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Nie mehr das Erdungsband vergessen

01  Der Potentialausgleich zwischen allen metallischen Teilen eines Schaltschranks sorgt für Sicherheit

01  Der Potentialausgleich zwischen allen metallischen Teilen eines Schaltschranks sorgt für Sicherheit

02  Die Rückwandhalterung im Vertikalprofil verfügt über ein Kontaktelement in Form einer Kralle. Beim Verschrauben der Rückwand mit dem Rahmenprofil wird ein leitender Kontakt hergestellt

02  Die Rückwandhalterung im Vertikalprofil verfügt über ein Kontaktelement in Form einer Kralle. Beim Verschrauben der Rückwand mit dem Rahmenprofil wird ein leitender Kontakt hergestellt

03  Die Klemmteile für Bodenbleche drücken sich durch die Oberflächen­beschich­tung der lackierten Bodenblechauflage und schaffen eine leitende Verbindung zu den Bodenblechen

03  Die Klemmteile für Bodenbleche drücken sich durch die Oberflächen­beschich­tung der lackierten Bodenblechauflage und schaffen eine leitende Verbindung zu den Bodenblechen

04  Die Transportöse verfügt über einen Gummi mit eingebetteter Fächerscheibe. Beim Festschrauben entsteht eine leitende Verbindung zwischen Dachblech und Rahmenprofil

04  Die Transportöse verfügt über einen Gummi mit eingebetteter Fächerscheibe. Beim Festschrauben entsteht eine leitende Verbindung zwischen Dachblech und Rahmenprofil

Sicherheit hat bei elektrischen Schaltanlagen eine hohe Priorität. Um Personen- und Sachschäden zu vermeiden, ist eine Vielzahl an Normen und Vorschriften zu erfüllen. Dazu gehört auch der Potentialausgleich zwischen allen metallischen Teilen eines Gehäuses (Bild 1). Wie sich durch einen automatischen Potential­ausgleich auch ohne Erdung aller Flachteile die Sicherheit erhöhen lässt, zeigt das Anreihschrank-System TS 8.

Die Erdung von metallischen Teilen an elektrischen ­Anlagen ist aus Sicherheitsgründen praktisch überall vorgeschrieben. Dies gilt für alle elektrischen Geräte und ­Anlagen – von der einfachen Lampe bis zur Niederspannungshauptverteilung. Der Grund ist einleuchtend: Im Fehlerfall – wenn also zum Beispiel ein Gehäuseteil unter Spannung steht – würde dies zu einer Gefährdung von Personen führen. Und gerade vor so einer Gefahr soll ein Gehäuse schützen. In Niederspannungsschaltanlagen ist also eine Erdung vorzusehen, an die alle metallischen Rahmen- und Gehäuseteile angeschlossen werden müssen.

Erdungsbänder anbringen
Um einen solchen Potentialausgleich durchzuführen, bei dem alle metallischen Teile mit der Erdung verbunden sind, werden in der Regel Erdungsbänder aus Kupferdrahtge­webe vorgesehen. Diese sind flexibel und können daher auch ­bewegliche Teile – beispielsweise eine Tür – ­sicher kontaktieren. Bei einem Schaltschrank müssen mitdiesen Erdungsbändern oft auch der Rahmen mit denSeiten­wänden, dem Schaltschrankdach oder anderenFlachteilen kontaktiert werden. Sind alle Erdungsbänder richtig angebracht, besteht der Potentialausgleich und alle Schaltschrankteile sind geerdet.
Da die Werkstattmitarbeiter die Erdungsbänder während der Montage manuell anbringen müssen, besteht hier aber auch eine Fehlerquelle. Sollte einmal ein Erdungsband vergessen werden, ist die fertige Schaltanlage zwar funktions­fähig, im Fehlerfall kann es aber zu einer Gefährdung von Personen kommen.

Potentialausgleich auch ohne Erdungsband
Um diese Gefahrenquelle zu minimieren, hat Rittal beim Anreihschrank-System TS 8 eine effektive Lösung entwickelt: Die Seitenteile, das Schaltschrankdach, die Rückwand und auch Bodenbleche werden während des ­Zusammenbaus automatisch leitend mit dem Rahmen verbunden (Bild 2). Damit ist ein Potentialausgleich hergestellt, ohne dass die Teile noch mit Erdungsbändern kontaktiert ­werden müssten.
Realisiert wird diese Lösung mit speziellen Krallen (Bild 3) bzw. Unterlegscheiben (Bild 4). Diese drücken sich beim Zusammenbau durch die elektrisch nicht leitende Oberflächenbeschichtung der Flachteile und stellen so eine sichere Kontaktierung her. Dadurch sind alle Flachteile leitend mit dem ­Rahmen verbunden, sodass keine separaten Erdungsbänder mehr gebraucht werden. Lediglich für die Schaltschranktür ist noch ein Erdungsband erforderlich. Der Übergangswiderstand zwischen den Flachteilen und dem Schaltschrankrahmen beträgt weniger als 0,1 Ω – der in der DIN EN 62208:2012-06 geforderte Wert.

Vereinfachte Montage und erhöhte Sicherheit
In der Werkstatt bringt dieser automatische Potentialausgleich eine Erleichterung bei der Montage: Das zeitraubende Anbringen von bis zu sieben Erdungsbändern pro Schaltschrank kann entfallen. Neben diesem Arbeits- und Zeitgewinn bei der Montage ist auch eine ­Demontage und erneute Montage der Flachteile einfacher. Erdungsbänder müssen nicht jedes Mal entfernt und wieder befestigt ­werden.
Der größte Vorteil ist aber der Sicherheitsgewinn durch den automatischen Potentialausgleich. Fehler und daraus resultierende Gefährdung von Personen durch vergessene Erdungsbänder gehören mit dem TS-8-Standard-Schaltschrank der Vergangenheit an. (mh)

Hans–Robert Koch ist als Leiter Fachpresse für die Rittal GmbH & Co. KG in Herborn tätig. koch.hr@rittal.de