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12.10.2017

Lenze: Digitale Services als dritte Säule

Christian Wendler ist Vorstandsvorsitzender der Lenze SE

Der Umsatz der Lenze-Gruppe erreichte im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17 mit 678,3 Mio. € einen neuen Rekordwert. Das Plus liegt bei 31,9 Mio. €. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) steigt um 20,7 % auf 58,5 Mio. €. Mit der Strategie 2020+ werden die Weichen für nachhaltiges globales Wachstum gestellt.

Die Lenze-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2016/2017 (1. Mai 2016 bis 30. April 2017) seine Prognosen übertroffen. Auf der Bilanzpressekonferenz präsentierte der Vorstand außerdem die Strategie Lenze 2020+, mit der sich die internationale Unternehmensgruppe, die in diesen Tagen ihr 70-jähriges Bestehen feiert, konsequent auf weiteres globales Wachstum ausrichtet. „Lenze geht es gut, wir wollen auch in Zukunft weiterwachsen – und zwar weltweit. Dazu werden wir den Fokus noch stärker auf unsere Kompetenz als Systemanbieter für die Automatisierung von Maschinen legen“, so der Vorstandsvorsitzende Christian Wendler.
Bei Umsatz und Profitabilität konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016/2017 neue Rekordwerte ausweisen. Der Konzernumsatz stieg um 31,9 Mio. € auf 678,3 Mio. € (+4,9 %). Den größten absoluten Umsatzanstieg erzielte das Unternehmen in Europa. Hier stieg der Umsatz um 17,8 Mio. € (+3,6 %) auf 514,0 Mio. €. Aber auch in anderen Regionen legte die Lenze-Gruppe deutlich zu. Besonders erfreulich war die Steigerung der Umsätze in Asien um 12,3 % auf 83,7 Mio. €. Der Umsatz in Amerika kletterte um 6,4 % auf 77,9 Mio. €. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 58,5 Mio. Euro um 20,7 % über dem des Vorjahres. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 7,5 % auf 8,6 %. Zum Ende des Berichtsjahres beschäftigte Lenze 3.457 Mitarbeiter – 160 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

Überdurchschnittlich hohe Investitionen
Zum Erfolg trug bei, dass Lenze in den vergangenen zwei Jahren seine Vermarktungs- und Vertriebsstärke massiv ausgebaut hat. Ziel ist es, dies in den kommenden Jahren fortzusetzen. Zudem wurden die verschiedenen neuen Bausteine im Portfolio vom Markt sehr gut angenommen. So gelang Lenze beispielsweise mit der universell einsetzbaren Frequenzumrichtergeneration i500 die beste Produkteinführung der Unternehmensgeschichte. Von diesem Produkt wurden bereits im ersten Jahr 50000 Stück verkauft.
Zur Umsetzung der Strategie sieht das Unternehmen in den kommenden Jahren deutlich mehr als 100 Mio. € über das bestehende Niveau hinausgehende Zukunftsinvestitionen vor. Von diesen wird ein wesentlicher Teil ab dem begonnenen Geschäftsjahr 2017/18 in das Kernprojekt Mechatronic Competence Campus fließen. Mit dieser bisher größten Investition der Unternehmensgeschichte werden drei Produktionsstätten in ein Werk mit moderner Logistik zusammengefasst.

In der Industrie 4.0 rücken Digitalisierung, Software und die Vernetzung von Maschinen stärker in den Fokus. Für diese Entwicklung sieht sich Lenze gut aufgestellt. Gemeinsam mit seinen Kunden automatisiert die Unternehmensgruppe weltweit mehr als 1000 Maschinen pro Jahr. Die Wachstumsstrategie Lenze 2020+ setzt den schon vor einigen Jahren begonnenen Weg hin zu einer klaren Marktsegment-Orientierung konsequent fort und schafft die Grundlagen für stabiles und nachhaltiges Wachstum im Kerngeschäft. Gleichzeitig greift sie die Herausforderungen der Digitalisierung auf und schafft neben dem Kerngeschäft Raum, um neue, zukunftsorientierte Geschäftsfelder zu entwickeln.

Mechatronics, Systems und Digital Services
Lenzes Portfolio baut auf drei Säulen auf: zum einen auf mechatronischen Produkten und Paketen, zum anderen auf hard- und softwarebasierenden Automatisierungssystemen – das Kerngeschäft des Unternehmens. Hinzu kommen zukunftsweisende digitale Services als dritte Säule, die sich auf den Ausbau neuer Geschäftsbereiche konzentriert. Hier verfügt Lenze mit dem 15 Jahre alten Tochterunternehmen Encoway, einem Softwareanbieter für Lösungen für Konfiguration, Preisfindung und Angebotserstellung (CPQ), über einen Erfahrungsvorsprung gegenüber seinen Marktbegleitern. “Mittlerweile hat Encoway mehr als 200 Mitarbeiter”, schließt C. Wendler an. Lenze hat im zurückliegenden Geschäftsjahr die Logicline GmbH aus Sindelfingen mehrheitlich übernommen. Logicline ergänzt das Lenze-Portfolio um Enterprise-Cloud-Anwendungen, mobile Apps und innovative Internet-of-Things-(IoT)-Lösungen. „Mit unserer Technologie- und Innovationsstärke gestalten wir den Fortschritt unserer Kunden“, so C. Wendler. „Wir kennen die Maschinen, Systeme und Märkte sehr genau und sind dank unseres weltweiten Netzwerks bei unseren Kunden vor Ort.“ Die Nutzbarmachung von Big Data ist laut dem Lenze-CEO bereits heute Realität; zum Beispiel bei Kuka.
Lenze schlägt zur kommenden SPS IPC Drives ein neues Kapitel der Automatisierung auf. Mit dem neuen Servo-Inverter i950 hebt der Automatisierungsspezialist die Grenzen zwischen Controller-based und Drive-based Automation auf. Für den Kunden spielt es in Zukunft keine Rolle mehr, ob er eine zentrale oder dezentrale Automatisierungstopologie oder einen intelligenten Mix aus beiden anstrebt. Mit der Einführung des neuen Bausteins der Automatisierungsplattform wird es aus Sicht des Software-Engineerings irrelevant, ob ein Servo-Inverter als einfacher Stellantrieb, als parametrierbare Achse oder aber als frei programmierbare Achse in die Maschinentopologie integriert wird. Der Servoumrichter kann auch als Ethercat-Master genutzt werden. Der Inverter wird zur SPS IPC Drives 2017 verfügbar sein.
Der Vorstand sieht die zukünftige Entwicklung von Lenze positiv. Für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018 rechnet er mit einem Umsatzwachstum, das leicht über dem des Berichtsjahres liegen dürfte. Mittelfristig soll die neue Strategie für ein dynamisches Wachstum bei nachhaltiger Profitabilität sorgen. Schon in wenigen Jahren soll die Marke von 1 Mrd. € beim Umsatz erreicht sein.