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19.10.2017

Turck wächst um 15%

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Christian Wolf, Geschäftsführer der Hans Turck GmbH & Co. KG in Mülheim an der Ruhr

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Christian Wolf, Geschäftsführer der Hans Turck GmbH & Co. KG in Mülheim an der Ruhr

Antti Virkkunen, Mitbegründer von Vilant Systems und künftiger Geschäftsführer von Turck Vilant Systems

Antti Virkkunen, Mitbegründer von Vilant Systems und künftiger Geschäftsführer von Turck Vilant Systems

Produktmarketing Manager Sai Seidel-Sridhavan stellte die Produktneuheiten vor

Produktmarketing Manager Sai Seidel-Sridhavan stellte die Produktneuheiten vor

Der Automatisierungsspezialist Turck prognostiziert für das Geschäftsjahr 2017 eine Umsatzsteigerung von rund 15 %. Aktuell liege das Wachstum sogar bei 18 %, aufgrund des sehr guten letzten Quartals in 2016 geht Turck-Geschäftsführer Christian Wolf von dem etwas geringeren Prozentsatz für das gesamte Jahr aus. Auf jeden Fall wird 2017 für Turck das erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte, hob C. Christian Wolf anlässlich der Jahrespressekonferenz in der Unternehmenszentrale in Mülheim an der Ruhr hervor. Der konsolidierte Gruppenumsatz dürfte den Erwartungen zufolge zum Jahresende die Marke von 600 Mio. € übertreffen.

„In fast allen Regionen werden wir zweistellig wachsen“, so C. Wolf weiter. „Einen wesentlichen Anteil an dem Erfolg hat in diesem Jahr unsere US-amerikanische Landesgesellschaft, die – von einem hohen Umsatzniveau ausgehend – ein Wachstum von 22% auf ca. 275 Mio. US-$ erzielen wird. Ein vergleichbares Ergebnis werden wir auch in Südostasien (21 ) und Australien (14 %) erzielen. Besonders hervorzuheben ist China, denn in dieser Region können wir ein Rekordwachstum von derzeit 34 vermelden.“ Nach den Umsatzrückgängen der letzten Jahre in China, scheint u.a. durch den neuen Geschäftsführer das Geschäft von Turck wieder Fahrt aufzunehmen.
In Deutschland wächst Turck in diesem Jahr um 11%. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen erwartet C. Wolf für 2018 ein Umsatzwachstum von 7% auf 640 Mio. €.

„Mit der Unternehmensstrategie 2020 baut Turck auf regionale Nähe und weltweite Lösungskompetenz“, ergänzt C. Wolf, der mit der im Oktober abgeschlossenen Übernahme der ehemaligen kanadischen Vertretung nun eine weitere 100-%-Landesgesellschaft in der Turck-Gruppe begrüßen kann. Verstärkte Lösungskompetenz im Software-, System- und Dienstleistungsgeschäft, das im Hinblick auf Industrie 4.0 von großer strategischer Bedeutung ist, verspricht sich Turck von der Übernahme seines finnischen RFID-Turnkey-Lösungspartners Vilant Systems. Das Unternehmen firmiert ab Januar 2018 unter dem Namen Turck Vilant Systems. Für 2018 kündigte Wolf unter anderem große Investitionsprojekte an den Produktionsstandorten in Mexiko und China an. In Osteuropa will Turck zudem eine neue Fertigung für die Anschlusstechniklösungen etablieren, um damit den europäischen Markt zu bedienen.

RFID-Lösungsanbieter Vilant Systems übernommen
„Unsere Kunden benötigen nicht nur exzellente Hardwareprodukte, sondern immer mehr komplette Systemlösungen wie Software, Integration und Wartung, vor allem im RFID-Geschäft“, sagt Turck-Geschäftsführer Christian Wolf. „Mit den erfahrenen Spezialisten von Vilant können wir diese Anforderungen jetzt besser erfüllen und unsere Kunden auf dem Weg zu Industrie 4.0 unterstützen. Wir freuen uns sehr, das komplette Vilant-Team mit 51 Mitarbeitern an Bord zu begrüßen.“ Die Gründungspartner Ville Kauppinen und Antti Virkkunen (daher Vil-Ant) bleiben Aktionäre und Geschäftsführer der neuen Firma Turck Vilant Systems.
“Die Übernahme von Vilant Systems ist die erste “echte” Akquisition von Turck in der Firmengeschichte. Damit haben wir einen Lösungsanbieter für Industrie4.0-/IoT-Lösungen im Haus. Turck Vilant Systems wird seine Services global in allen Landesgesellschaften anbieten” erläutert C. Wolf.

2002 als Technologie-Start-Up gegründet hat Vilant mit seinen vier Tochtergesellschaften in den 15 Jahren seines Bestehens über 1000 RFID-Systeminstallationen in 35 Ländern realisiert und ist damit ein großer Player im industriellen RFID-Systemgeschäft. 40 Ingenierue sind bei dem Turnkey-Lösungspartner mit Niederlassungen in Deutschland, Schweiz und Schweden beschäftigt. „Wir waren schon immer auf internationales Wachstum ausgerichtet. In unseren Systemen, die typischerweise einen Return-of-Invest von sechs bis zwölf Monaten haben, werden täglich 2,5 Mio RFID Ereignisse getrackt. Mehr als 13 Mio Mehrwegbehälter werden dabei mit RFID verfolt“, sagt Ville Kauppinen. „In der Turck-Gruppe können wir unser RFID-System-Implementierungsgeschäft wie gewohnt fortsetzen und die weltweite Vertriebsorganisation von Turck sowie das Hardware-Produktportfolio für weiteres internationales Wachstum nutzen.“

Internationalisierung
Im Zuge seiner Unternehmensstrategie 2020 setzt Turck seien globalen Produktions-Footprint fort. So wird in Osteuropa eine neue Produktionsstätte für Anschlusstechnik gebaut. Damit soll die Supply Chain für Anschlusstechniklösungen optimiert werden. Turck investiert dafür 3 Mio. €.
In Mexiko investiert Turck 10 Mio. US-$ in die Erweiterung der Produktionskapazität und will damit die Mitarbeiterzahlen auf 2000 verdoppeln. “Trotz der Abschottungs-Strategie von Trump sehen wir Mexiko als wichtigen Baustein für unseren wirtschaftlichen Erfolg in Nordamerika und werden dementsprechend unser Engagement dort ausbauen” so C. Wolf.

Wechsel in der Geschäftsführung
Nach Vollendung seines 67sten Lebensjahrs wird sich Ulrich Turck zum 1. März 2018 aus der Geschäftsführung der Hans Turck GmbH & Co. KG zurückziehen. Zum gleichen Zeitpunkt wird Christian Pauli, bislang Mitglied der Geschäftsleitung Finanzen, vom Beirat der Turck Holding GmbH als weiterer Geschäftsführer neben Christian Wolf berufen. Gemeinsam mit Guido Frohnhaus, Geschäftsführer der Werner Turck GmbH & Co. KG, bilden Wolf und Pauli auch die Geschäftsführung der Turck Holding. Im Zuge der Nachfolgeregelung werden die Verantwortlichkeiten in der Holding auf die drei Geschäftsführer umgelegt: Frohnhaus ist für die Bereiche Fertigung und Entwicklung zuständig, Wolf verantwortet Vertrieb und Marketing und Pauli Finanzen, Personal und IT.

Der Elektrotechnik-Diplom-Ingenieur Ulrich Turck begann seine berufliche Laufbahn nach dem Studium beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DFVLR). Nach seinem Einstieg bei Turck im Jahr 1985 war der Sohn des Unternehmensmitbegründers Hans Turck zunächst für die Gründung von Turck-Auslandstöchtern verantwortlich, insbesondere in Osteuropa und China. Seit 1998 ist Ulrich Turck geschäftsführender Gesellschafter der Hans Turck GmbH & Co. KG und der Turck Holding. 2008 wurde die Geschäftsführung um Christian Wolf erweitert.

Christian Pauli (49) studierte nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann Wirtschaftswissenschaften an der Ruhr-Universität in Bochum. Der Diplom-Ökonom begann seine berufliche Laufbahn 1996 als Assistent der Geschäftsführung und Controller in einem Unternehmen der Gesundheitsbranche. Seit Januar 2000 ist Pauli bei der Hans Turck GmbH & Co. KG beschäftigt, zunächst als Controller, dann zusätzlich als Leiter Finanzbuchhaltung. 2005 wurde Pauli die Geschäftsleitung für den Bereich Finanzen übertragen.

Produktneuheiten
Neue Produkte gibt es von Turck insbesondere bei den IO-Modulen. So kann man mit dem TBEN-S-2COM Geräte mit RS232- oder RS485-Schnittstelle direkt im Feld an Steuerungen mit den Protokollen Profinet, Ethernet/IP oder Profinet anbinden. Damit sparen Anwender lange Verdrahtungswege zum Schaltschrank. Die Charakteristik der beiden seriellen Ports sind zwischen RS232 und RS485 frei wählbar. Darüber hinaus bietet das Modul vier IO, die konfigurationslos als Ein- oder Ausgang benutzt werden können.
Mit dem TBEN-LG-EN1-Spanner präsentiert Turck ein Block-IO-Modul, das die Kommunikation zwischen zwei unterschiedlichen Ethernet-Netzwerken direkt im Feld ermöglicht. Das robuste Modul in Schutzart IP65/IP67/IP69K verfügt über ein glasfaserverstärktes Gehäuse sowie eine vollvergossene Modulelektronik und kann somit direkt vor Ort ohne zusätzliche Schaltschränke eingesetzt werden. Das Spanner-Modul unterstützt die Multiprotokoll-Technologie von Turck und ermöglicht so die Kommunikation in Ethernet/IP-, Modbus-TCP- und Profinet-Netzen. Der bidirektionale Datenaustausch von Master zu Master garantiert eine einfache Kommunikation mit Steuerungen.
Für die Block-IO-Module in Schutzart IP67 steht ein kostenloses Firmware-Update zur Verfügung, das viele neue Funktionalitäten bietet, darunter die lizenzfreie Programmierumgebung ARGEE. Mit dieser Field-Logic-Controller-Funktion (FLC) haben Anwender die Möglichkeit, kleine bis mittlere Steuerungsaufgaben direkt auf dem Block-IO-Modul auszuführen und damit dezentral auszulagern. Dies entlastet die Steuerung und erlaubt die Übertragung ausschließlich relevanter Daten. Das TBEN-S-RFID kann ohne speziellen Funktionsbaustein einfach an SPS-Systeme angekoppelt werden.
Eine weitere Neuerung ist die automatische Adressierung der busfähigen HF-RFID-Schreib-Lese-Köpfe durch einfaches Aktivieren der Schreib-Lese-Kopf-Adressen in den Parametern des Daten-Interfaces. Dies ermöglicht den Anwendern eine Zeitersparnis gegenüber den herkömmlichen Methoden, da sie die Schreib-Lese-Köpfe nacheinander anbinden und automatisch adressieren können. Darüber hinaus lassen sich Bus-Adressen für busfähige HF-Schreib-Lese-Köpfe per Webserver/PACTware über das TBEN-S-RFID setzen und abfragen.