Silverlight bieten dazu nur eingeschränkte Möglichkeiten. Bei Atvise kann – unabhängig vom Betriebssystem – von jedem Rechner oder Tablet zugegriffen werden. „Mittlerweile haben wir verschiedene Projekte erfolgreich mit ­Atvise realisiert“, schließt er an. Als Beispiel führt er ein kommunales Gebäude an, für welches Atvise die Überwachung der Heizungstechnik sowie die Lichtsteuerung übernimmt. „Das gesamte Gebäude kommt komplett ohne Lichtschalter aus, da alles tageslicht- und präsenzgesteuert läuft und über ­Atvise bedient wird“, berichtet I. Hermes nicht ohne Stolz. Die Anbindung an S7-Automatisierungssysteme von Siemens funktionierte problemlos. Zwar kann Atvise momentan noch nicht für alle Projekte mit Leitsystemen eingesetzt werden, der Geschäftsführer ist aber überzeugt, dass diese Einschränkungen zukünftig verschwinden werden.

Mit Sicherheit Daten analysieren
Eine wichtige Rolle wird dabei auch das IT-Sicherheitsprodukt Irma (Industrie Risiko Management Automatisierung) spielen, welches die Sicherheitskonzeption von Unternehmen unterstützt. Gerade für Betreiber von vernetzter Automatisierungs- und Prozessleittechnik im Bereich „Kritischer Infrastrukturen“ (Kritis), dazu zählen Energieversorger und Wasserwerke, gilt das IT-Sicherheitsgesetz. [1] „Momentan lassen wir uns in der Anwendung dieses neuen Sicherheitsprodukts schulen“, berichtet I. Hermes. Er ist überzeugt, dass es in Kürze in vielen Projekten zum Einsatz kommt.
Ergänzt werden die Anwendungen des HMI/Scada-Systems Atvise in den Projekten meist mit einem Datenbanksystem. „Wir haben dafür ein eigenes SQL-basiertes System oder wir nutzen Acron von Videc“, erläutert er weiter. Dabei kommt der Anlagenchronist vor allem für Projekte im Wasser- und Energiebereich zum Einsatz. „Die sichere Aufzeichnungsmöglichkeit ist oft eine klare Kundenforderung“, weiß der Manager. Acron ist aber auch ein TÜV-zertifiziertes Energiemanagementsystem. „Wir können daher in Kooperation mit Energieversorgern komplette Energiemanagementsysteme installieren “, schließt er an. „Wir gehören zu den wenigen Unternehmen im nordddeutschen Raum, die für eine förderfähige Energiesoftware gemäß DIN ISO 50001 und DIN EN 16247-1gelistet sind.“ Die Lösungen von Hermes sind so aufgebaut, dass gleich steuernd eingegriffen werden kann. „Wir sorgen dafür, dass die Anlagen immer im optimalen energetischen Bereich laufen und favorisieren dafür eine Ampellösung, mit der dies auf einen Blick angezeigt wird.“

Partnerschaftliche Zusammenarbeit
Auch Projekte mit cloudbasierten Lösungen stehen bei Hermes in den Startlöchern. Um Daten im industriellen Bereich nutzen zu können, müssen webbasierte Lösungen zur ­Verfügung stehen, mit denen sich diese einfach und übersichtlich analysieren lassen. Hierfür bietet sich die Videc-Portallösung June 5 an [2], die umfangreiche Analysen basierend auf Ad-hoc-Diagrammen, konfigurierbaren Templates sowie einer API-Server-Schnittstelle für externe Anwendungen ermöglicht (Bild 2).
„Zur Anbindung von Pumpwerken für einen ganzen Verbundbetrieb haben wir das Fernwirksystem ODP von Videc in Verbindung mit Atvise eingesetzt“, berichtet der Geschäftsführer weiter. Dieses System ermöglicht die sichere Datenübertragung via GPRS.
Weiterhin setzt Hermes das Melde- und Alarmsystem Melsys sowie das Alarmportal AIP ein. „Die Systeme sind besonders für die Anwendungen interessant, bei denen technische Anlagen nicht rund um die Uhr von Bedienern überwacht werden“, erläutert der Norddeutsche dazu. Als Beispiel nennt er Kläranlagen, die nachts unbenannt laufen, oder Kesselsteuerungen im Gebäudebereich. „Bei solchen Applikationen ist eine hohe Verlässlichkeit sehr wichtig“, unterstreicht er. Eine zuverlässige Alarmweiterleitung ist zwingend.
Für die digitale Transformation in Kundenprojekten setzt der Systemintegrator Hermes konsequent auf Softwaresysteme von Videc. „Die Zusammenarbeit mit Videc läuft seit vielen Jahren sehr gut und ausgesprochen partnerschaftlich“, schließt I. Hermes an. „Insbesondere mit dem Geschäftsführer Dieter Barelmann, auch mit dem gesamten Videc-Team verstehen wir uns wunderbar.“ Seiner Meinung nach spielt der persönliche Kontakt im Bereich der Automatisierungstechnik immer eine entscheidende Rolle. (hz)

[1] Bußjäger, J.; Barelmann, D.: Effizienter Schutz nach dem IT-Sicherheitsgesetz – Teil 2. etz elektrotechnik & automation 136 (2015) H. 10, S. 64 – 66
[2] Barelmann, D.: Portallösung für Industrial Big Data. etz ­elektrotechnik & automation 137 (2016) H. 3, S. 30 – 31