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Barrier-Klemmen mit Push-in-Technik

01  Bei der BT-Serie aus dem Reihenklemmen-System Clipline Complete wurden japanische und europäische Standards vereint

01  Bei der BT-Serie aus dem Reihenklemmen-System Clipline Complete wurden japanische und europäische Standards vereint

02  Das universelle Reihenklemmensystem Clipline Complete wurde für mehr Akzeptanz auf den fernöstlichen Märkten erweitert

02  Das universelle Reihenklemmensystem Clipline Complete wurde für mehr Akzeptanz auf den fernöstlichen Märkten erweitert

03  Die Reihenklemmen der BT-Familie gibt es mit ­klassischem Ringkabelschuh-Anschluss, mit moderner Push-in-Technik sowie als Technologie-Mix beider ­Anschlusstechniken

03  Die Reihenklemmen der BT-Familie gibt es mit ­klassischem Ringkabelschuh-Anschluss, mit moderner Push-in-Technik sowie als Technologie-Mix beider ­Anschlusstechniken

04  Die Projektierungssoftware Clip Project Advanced ­ermöglicht die schnelle Planung und Projektierung von Klemmenleisten – inklusive Autokorrektur-Funktion

04  Die Projektierungssoftware Clip Project Advanced ­ermöglicht die schnelle Planung und Projektierung von Klemmenleisten – inklusive Autokorrektur-Funktion

Arbeitsam, traditionsbewusst, technologieverliebt – so sehen viele Europäer die Japaner. Ihre kulturellen Eigenarten betonen vor allem die Japaner selbst, und so hat die japanische Kultur einen hohen Einfluss auch auf technische Belange im Land. Mit einer neuen Reihenklemmen-Serie (Bild 1) bedient Phoenix Contact nicht nur den dortigen Markt – auch die dorthin exportierenden Unternehmen profitieren davon.

Japan und Deutschland zählen seit Jahren weltweit zu den Technologieführern im Maschinen- und Anlagenbau. In beiden Märkten entstehen individuelle und qualitativ hochwertige Lösungen, die weit über die lokalen Märkte hinaus von Bedeutung sind. Schon seit Jahrzehnten ist Phoenix Contact auf dem japanischen Markt präsent – das Unter­nehmen hat dort nicht nur Komponenten, Systeme und Lösungen vertrieben, sondern auch zahlreiche Impulse aufgenommen.

Japan ist anders
Wer als Europäer schon einmal einen Schaltschrank in Japan geöffnet hat, staunt zuweilen. Die Verbindungstechnik aller elektronischen Komponenten – von der Klemme bis zur Steuerung – basiert auf dem vermeintlich antiquierten Ringkabelschuh-Anschluss, und zwar durchgängig vom Sensorleiter bis zur Hochstromverbindung. Dieser zumeist in schwarz gehaltene Barrier-Anschluss – unter diesem englischsprachigen Begriff ist der Ringkabelschuh-Anschluss bekannt – zieht sich dort wie ein roter Faden durch die Verdrahtungen der Applikationen aller Industriezweige.
Als Pionier der elektrischen Verbindungstechnik bietet Phoenix Contact mit Clipline Complete (Bild 2) ein umfassendes Reihenklemmensystem mit umfangreichem Zubehör für die industrielle Schaltschrankverdrahtung – zugelassen nach allen internationalen Standards und für alle Industriezweige. Trotz dieses nahezu universellen Applikationsspek­trums gibt es regionale Einschränkungen bei der Akzeptanz. Ein direkter Technologievergleich zwischen „Barrier-Terminals“ auf der einen und den vorwiegend im europäischen Raum gängigen Anschlusstechnologien wie Schraub-, Zugfeder- oder Push-in-Technik auf der anderen Seite bringt kaum Licht ins Dunkel dieses Phänomens. Denn hinsichtlich Kontaktqualität und -sicherheit sind beide ­Technologien durchaus vergleichbar. Geht es aber um Platzbedarf, Funktionalität und Handling, liegen die europäischen Technologien vorn.

Zwischen Reihenklemmen-Welten vermittelt
Was ist also der Grund für den flächendeckenden Einsatz der Barrier-Technik zulasten einer in Europa überaus populären Technik? Hier kommt ein kultureller Aspekt ins Spiel, der sich nicht auf Japan beschränkt, sondern auf die meisten – vornehmlich südostasiatischen Länder zutrifft: der Stellenwert von Tradition, Gewohnheit und Entscheidungskultur. Warum sollte man eine Technik ablösen, die sich über viele Jahrzehnte bewährt hat? Warum sollte man sich mit einer neuen Technik befassen, bei der vieles anders ist – und die zudem aus Europa kommt?
Vor diesem Hintergrund haben sich einige Produkt­manager von Phoenix Contact, die für Reihenklemmen zuständig sind, intensiv mit den Anforderungen ihrer – auch potenziellen – Kunden in den Märkten Südostasiens ausein­andergesetzt. Entstanden ist dabei eine neue Reihenklemmen-Serie, die zwischen beiden Welten vermitteln soll: zwischen bewährter japanischer Tradition und zukunftsweisender europäischer Funktionalität.
Das BT-Konzept – BT steht dabei für Barrier-Terminals – basiert dementsprechend auf konturgleichen Durchgangsreihenklemmen in zwei unterschiedlichen Anschlussprinzipien: traditioneller Ringkabelschuh-Anschluss und moderner Push-in-Federkontakt. Dieser BT-Ringkabelschuhanschluss folgt augenscheinlich dem klassischen japanischen Vorbild. Obwohl das Design eher traditionell anmutet, wurden die Reihenklemmen umfassend modernisiert – mit zahleichenen Vorteilen für den Anwender.

Doppelte Schraubensicherung
So ist die gesamte Schraubbaugruppe federunterstützt gelagert. Die gelieferten BT-Klemmen sind immer vollständig geöffnet, und der ein- oder mehrfache Leiteranschluss erfolgt unmittelbar. Die Baugruppe verläuft gradlinig im Gehäuse. Alle Einzelkomponenten wurden verliersicher kombiniert. Vorteilhaft ist auch die doppelt ausgeführte Schraubensicherung. Ein wellenförmiger Federring sorgt für den elastischen Ausgleich des Systems bei Schock, Vibration und Materialausdehnung. Zusätzlich ist die Unterseite des Schraubenkopfes verzahnt – und sorgt so für eine optimale Griffigkeit (Grip) zwischen den Einzelelementen. Der Plus-/Minus-Schraubenantrieb entspricht den Schraubendreher-Standards Philips und JIS (Japanese Industrial Standard).
Alle metallischen Komponenten sind vollständig galvanisiert und somit auch für den Einsatz in aggressiven Atmosphären zugelassen. Traditionell bietet nur der Ringkabelschuh-Anschluss eine freie Sicht auf die Kontaktstelle, eine optimale Zugänglichkeit bei Wartungsarbeiten sowie eine gute Sichtkontrolle.
Der in Europa dominante Federanschluss hat mit der Zugfeder- und Push-in-Technik in Südostasien zurzeit einen Marktanteil von etwa 20 % – Tendenz allerdings stark steigend. Die lange Tradition des Ringkabelschuhs gerät ­besonders dort ins Wanken, wo der Kostendruck für Installationszeiten, Service und Wartung zu groß wird oder die Endkunden-Spezifikationen aus Übersee generell etwas anderes als den „Barrier“-Anschluss verlangen. Daher ist die Push-in-Technik gerade im Hochlohnland Japan ein stark wachsendes Segment – besonders in der Signalverdrahtung wird diese Technik zunehmend akzeptiert.

Doppelkammerprinzip
Der Push-in-Kontakt der BT-Serie bietet viele Vorteile bei der Handhabung. Außerdem ist er durchgängig doppelt ausgeführt, da Mehrleiterklemmung ein wichtiges Thema in der Praxis ist. Während beim Ringkabelschuh der Mehrleiteranschluss normativ erlaubt und gängige Praxis ist, lässt Federkraft-Klemmung – ob nun in Asien oder in Europa – normativ nur einen Leiter pro Klemmstelle zu. Mit zwei unabhängig voneinander bedienbaren Kontaktstellen bietet das beidseitig verfügbare Doppelkammerprinzip einen entscheidenden Praxisvorteil.
Innerhalb der Systemfamilie nehmen die auch als BTH abgekürzten „Hybrid“-Varianten eine Sonderrolle ein: bei diesen Klemmen tritt der Technologie-Mix aus Ringkabelschuh- und Push-in-Anschluss (Bild 3) besonders deutlich zutage. Für die zeitgemäße Schaltschrankverdrahtung sorgt dabei der Push-in-Kontakt mit seiner einfachen Handhabung. Der externe Anschluss beim Endkunden kann dann traditionell als Ringkabelschuh-Anschluss erfolgen. Alle ­Varianten stehen für Nennquerschnitte von 1,5 mm 2 bis 4 mm 2 zur Verfügung.
Die gesamte BT-Serie wurde im schwarzen Design konzi­piert – ein „klassisches“ Stilelement der asiatischen Klemmen­tradition. Das schwarze Gehäuse aus Polycarbonat bietet eine hohe Stabilität und Robustheit, die glänzende Oberfläche verleiht den Komponenten eine edle Optik.

Vielfältige Markierungsmöglichkeiten
Das Reihenklemmensystem Clipline Complete vereinheitlicht die unterschiedlichen Anschlusstechniken unter anderem durch das für alle Techniken gleiche Zubehör. Diese Systemfunktion wurde auch auf die BT-Baureihe übertragen. Der standardisierte Funktionsschacht in der Klemmenmitte bildet dabei die Schnittstelle zwischen der BT-Serie und dem gängigen Standard von Clipline Complete. Die Brückungsposition wurde über alle Varianten hinweg fluchtend gestaltet. Außerdem unterstützen die standardisierten FBS-Steckbrücken die uneingeschränkte Kompatibilität der Komponenten.
Ähnlich vielfältig sind auch die Markierungsmöglichkeiten. Alle BT-Varianten bieten zwei seitliche Beschriftungsflächen sowie eine großflächige in der Klemmenmitte. ­Neben der Klemmenbeschriftung ist heute die durchgängige Leiterbeschriftung von der Quelle bis zum Ziel gängige Praxis. Dieses kann bereits bei der Planung der elektrischen Anlage durch die Projektierungs-Software Clip Project ­berücksichtigt werden. Clip Project bietet eine rasche Projektierung der gesamten Klemmenleiste per Mausklick (Bild 4). Die Komponentenauswahl orientiert sich automatisch an den technischen Vorgaben wie Anschlussart, Leiterquerschnitt, Funktionalität oder Zulassung der Komponente für bestimmte Märkte und Industrien.
Clip Project besitzt komfortable Schnittstellen zu allen gängigen Elektro-Engineering-Tools, CAD-Programmen sowie zu Standard-Büro-Software. Die prozessbegleitenden Drucksysteme für die Komponenten-, Leiter- oder Gerätemarkierung werden ebenfalls über Clip Project gespeist. (no)

Hohe Ströme effizient verdrahten

Für Leistungsbereiche über 300 A bietet Phoenix Contact neben der Schraubanschlusstechnik auch Federanschlussklemmen. Die Serie PT-Power wurde für Einspeisefunktionen in Hochstromanwendungen konzipiert: Maschinen- und Anlagenbau, Energietechnik, Transformatorenbau sowie Wind- und Solarindustrie. Die Leitereinführung erfolgt – analog zur Schraubanschlusstechnik – in Einbaulage vertikal. Betätigt werden die Klemmen mithilfe des signalfarbenen Hebels. Mittels Standard-Schraubendreher wird dabei ein integrierter Spannexzenter betätigt, der den Leiter sicher und vibrationsfest kontaktiert.

  • Einfache und schnelle Verdrahtung großer Leiterquerschnitte bis 150 mm 2 .
  • Hoher Schock- und Vibrationsschutz.
  • Universelle Flansch- oder Tragschienen-Montage.
  • Mehrpolige Brückungsmöglichkeiten.
  • Komfortable Prüfmöglichkeiten.
  • Vormontierte Blockvarianten für Standardanwendungen.
  • Flexible Abgriff-Möglichkeiten bis 16 mm 2 .
  • Zulassung nach UL, CSA und SCCR.

Dipl.-Ing. Gordon Busch ist Produktmanager ­Industrielle Verbindungstechnik bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg. gbusch@phoenixcontact.com

Dipl.-Ing. Gordon Busch ist Produktmanager ­Industrielle Verbindungstechnik bei der Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Blomberg. gbusch@phoenixcontact.com