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Intelligentes PLT-Ersatzteilkonzept für Bayer Crop Science

01  In der neuen Produktionsstätte von Bayer Crop Science in Muttenz/Schweiz kommt Messtechnik von Endress+Hauser zum Einsatz. Hier galt es zudem, ein effizientes Ersatzteilmanagement für die über 5 000 vorhandenen Temperatur-, Druck-, Durchfluss- und Füllstand-Messstellen zu realisieren

01  In der neuen Produktionsstätte von Bayer Crop Science in Muttenz/Schweiz kommt Messtechnik von Endress+Hauser zum Einsatz. Hier galt es zudem, ein effizientes Ersatzteilmanagement für die über 5 000 vorhandenen Temperatur-, Druck-, Durchfluss- und Füllstand-Messstellen zu realisieren

02  Beim PLT-Ersatzteilkonzept bei Bayer Crop Science werden die Ersatzteile in ­geringst möglicher Anzahl vorgehalten, sind von der Auslegung her vielseitig einsetzbar, leicht erkenn- und auffindbar und über ein Schließsystem 24 h zugänglich

02  Beim PLT-Ersatzteilkonzept bei Bayer Crop Science werden die Ersatzteile in ­geringst möglicher Anzahl vorgehalten, sind von der Auslegung her vielseitig einsetzbar, leicht erkenn- und auffindbar und über ein Schließsystem 24 h zugänglich

03  Mit verringerter Gerätevarianz lässt sich Lagerhaltung effizienter gestalten

03  Mit verringerter Gerätevarianz lässt sich Lagerhaltung effizienter gestalten

04  In allen Messparametern konnte bei Bayer Crop Science die Varianz der Ersatzteil­geräte verringert werden

04  In allen Messparametern konnte bei Bayer Crop Science die Varianz der Ersatzteil­geräte verringert werden

Im Zuge des Ausbaus seines Schweizer Standorts suchte die Bayer Crop Science (Schweiz) AG einen kompetenten Partner – von der Planung und dem Engineering über den Betrieb der Anlage bis hin zu Instandhaltung und Wartung. Mit Endress+Hauser wurde der richtige Partner gefunden – auch hinsichtlich des intelligenten Ersatzteilmanagements. Standardisierte Produkte und Geräte­anschlüsse verringern die Lagerhaltungskosten, senken Stillstandszeiten und erhöhen die Effizienz des Anlagenbetriebs in Muttenz.

Die Bayer Crop Science AG ist ein selbstständiger Teilkonzern der Bayer AG mit Sitz in Monheim am Rhein. Im Zuge der Neustrukturierung der Bayer AG wurde der Teilkonzern im Oktober 2002 aus der ehemaligen Pflanzenschutzsparte der Bayer AG und dem vom Aventis-Konzern im Jahr 2001 übernommenen Bereich Aventis Crop Science gebildet. Wichtige deutsche Produktionsstandorte sind in Dormagen, im Industriepark Höchst (Frankfurt am Main) und im Chemiepark Knapsack (Hürth). Die Zentrale für das EMEA-Geschäft befindet sich im französischen Lyon. Auch die Schweiz stellt für den Konzern einen wichtigen Standort dar. Seit der Übernahme des ­Produktionsstandorts investierte Bayer Crop Science kontinuierlich in die Produktionsanlagen – insgesamt 200 Mio. €. Davon sind zuletzt 100 Mio. € in den Ausbau der Produktion in Muttenz im ­Schweizer Kanton Basel-Landschaft geflossen. Mit dem Neubau reagierte der Konzern auf die steigende Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten und hat seine Produktionskapazitäten im Bereich Pflanzenschutz erweitert. Hergestellt werden verschiedene Zwischenprodukte für die Synthese von Trifloxystrobin. Dieser Wirkstoff weist eine breite Wirkung gegen pilzartige Erkrankungen in vielen Obst-, Gemüse- und Getreidearten auf und wird weltweit eingesetzt.

Über 5 000 Messgeräte im Einsatz
Der Produktionsbetrieb mit ­einer Geschoßfläche von insgesamt 6 675 m 2 wurde mit moderner Technik nach neusten Umweltstandards ausgerüstet. Hoch war auch der Anspruch an die eingesetzte Messtechnik: Mehr als 5 000 Messgeräte kommen im Produktionsbereich zum Einsatz (Bild 1). Hier vertraute man auf Technik und Know-how aus dem Haus Endress+ Hauser. www.endress.com Ausschlaggebend für die Lieferantenwahl waren unter anderem die enge persönliche Betreuung durch den Vertriebsingenieur und das Key-Account-Management. „Wir haben Bayer in der Angebotsphase bei der Gerätestandardisierung beraten und unserem Kunden geholfen, die Typenvielfalt stark zu verringern. Zudem hat die Lieferung aus einer Hand die Zahl der Schnittstellen reduziert“, berichtet Endress+Hauser-Außendienstmitarbeiter Christian Aquilano.
Und auch im Projektmanagement konnte Endress+Hauser Bayer durch Geschwindigkeit, Einhalten der Liefertermine und Flexibilität sowie die Kontrolle der Gerätespezifika­tionsdaten gegenüber definierten Prozess­daten überzeugen. Die Spezial­isten übernahmen die Bayer-eigenen Tag-Kennungen bei den Geräten und allen Dokumenten, wie Kalibrierprotokollen oder Lieferscheinen.

Das Ersatzteilmanagement
Bei der hohen Zahl an Messgeräten wurde bei Bayer Crop Science ein ­eigenes, intelligentes Ersatzteilkonzept erarbeitet, das ungeplante Anlagenstillstandzeiten verringern soll. In die dafür zugrunde liegenden Betrachtungen sind Temperatur-, Druck-, Durchfluss- und Füllstand-Messstellen einbezogen worden – insgesamt über 5 300. Da technische Ausfälle an diesen Messstellen in der Regel auch Produktionsverzögerungen oder gar Produktionsstillstand bedeuten können, ist es oberstes Ziel des neuen Ersatzteilkonzepts, eine möglichst kleine Anzahl Ersatzgeräte vor Ort zu haben, die in Bezug auf Messprinzip und Werkstoff vielseitig einsetzbar sind (Bild 2 und Bild 3).
Ein wesentlicher Aspekt bei dem neuen Ersatzteilkonzept war es, die Varianz an Geräten deutlich zu verringern. Gab es in der bisherigen Anlage im Bereich der Durchflussmesstechnik noch 240 unterschiedliche Ausführungen (bezüglich Messprinzip, Prozessanschlüsse, Werkstoffe, SIL-Level etc.), wurde die Gerätevarianz im Neubauprojekt auf 42 Ausführungen reduziert. Für die Ersatzgeräte im Lager ließ sich die Varianz noch weiter verringern, ­sodass nur noch 32 unterschiedliche Geräte vorgehalten werden müssen. Daraus resultiert neben der Steigerung der Effizienz eine Reduzierung der Komplexität. Vergleichbar reduzierte Werte waren auch für die anderen Messgeräte möglich.

Vereinheitlichung der Gerätestandards
Signifikante Verbesserungen in der Lager­haltung der Ersatzgeräte für die Durchflussmessung ließen sich durch Vereinheitlichung der Gerätestandards ­erzielen. So wurde die Anzahl unterschiedlicher Nennweiten reduziert, es liegen mit Hastelloy/316L und Tantal nur noch zwei Oberflächentypen auf Lager, und mechanische sowie dichteabhängige Messprinzipien werden ganz vermieden. Ein anderes Beispiel sind Füll- und Grenzstandmessungen, bei denen es nur noch zwei unterschiedliche Flansch-Durchmesser gibt und, falls notwendig, auf Reduzierflansche zurückgegriffen wird. Bei Temperatur und Druck setzt sich dieses Konzept fort.

Fazit
Mit der Entscheidung für den Partner Endress+Hauser, der neben der Messtechnik auch Services und Dienstleistungen vom Projektmanagement bis zur Instandhaltung bietet, konnte Bayer Crop Science in Muttenz die Effizienz im Anlagenbetrieb steigern. Dabei unterstützt das zur Verfügung stehende Geräteportfolio in der Messtechnik eine effiziente Lagerhaltung von Ersatzgeräten mit stark reduzierter Varianz (Bild 4).
Inzwischen gibt es einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zwischen Bayer Crop Science und Endress+Hauser, auch im Bereich der Entwicklung von Produkten und ­Lösungen. Die Endress+Hauser-­Serviceorganisation unterstützt bei Kalibrierungen, Geräteparametrierung und Inbetriebnahmen. Zusätzlich arbeiten die Partner eng bei der Entwicklung von Arbeitsanweisungen für Wiederholprüfungen von Sicherheitseinrichtungen mit den neu verschärften Prüftiefen zusammen. (ih)

Philippe Metzger ist Leiter Marketing Kommunikation bei der Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co. KG in Weil. service@de.endress.com